Grünes Licht für Familienstützpunkt: Veitshöchheim steht vor der Eröffnung der elften Anlaufstelle im Landkreis
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Diskussion im Gemeinderat: Bekommt Veitshöchheim einen Familienstützpunkt?
Trotz Haushaltsdruck und Skepsis in der CSU: Der Familienstützpunkt in Veitshöchheim kommt, doch der Konflikt um Kosten und Nutzen ist nicht gelöst.
Link auf Mainpost-Online
Nach monatelangen Diskussionen und einer kontroversen Grundsatzentscheidung ist der Weg frei: Der Gemeinderat hat die letzten Weichen für die Einrichtung eines Familienstützpunktes gestellt. Wenn alles nach Plan läuft, nimmt die neue Anlaufstelle für Eltern am 1. Oktober 2026 ihre Arbeit auf und wird der elfte Familienstützpunkt im Landkreis Würzburg.
Gemeinderat billigt Vereinbarung
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Der Gemeinderat nahm den Sachstandsbericht von Claudia Ruhe vom Fachbereich Kinder-, Jugend- und Familienarbeit des Landratsamtes Würzburg zur Kenntnis und billigte die Mustervereinbarung zwischen Landkreis, künftigem Träger und Gemeinde. Auf Wunsch des Gremiums wird diese um eine Ausstiegsklausel ergänzt, falls sich die Förderbedingungen künftig ändern. Bürgermeister Jürgen Götz wurde ermächtigt, die Vereinbarung nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens zu unterzeichnen.
Anregung einer Bürgerin gab den Anstoß
Ausgangspunkt war Ende 2024 die Initiative einer Bürgerin, die sich für einen Familienstützpunkt in Veitshöchheim einsetzte. Nach der Zustimmung des Jugendhilfeausschusses und der Freigabe der Haushaltsmittel durch den Kreistag im April 2026 sind inzwischen alle Voraussetzungen geschaffen.
Familienstützpunkte sind ein Förderprogramm des Freistaats Bayern und werden im Landkreis seit 13 Jahren erfolgreich betrieben. Sie bieten Eltern wohnortnahe Beratung, Elterncafés, Vorträge sowie Unterstützung in Erziehungs- und Alltagsfragen und vermitteln bei Bedarf an weiterführende Beratungsstellen.
Nach Angaben von Claudia Ruhe soll die pädagogische Arbeit Paula Geßner übernehmen. Sie leitet bereits den Familienstützpunkt in Rimpar (siehe nachstehende Links) und könne den neuen Standort aufgrund ihrer Erfahrung schnell aufbauen.
Gemeinde beteiligt sich mit rund 15.000 Euro
Die Fachkraft wird zunächst zehn Wochenstunden tätig sein. Der Landkreis übernimmt 75 Prozent der Personalkosten, die Gemeinde trägt den verbleibenden Anteil von rund 15.000 Euro jährlich. Zusätzliche Investitionen seien nicht erforderlich, da geeignete Räume bereits vorhanden seien.
Dr. Verena Della Done (Grüne), Leiterin mehrerer Familienstützpunkte in Stadt und Landkreis, begrüßte die Einrichtung ausdrücklich. Aus ihrer Erfahrung seien zehn Wochenstunden allerdings knapp bemessen. In Ochsenfurt und Giebelstadt habe man den Stellenumfang später verdoppelt.
Bürgermeister Jürgen Götz sprach sich dafür aus, zunächst mit dem geförderten Umfang zu starten. Veitshöchheim verfüge bereits über Schulsozialarbeit und drei Jugendpfleger. Man wolle zunächst beobachten, wie sich der Familienstützpunkt in die vorhandenen Strukturen einfüge. Eine spätere Aufstockung müsste die Gemeinde allerdings vollständig selbst finanzieren.
Mehrheit sieht Gewinn für junge Familien
Ute Schnapp (SPD) erinnerte daran, dass ihre Fraktion sich schon früh für einen Familienstützpunkt eingesetzt habe. Erziehung sei heute anspruchsvoller als noch vor Jahrzehnten, weshalb Familien leicht erreichbare Unterstützung benötigten.
Auch Christina Feiler (Grüne) sprach von einer wichtigen Ergänzung der bisherigen Angebote. Gerade für junge Familien habe bislang ein niedrigschwelliges Beratungsangebot gefehlt. Es sei wertvoll, wenn Eltern frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen könnten, bevor sich Probleme verfestigten.
Bernd Schäfer (UWG) begrüßte den Familienstützpunkt ebenfalls. Entscheidend sei nun eine enge Vernetzung mit den bestehenden Angeboten der Jugend- und Familienarbeit, damit keine Doppelstrukturen entstünden.
CSU bleibt bei ihrer Ablehnung
Die CSU-Fraktion hielt dagegen an ihrer ablehnenden Haltung fest. Fraktionssprecher Marc Zenner sah keinen ausreichenden Mehrwert gegenüber den bereits vorhandenen Beratungsangeboten und verwies auf die angespannte Haushaltslage. Er befürchtete zusätzliche Kosten, falls der Stundenumfang später erhöht werde oder Fördermittel wegfielen.
Claudia Ruhe widersprach. Zielgruppe seien vor allem junge Familien mit kleinen Kindern. Offene Treffs und eine erfahrene Fachkraft ermöglichten schnelle Hilfe bei Erziehungs- und Alltagsfragen sowie bei Bedarf die Vermittlung an spezialisierte Beratungsstellen.
Mehrheit stimmt erneut zu
Der Gemeinderat nahm den Sachstand schließlich zur Kenntnis und stimmte der Vereinbarung mit der Ergänzung einer Ausstiegsklausel mehrheitlich zu. Gegen den Beschluss votierte erneut die Mehrheit der CSU-Fraktion. Bürgermeister Jürgen Götz sowie die CSU-Gemeinderäte Jürgen Arntz und Anja Lampatzer stimmten dagegen mit der Mehrheit für das Projekt.
Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung und der Vergabe der Trägerschaft kann der Familienstützpunkt nun seine Arbeit vorbereiten. Der Start ist für 1. Oktober 2026 vorgesehen.
Foto Dieter Gürz
Vortrag Ruhe in GR-Sitzung
Familienstützpunkte sind ein Förderprogramm des Freistaats Bayern und werden im Landkreis Würzburg seit 13 Jahren erfolgreich umgesetzt.
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Sie bieten Eltern wohnortnahe Beratung, Eltern-Cafés, auch für Neubürger, offene Treffs für jedes Altert, Vorträge, Informationsveranstaltungen und Unterstützung in Erziehungs- und Alltagsfragen.
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Ebenso vermitteln sie Kontakte zu weiteren Beratungsstellen und fördern die Vernetzung von Familien vor Ort.
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Die fachliche Arbeit übernimmt ein freier Träger mit einer sozialpädagogischen Fachkraft im Umfang von zehn Wochenstunden.
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Die Steuerungs- und Gesamtverantwortung liegt beim Amt für Jugend und Familie des Landkreises Würzburg, das jährlich eine Rechenschaftsbericht an das Förderministerium abliefern muss. Ruhe berichtete so über 650 Elternbildungsangebote im Jahr 2025.
Mainpost-Online 19.11.2023
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