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Hightech für grüne Liegewiesen: Geisbergbad setzt auf moderne Bewässerungstechnik und mehr Sonnenschutz

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Wenn abends die letzten Badegäste das Geisbergbad verlassen haben, beginnt künftig modernste Technik ihre Arbeit. Zwischen 22 und 8 Uhr versorgt eine neue computergesteuerte Bewässerungsanlage die rund 13.000 Quadratmeter großen Liegewiesen punktgenau mit Wasser. Was bislang eine fast 60 Jahre alte Anlage leistete, übernehmen heute 50 einzeln steuerbare Regner, eine intelligente Computersteuerung und eine energieeffiziente Pumpentechnik. Bürgermeister Jürgen Götz stellte die Neuerungen bei einem Pressetermin gemeinsam mit Betriebsleiter Rui Peter-Bessa (re.), Thomas Schwab vom gemeindlichen Hochbau (li.) und Joachim Wendel (2.v.r.) von der ausführenden Fachfirma Beregnungstechnik aus Grettstadt vor. Gleichzeitig übergab er dem Geisbergbad eine UV-Index-Tafel, die Badegäste künftig über die Intensität der Sonneneinstrahlung informiert.


Investition in die Zukunft des Geisbergbads

Rund 125.000 Euro investierte die Gemeinde in die Erneuerung der Bewässerungsanlage. Dafür wurden 1.150 Meter Leitungen neu verlegt und 50 Regner (Beispiel links) in zehn Versorgungszonen installiert. Die Bauarbeiten dauerten rund vier Wochen und konnten trotz laufenden Badebetriebs abschnittsweise ausgeführt werden.

Ersetzt wurde dabei eine Anlage, deren Leitungsnetz noch aus der Bauzeit des Geisbergbads stammte. Das Freibad wurde 1968 eröffnet, die damals verlegten Leitungen waren somit fast sechs Jahrzehnte im Einsatz. Altersbedingter Verschleiß und Wasserrohrbrüche machten eine grundlegende Erneuerung erforderlich.

„Mit der neuen Bewässerungsanlage setzt die Gemeinde Veitshöchheim auf moderne und nachhaltige Technik zur Pflege der Grünflächen im Geisbergbad“, betonte Bürgermeister Jürgen Götz. „Die Kombination aus einzeln steuerbaren Toro-Regnern und frequenzgeregelter Pumpentechnik ermöglicht künftig eine bedarfsgerechte Bewässerung, spart Energie und Wasser und sorgt dauerhaft für gepflegte Liegewiesen sowie eine hohe Aufenthaltsqualität für die Badegäste.“


Jeder Regner wird individuell gesteuert

Herzstück der neuen Anlage ist die TORO-Lynx-Computersteuerung, ein System, das vor allem auf Golfplätzen und hochwertigen Sportanlagen eingesetzt wird. Sämtliche Regner lassen sich einzeln programmieren und überwachen. Betriebsleiter Rui Peter-Bessa kann die komplette Beregnungsanlage sowohl am Computer als auch per Smartphone-App steuern.

Der Vorteil: Nicht mehr alle Flächen erhalten automatisch dieselbe Wassermenge. Sonnige Bereiche werden stärker bewässert als schattige, trockene Stellen gezielt nachversorgt.

„Ich kann jeden einzelnen Regner exakt einstellen“, erläuterte Joachim Wendel. Selbst der Beregnungswinkel lasse sich zwischen null und 360 Grad anpassen. So werde ausschließlich der Rasen bewässert – nicht Wege, Bäume oder andere Flächen.

Die Regner sind im sogenannten Dreiecksverbund angeordnet und überdecken sich gegenseitig. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Beregnung ohne trockene Zwischenbereiche. Moderne Vorberegnungsprogramme sorgen zudem dafür, dass der Boden zunächst leicht angefeuchtet wird, bevor die eigentliche Wassermenge ausgebracht wird. Das verbessert das Einsickern und verhindert unnötigen Wasserabfluss.


Beregnung nur nachts

Die automatische Bewässerung erfolgt ausschließlich außerhalb der Öffnungszeiten (im Bild: Fläche 5 erfolgte zur Vorführung beim Pressetermin). Derzeit werden die Liegewiesen jeden zweiten Tag vollständig bewässert. An den Tagen dazwischen erhalten besonders trockene Bereiche zusätzlich Wasser.

Je nach Witterung läuft die Anlage bei Vollbetrieb etwa vier bis fünf Stunden. Dabei werden rund 60 Kubikmeter Wasser kostenfrei aus dem gemeindeeigenen Brunnen gefördert. Die genehmigte Fördermenge des Brunnens ist ausreichend.


Intelligente Pumpentechnik spart Energie

Einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung leistet die modernisierte Pumpentechnik. Die bestehende Pumpe wurde mit einem Frequenzumrichter nachgerüstet, der ihre Leistung stufenlos dem tatsächlichen Wasserbedarf anpasst.

„Früher kannte die Pumpe nur an oder aus“, erklärte Rui Peter-Bessa. Heute fahre sie langsam hoch und arbeite nur mit der Leistung, die tatsächlich benötigt werde. Dadurch entstünden keine Druckstöße mehr im Leitungsnetz. Das schone Pumpen und Rohrleitungen, verlängere deren Lebensdauer und reduziere gleichzeitig den Stromverbrauch. Laut Angebot sind Einsparungen von mindestens 30 Prozent möglich.

Der benötigte Strom stammt überwiegend aus der Photovoltaikanlage des Geisbergbads.

Zusätzlich sorgt eine doppelte Ringleitung für gleichmäßigen Wasserdruck in allen Bereichen und minimiert Leitungsverluste.


Technik aus dem Golfplatzbau

Dass die neue Steuerung ursprünglich aus dem Golfplatzbau stammt, ist kein Zufall. Dort spielt der sparsame Umgang mit Wasser seit Jahren eine zentrale Rolle.

„Früher ließ man mehrere Regner gemeinsam laufen, bis die trockenste Stelle endlich grün war. Dabei bekamen viele andere Bereiche viel zu viel Wasser“, erläuterte Wendel. Heute könne jede einzelne Fläche exakt entsprechend ihrer Bodenverhältnisse, Sonneneinstrahlung oder Hanglage bewässert werden. Auch unterschiedlich humusreiche Bereiche ließen sich individuell anpassen.

Dadurch werde nicht nur Wasser gespart, sondern auch Energie, weil die Pumpen nur so viel Leistung bereitstellen, wie tatsächlich erforderlich ist.


Winterfest mit Druckluft

Vor Beginn der Frostperiode wird die komplette Anlage zentral mit Druckluft entleert. Über die Computersteuerung werden nacheinander alle Regner geöffnet, sodass anstelle von Wasser Luft in den Ventilen verbleibt. Dadurch entstehen auch bei Frost keine Schäden an der Technik.


UV-Index-Tafel informiert über Sonnenschutz

Eine weitere Neuerung brachte Bürgermeister Jürgen Götz zum Pressetermin gleich mit: eine UV-Index-Tafel für den Eingangsbereich des Geisbergbads.

Sie ist Teil des Projekts „WATCH OUT“ der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, das in Bayern gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und der AOK Bayern umgesetzt wird.

Die Tafel informiert über den tagesaktuellen UV-Index und gibt konkrete Empfehlungen zum Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung. Je nach UV-Belastung wird empfohlen, Schatten aufzusuchen, schützende Kleidung und eine Kopfbedeckung zu tragen sowie Sonnencreme zu verwenden. Der jeweilige Tageswert kann direkt an der Tafel eingestellt oder per QR-Code auf dem Smartphone abgerufen werden.

„Viele Menschen unterschätzen die Intensität der Sonne“, sagte Götz. Die neue UV-Index-Tafel solle helfen, das Bewusstsein für den richtigen Sonnenschutz zu stärken und damit einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten.


Nachhaltigkeit und Gesundheit im Blick

Mit der neuen Bewässerungsanlage und der UV-Index-Tafel investiert die Gemeinde gleich in zwei Bereiche: in einen nachhaltigeren und wirtschaftlicheren Betrieb des Geisbergbads sowie in den Gesundheitsschutz der Badegäste.

Die neue Technik sorgt künftig für dauerhaft gepflegte Liegewiesen, reduziert den Wasser- und Energieverbrauch deutlich und ermöglicht eine präzise Steuerung der Beregnung. Gleichzeitig erinnert die UV-Index-Tafel daran, dass zu einem gelungenen Freibadbesuch nicht nur gepflegte Grünflächen, sondern auch der richtige Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung gehört.

Text und Fotos Dieter Gürz

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G
"Dabei werden rund 60 Kubikmeter Wasser kostenfrei aus dem gemeindeeigenen Brunnen gefördert"...KOSTENFREI???<br /> <br /> In der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung wurde für uns Bürger eine Erhöhung der Wassergebühren beschlossen ("Gemeinderat beschließt Erhöhung der Wassergebühren – das steckt hinter dem Preisanstieg - Die Verbrauchsgebühr für Wasser steigt in Veitshöchheim um 44 Prozent. Hinter der Entscheidung stehen Defizite und gestiegene Betriebskosten. Von Dieter Gürz, 23.07.26" siehe Mainpost).<br /> Diese gestiegenen Betriebskosten beziehen sich sicherlich auch auf die 60.000 Liter, die täglich aus dem gemeindeeigenen Brunnen zum Sprengen des Rasens verwendet werden. Wie man also von kostenfreien 60.000 Litern pro Tag sprechen mag, ist für mich auf den ersten Blick nicht verständlich.<br /> Zumal doch jeder Wasserversorger ab 1. Juli 10 Cent pro 1.000 Liter, den sogenannten Wassercent, bezahlen muss.<br /> Vielleicht zahlen wir aber die Kosten der täglich verbrauchten 60.000 Liter auch mit? Dann wäre es für die Gemeinde tatsächlich kostenfrei, für mich allerdings nicht. <br /> <br /> Zum täglichen Trinkwasserverbrauch von 60.000 Liter Wasser fehlen mir die Worte.
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D
Ihre Argumentation ist völlig haltlos. Der gemeindeeigene Brunnen im Geisbergbad ist nicht Teil der Trinkwasserversorgung der Gemeinde. Er liefert hauptsächlich das Wasser in den Schwimmbecken. Man sollte sich erst erkundigen, bevor man falsche Schlüsse zieht.
B
Sehr geehrter Herr Gürz,<br /> haben Sie herzlichen Dank für Ihren Beitrag.<br /> Steigt der UV-Index auf über 8, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die Mittagsstunden möglichst im Haus zu verbringen und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.<br /> Bedeutet dies, dass wir das Geisbergbad bei einem derart hohen UV-Index besser meiden sollten? Oder wird das Bad im Sinne der Gesundheitsvorsorge bei einem entsprechend hohen UV-Index gegebenenfalls geschlossen?
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