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„Fenster zum Himmel“ – Ikonen von Ines-Constanze Flesch im Veitshöchheimer Rathaus

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Bei der Vernissage vor Ikonen mit Marien-Motiven und einem Christusbild: Von links Kulturreferentin Karen Heußner, Künstlerin Ines-Constanze Flesch mit dem von Bürgermeister Jürgen Götz überreichten Blumenstrauß, Bürgermeister Jürgen Götz und die Kulturreferentin des Gemeinderates Petra Doßler.

Farben, Formen, Gold und eine jahrhundertealte Bildsprache: Unter dem Titel „Fenster zum Himmel“ zeigt Ines-Constanze Flesch derzeit im Veitshöchheimer Rathaus ihre Ikonen. Am Freitag, 25. September, wurde die Ausstellung eröffnet. Noch bis zum 16. Oktober 2026 sind die Arbeiten im ersten Obergeschoss des Rathauses zu sehen.


Bürgermeister Jürgen Götz: „Etwas ganz Besonderes“

Bürgermeister Jürgen Götz begrüßte die Gäste zur Vernissage und machte gleich zu Beginn deutlich, dass hier keine gewöhnliche Kunstausstellung zu sehen ist. Ikonen seien keine normalen Kunstwerke, sondern etwas ganz Besonderes – sinngemäß könne man sie als ein „körperliches Gebet“ verstehen und, passend zum Titel der Ausstellung, als ein „Fenster zum Himmel“.

Die Vernissage fand unmittelbar vor der zentralen Eröffnung des 36. Kulturherbstes des Landkreises Würzburg statt. Veitshöchheim sei damit dem offiziellen Auftakt sogar ein wenig voraus, bemerkte Götz augenzwinkernd.

Sein Dank galt Ines-Constanze Flesch dafür, ihre Arbeiten im Rathaus einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ebenso dem Kulturamt für Organisation und Unterstützung. Die Ausstellung, so der Bürgermeister, solle während der kommenden Wochen möglichst viele Besucher erreichen.


Zwischen Kunst, Glauben und Spiritualität

Anschließend führte Ines-Constanze Flesch selbst in ihre Ausstellung und in die besondere Welt der Ikonenmalerei ein.

„Eine Ikone ist für mich weit mehr als ein gemaltes Bild oder eine kunstvolle Darstellung“, erklärte die Künstlerin. Für sie verbindet die Ikone Kunst und Glauben, Tradition und Gegenwart, Sichtbares und Unsichtbares.

Ikonen wollen die sichtbare Welt nicht möglichst realistisch wiedergeben. Vielmehr weisen sie auf eine dahinterliegende geistliche Wirklichkeit hin und sollen den Betrachter in einer tieferen Ebene ansprechen. Deshalb spricht man traditionell auch nicht davon, eine Ikone zu malen: Eine Ikone wird „geschrieben“.

Die Ikonenmalerei folgt dabei jahrhundertealten Regeln und einer überlieferten Bildsprache. Farben, Formen und einzelne Arbeitsschritte besitzen jeweils ihre eigene Bedeutung.


Vom Dunkel ins Licht

Flesch beschäftigt sich seit 2017 intensiv mit der Ikonenmalerei. Nach einem Ikonenmalkurs habe sie den Wunsch verspürt, dieses Handwerk weiterzuführen, zu vertiefen und weiterzuentwickeln.

Besonders fasziniert sie der schrittweise Entstehungsprozess. Das Arbeiten an einer Ikone verlangt nach ihren Worten Geduld, Konzentration und Sammlung. Schicht für Schicht entwickelt sich das Bild.

„Es ist ein Arbeiten vom Dunkel ins Licht“, beschreibt Flesch den Prozess. Darin sieht sie weit mehr als eine handwerkliche Methode. Jede Farbschicht, jede Linie und jede Aufhellung setzt einen neuen Lichtakzent und trägt dazu bei, dass sich das Bild nach und nach erschließt.

Für die Künstlerin wird damit bereits der Weg zur fertigen Ikone zu einem geistlichen Vorgang. Der Maler setzt sich während des Entstehungsprozesses intensiv mit dem Motiv und dessen religiöser Bedeutung auseinander.


Alte Tradition in neuer Bildsprache

Dass Ikonen auch in der Gegenwart Menschen faszinieren, ist für Flesch kein Widerspruch. Im Gegenteil: Das zunehmende Interesse zeige, dass diese jahrhundertealten Bilder eine Sehnsucht nach einer Wirklichkeit jenseits des unmittelbar Sichtbaren ansprechen können.

Gleichzeitig befinde sich die Ikonenmalerei in einem Prozess der Erneuerung. Überliefertes Bildverständnis werde zunehmend in eine neue Bildsprache übertragen. Dadurch könne sich auch der Eindruck verändern, Ikonen seien ausschließlich rückwärtsgewandt oder einer längst vergangenen Zeit zuzuordnen.

Die Ausstellung im Rathaus lädt deshalb dazu ein, die Arbeiten sowohl in ihrer künstlerischen Ausdruckskraft als auch in ihrer religiösen und spirituellen Bedeutung zu betrachten.


Die Künstlerin tritt hinter ihren Bildern zurück

Flesch betonte bei der Vernissage, dass sie ihre Ikonen nicht in erster Linie als eigene Kunstwerke verstehe. Vielmehr habe der Schaffensprozess für sie „Werkzeugcharakter“. Als Künstlerin wolle sie hinter den Bildern und deren Aussage zurücktreten.

Ihre Absicht sei es, mit den einzelnen Arbeiten Zugänge zu eröffnen und eine Botschaft zu vermitteln. Die Beschäftigung mit einer Ikone sei dabei nicht nur für denjenigen, der sie erschafft, ein eigener Weg. Auch der Betrachter könne sich auf diesen Weg begeben, die Symbolik entdecken und sich mit dem Dargestellten auseinandersetzen.

Neben den Ikonen fertigt Flesch auch sakrale Kleinkunst aus Naturmaterialien. Dabei verarbeitet sie unter anderem Muscheln, Holz und Steine, veredelt sie mit Gold oder Silber und verbindet sie mit religiösen Symbolen.


Dank an Unterstützer und Besucher

Zum Abschluss ihrer Einführung dankte Flesch der Gemeinde Veitshöchheim und Bürgermeister Jürgen Götz für die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Rahmen des Kulturherbstes im Rathaus präsentieren zu können. Ihr Dank galt außerdem den Unterstützern, die an Konzeption und Vorbereitung der Ausstellung beteiligt waren, sowie ihrem Ehemann, der sie unter anderem bei der Einrichtung eines eigenen Ateliers unterstützt habe.

Den Besuchern wünschte sie Freude beim Rundgang, persönliche Eindrücke und vor allem die Bereitschaft, sich von den Bildern ansprechen zu lassen.

Bürgermeister Götz zeigte sich seinerseits von den bereits betrachteten Arbeiten angetan. Als kleines Dankeschön für die Einführung überreichte er der Künstlerin einen Blumenstrauß.


Ausstellung bis 16. Oktober

„Fenster zum Himmel – Ikonen von Ines-Constanze Flesch“

Ausstellungszeitraum:
25. September bis 16. Oktober 2026

Ausstellungsort:
Rathaus Veitshöchheim, 1. Obergeschoss
Erwin-Vornberger-Platz
97209 Veitshöchheim

Öffnungszeiten:
Montag: 7.30 bis 12.00 Uhr
Dienstag: 13.00 bis 16.00 Uhr
Mittwoch: 8.00 bis 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr
Freitag: 8.00 bis 12.00 Uhr

Informationen:
Kulturamt der Gemeinde Veitshöchheim
Telefon: (0931) 9802-764 oder -755
E-Mail: kultur(at)veitshoechheim.de

Fotos Dieter Gürz

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