Hofgarten Veitshöchheim zeigt sich rund um den Großen See in neuem Glanz - 16 Figuren, 16 Vasen und 24 Bänke aufwändig restauriert
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Blick auf den Großen See im Hofgarten Veitshöchheim aus der Vogelperspektive
© Staatliches Bauamt Würzburg
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Wer derzeit durch den Hofgarten Veitshöchheim spaziert, erlebt den Bereich rund um den Großen See in neuem Glanz. Nach umfangreichen Arbeiten hat die Bayerische Schlösserverwaltung die Sanierung der Wege, die Restaurierung der barocken Gartenskulpturen und die Wiederherstellung der historischen Gestaltung weitgehend abgeschlossen. Der Rundweg ist wieder vollständig zugänglich. Lediglich die abschließende Bearbeitung der Rasenflächen erfolgt im Herbst.
Historische Wegestruktur nach Vorbild rekonstruiert
Die Arbeiten wurden in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Während die Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg die Landschaftsbauarbeiten leitete, lag die Restaurierung der Skulpturen beim Staatlichen Bauamt Würzburg. Die nördliche Hälfte des Großen Sees wurde bereits im Frühjahr 2025 fertiggestellt, die südliche Hälfte folgte ab Herbst 2025.
Im Mittelpunkt stand die Rekonstruktion der historischen Wegelinien sowie der ursprünglichen Aufteilung von Wege- und Rasenflächen.
Aufwändige Restaurierung von Skulpturen und Bänken
Zu den Maßnahmen gehörten die Sanierung, Wiederaufstellung und Neuausrichtung von 16 Figuren und Figurengruppen, 16 Vasen und 24 Bänken rund um den Großen See.
Im Hofgarten befinden sich Betonabgüsse der wertvollen Sandsteinoriginale bedeutender Barockbildhauer wie Ferdinand Tietz, Johann Wolfgang und Lucas van der Auvera sowie Peter Wager. Um die Originale vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurden sie bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren eingelagert und durch Abgüsse ersetzt.
Für die nun erneuerte Ausstattung wurde ein schonendes Sanierungskonzept entwickelt. Die Skulpturen wurden abgebaut, in Fachwerkstätten von Flechten, Moosen und Algen befreit und von Rissen sowie weiteren Schäden befreit. Fehlende oder beschädigte Teile ergänzten die Restauratoren behutsam. Auch die historischen Hofgartenbänke wurden umfassend instand gesetzt.
Barocke Garteninszenierung wiederhergestellt
Nach der Restaurierung erfolgte die Neuausrichtung der Skulpturen in enger Abstimmung mit den Hofgärtnern. Die Figuren wurden präzise entlang der Mittelachsen der Heckennischen platziert und aus dem dichten Grün heraus stärker in Szene gesetzt. Viele Skulpturen stehen so heute weiterhin an ihrem ursprünglichen Standort, wirken durch die veränderte Gestaltung der Flächen jedoch deutlich freier und treten stärker hervor.
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Die klare Trennung von Wegen und Grünflächen verstärkt den Eindruck einer Freilichtgalerie. Die Kunstwerke treten wieder als wesentliche Bestandteile der historischen Gartenanlage hervor und machen die barocke Gestaltungsidee des Hofgartens erlebbar.
Die Seenregion – Mittel- und Höhepunkt des Hofgartens
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Die Seenregion bildet den Mittelpunkt und das gestalterische Highlight des Hofgartens Veitshöchheim. Im Zentrum der Anlage liegt der Große See, aus dessen Wasserbecken sich eindrucksvoll der Parnass erhebt. Auf dem Musenberg thronen Apoll, die Musen und Pegasus, das geflügelte Pferd der Dichtkunst.
Die barocke Inszenierung greift eine Verserzählung des römischen Dichters Ovid auf: Auf dem Parnass triumphieren die Götter und Künste über die Sintflut und begründen eine neue geistige Weltordnung. Einst umgaben Seeungeheuer den Parnass, die durch kunstvolle Wasserspiele zurückgedrängt wurden.
Auch die Uferbereiche waren Teil dieses einzigartigen Gartenbildes. Figurenzyklen der Jahreszeiten, der Freien Künste und der Planetengötter säumten das Schauspiel rund um den See. Ein großer Teil dieser barocken Skulpturen befindet sich bis heute in den Heckennischen und prägt weiterhin die historische Gestaltung der Anlage.
Rundgang entlang der barocken Skulpturen um den großen See
Die restaurierten Figuren am Großen See erzählen als Teil einer barocken Freilichtgalerie von Mythologie, Kunst, Wissenschaft und den Jahreszeiten. Nach der Sanierung kommen sie wieder deutlich besser zur Geltung. Durch die rekonstruierte Wegeführung und die Freistellung der Figuren lässt sich die barocke Bildsprache des Hofgartens heute wieder besonders eindrucksvoll erleben.
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Der Rundgang beginnt im Norden an der Allegorie des Frühlings (im Bild) und führt in Richtung Wasserturm weiter entlang des Ufers um den Großen See bis zur Allegorie des Sommers.
Unterwegs begegnen Besucher den 16 restaurierten Skulpturen und Allegorien:
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🌿Flora: Die Blumengöttin trägt einen reichen Blumenschmuck und wird von einer Begleiterin mit einem Korb voller Blumen und Vögel begleitet. Zu ihren Füßen steht ein Bienenkorb. Sie verkörpert den Frühling, das Erwachen der Natur und den Beginn des Lebens. Blumen und Bienen stehen für Fruchtbarkeit, Wachstum und den Kreislauf der Natur.
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☿ Merkur – Der Götterbote trägt Flügelhelm und Heroldstab. Er verkörpert als Gott der Händler, Reisenden und Boten Bewegung, Handel, Kommunikation und Klugheit.
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🎨 Allegorie der Malerei im nordwestlichen Heckenkabinett – Symbol für Kreativität, Gestaltungskraft und die bildenden Künste: Zwei Putten, von denen einer eine Tafel hält und der andere darauf zeichnet.
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🌹 Venus –Die Göttin der Liebe und Schönheit sitzt auf einer Wolke. Ein Taubenpaar begleitet sie. Sie steht für Harmonie, Anmut und die schöpferische Kraft der Natur. Die Tauben gelten seit der Antike als Symbol der Liebe.
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⏳ Saturn – Der alte Gott hält eine Sense und verschlingt seinen Sohn – eine Darstellung aus der antiken Mythologie. Der Gott der Zeit und der Landwirtschaft; seine Darstellung erinnert an Vergänglichkeit und den ewigen Kreislauf des Lebens, von Entstehen und Vergehen.
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🏛️ Allegorie der Baukunst – im südwestlichen Heckenkabinett
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verkörpert mit zwei Putten mit Kapitell, Winkel und Zirkel Architektur, Planung und die Kunst des Bauens.
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🌊 Neptun – Gott des Meeres und der Gewässer, mit einem Delphin zu seinen Füßen, beherrscht Wasser, Meere und Quellen. Seine Figur unterstreicht die zentrale Rolle des Wassers im Großen See.
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❄️ Allegorie des Winters – Ein dem Gott Saturn verwandter Alter wärmt sich mit Pelzkapuze am Feuer. Neben ihn sitzt ein Jägerknabe auf dem Kopf eines Wildschweins und hat einen erlegten Hasen in den Händen. Ein Symbol für Ruhe, Rückzug und den Abschluss des Jahreskreises.
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🍂 Pomona, Göttin der Baumfrüchte, ist bekränzt mit Weinranken. Ein bocksfüßiger Faun reicht ihr einen Korb mit Trauben. Zwischen den beiden Figuren ein Trauben fressender Widder, das Tier des Bacchus. Pomona steht für Ernte, Reife und den Wohlstand der Natur. Weintrauben und Früchte symbolisieren den reichen Segen des Herbstes.
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🔥 Vulkan – der Gott des Feuers, der Schmiede und aller Metallhandwerker, die auf die Kraft des Feuers angewiesen sind, mit Harnisch und Amboss. Sinnbild für handwerkliches Können und Schaffenskraft.
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⭐ Allegorie der Astronomie: Zwei Putten mit Buch und Himmelsglobus repräsentieren im südöstlichen Heckenkabinett die Allegorie der Astronomie. Über der Staffage im Hintergrund erscheinen Mond und Sterne. Verweist auf Astronomie, Wissenschaft und die Erforschung des Weltalls.
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⚔️ Mars – der Kriegsgott trägt eine antike Rüstung und hält ein Schwert. Am Sockel liegen Kanonenrohr und Kugeln. Er verkörpert Stärke, Wehrhaftigkeit und militärische Macht. Im höfischen Garten steht er zugleich für den Schutz der göttlichen Ordnung.
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⚡Göttervater Jupiter mit seinen Attributen: ein Bündel von Blitzen in der Hand und der ihn begleitende Adler als Zeichen der Macht. Höchster römischer Gott und Herrscher über Himmel und Donner.
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🗿 Allegorie der Bildhauerei – Zwei Putten im nordöstlichen Heckenkabinett, deren Attribute auf die Verschiedenheit der Bildhauerei hinweisen: der Torso links auf die figurale Skulptur, der Kopf auf die Porträtplastik und die Medaille auf die Kleinkunst. Den Hintergrund bildet eine architektonische Staffage. Symbol für die Kunst des Formens und Gestaltens.
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👑 Juno – Die Königin der Götter und Gemahlin Jupiters ist mit ihrem Attribut, dem Pfau, dargestellt. Sie symbolisiert Macht, Würde, Ehe und den Schutz der Familie. Der Pfau steht für königliche Hoheit und Unsterblichkeit.
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☀️ Ceres - Die Göttin des Ackerbaus trägt Ähren im Haar. Zu ihren Füßen bindet ein Bauernmädchen eine Garbe; daneben liegen Kürbisse. Sie steht für Fruchtbarkeit, Ernte und den landwirtschaftlichen Reichtum des Sommers. Sie bildet den Abschluss des Rundgangs und symbolisiert die Fülle der Natur.
Fotos (c) Dieter Gürz
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Impressionen Vasen rund um den Großen See
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Schloss Veitshöchheim | Schlösser in Bayern
Nur 8 km mainabwärts vor Würzburg liegt, inmitten eines der bedeutendsten Rokokogärten Deutschlands, Schloss Veitshöchheim, bis 1802 der Sommersitz der Würzburger Fürstbischöfe. Ursprünglic...
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