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Glosse von Günter Stadtmüller: Aus der WM-Traum

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der 2011 pensionierte Mittelschullehrer Günther Stadtmüller (Jahrgang 1947) sorgt auch im Ruhestand für kulturelle Lebendigkeit. Seit Jahrzehnten prägt der leidenschaftliche  Kabarettist die lokale Kulturszene – und macht bis heute mit pointiertem Witz und feinem Gespür für Zeitgeist von sich reden. Nun hat er seine Hirnwindungen mal wieder etwas ausgewrungen und sich Gedanken um das WM-Aus der deutschen National-Kicker gemacht. Was dabei raus gekommen ist, steht hier:

 

Der Pessimist hat es geahnt

und lang schon prophezeit:

Die deutsche Nationalmannschaft

kommt dieses Mal nicht weit.

 

Und siehe da, so kam es auch,

er behielt am Ende recht,

denn das Team von Nagelsmann

spielte ziemlich schlecht.

 

Typisch deutsche Tugenden

vermisste man gar sehr,

den Ball, den spielte man sehr oft

nach hinten und dann quer.

 

Stockfehler wurden produziert

und Ungenauigkeiten.

Der Fußballfan erinnert sich,

es gab schon bess`re Zeiten.

 

Da hat man voller Leidenschaft

ein solches Spiel begonnen,

mit Engagement und kluger Taktik

Turniere auch gewonnen.

 

Jetzt wird darüber diskutiert

am Stammtisch, im Büro,

wie konnte so was nur passier`n?

Doch der Optimist ist froh.

 

Der sagt in dem Fall klipp und klar,

das Ausscheiden spart Geld

für Verpflegung, Unterkunft

und das ist das, was zählt.

 

Natürlich könnte es auch sein,

es freut den DFB,

keine Prämien für die Spieler,

ist Entlastung für`s Budget.

 

Heimliche Freude auch beim Kanzler,

der muss sich nicht verbiegen,

er muss nicht zum Endspiel samt Donald Trump

in die Staaten fliegen.

 

Doch hört man sich in Deutschland um,

da sagen viele: „Leider“!

Da ehrt es doch den Nagelsmann,

der sagte: „Ich mach` weiter“.

 

Doch der deutsche Fußballbund,

sprach insgeheim: „Na, warte!“

Und zeigte ihm dann kurz darauf,

na klar, die Rote Karte.

 

Als nächstes darf jetzt Kloppo ran,

man holt ihn zu dem Zweck,

dass er zieht in kurzer Zeit

den Karren aus dem Dreck.

Foto Dieter Gürz

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