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Wenn die Nähmaschine zum Zeichenstift wird: Gabi Weinkauf stellt im Literaturhotel am Main aus

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Kunst als Begegnung: Vierte Ausstellung im Literatur Hotel eröffnet

Mit der Vernissage der Ausstellung „Vertrautes neu sehen“ hat das Literatur Hotel am Main heute seine inzwischen vierte Kunstausstellung eröffnet. Die Werke der Günterslebener Künstlerin Gabi Weinkauf (re.) sind für die kommenden drei Monate im Erdgeschoss des Hotels zu sehen.

Zahlreiche Besucher nutzten die Eröffnung zu Gesprächen mit der Künstlerin und zum Austausch über ihre Arbeiten.

Räume verwandeln sich immer wieder neu

Für Hotelinhaberin Dorothea von Droste (re.) ist jede Ausstellung ein besonderer Prozess. „Für mich ist es immer wieder eine Freude, in die Welt der Künstler einzutauchen und gemeinsam Bilder für die Ausstellung im Hotel auszuwählen. Mein Ziel ist es, die ganze Bandbreite der Künstler darzustellen“, sagte sie.

Mit jeder neuen Ausstellung veränderten sich die Räume und erhielten eine ganz eigene Atmosphäre. Das schätzten nicht nur die Besucher der Vernissagen, sondern auch die Hotelgäste. Zugleich wolle das Hotel Künstlern aus der Region eine Bühne bieten und Kunst mit den Menschen vor Ort verbinden.

Ein Manifest aus Papier und Faden

Besonderer Blickfang der Ausstellung von Gabi Weinkauf im Literatur Hotel am Main  ist eine großformatige Papierrolle, die Weinkauf als Manifest versteht. Mit der Nähmaschine hat sie Begriffe wie „Kunst“, „Freiheit“, „Ich will“, „Ich kann“ und „Ich muss“ in das Papier gezeichnet. Die Arbeit vermittelt einen Einblick in Themen und Werte, die ihr wichtig sind. Gleichzeitig macht das Werk den Entstehungsprozess sichtbar: Jeder Nadelstich verletzt das Papier. So entstehen neben klaren Linien, Schriftzügen und Bildern auch feine Risse, die bewusst Teil des Kunstwerks sind.

Vielseitiges Werk zwischen Malerei und Installation

Die Ausstellung zeigt die große Bandbreite des Schaffens von Gabi Weinkauf.

Neben großformatiger Acrylmalerei (hier: "Zeit hinterlässt Spuren") sind links auch Tagebuchblätter zu sehen, mit der Malfarbe der Renaissance-Meister Eitempera kreiert. 

Als Hinweis auf ihre großformatigen Installationen im öffentlichen Raum begrüßt bereits am Hoteleingang ein kleines Vogelnest die Besucher.

Charakteristisch für die Künstlerin ist der ungewöhnliche Einsatz der Nähmaschine als Zeicheninstrument. Mit ihr näht sie Linien, Formen und Schriftzüge auf Papier und Leinwand.

Dabei fließen auch Worte und Textpassagen, etwa "Und mich ergreift"  aus Goethes „Faust“, in ihre Arbeiten wie bei dieser Prädedruck-Collage ein, eine melancholische Rückschau auf vergangene Zeiten, Freundschaften und erste Lieben aus.

Vertrautes neu entdecken

Unter dem Titel „Vertrautes neu sehen“ richtet Weinkauf den Blick auf Alltägliches und verleiht ihm eine neue Bedeutung. Erinnerungen, Beobachtungen und Fundstücke werden zu Bildern und Installationen, die Bekanntes in ungewohnte Zusammenhänge stellen. Zwischen Malerei, Grafik und Installation beschäftigt sich die Künstlerin mit Wandel, Begegnungen und den oft übersehenen Details des Lebens.

Es ist alles Gold was glänzt - Collage mit 24 Karat Blattgolg

Die Ausstellung ist in den kommenden drei Monaten während der Öffnungszeiten des Literatur Hotels im Frühstücksraum, in der Hotelbibliothek und im Gang des Erdgeschosses zu sehen.

Fotos Dieter Gürz - 3 + 5 Hotel am Main

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