Gemeinderat nimmt positiven Jahresabschluss 2025 einstimmig zur Kenntnis
Die Caritas-Sozialstation St. Stephanus gGmbH hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Gemeinderat nahm den Jahresabschluss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zur Kenntnis. Die Gemeinde Veitshöchheim ist mit einem Stammkapitalanteil von 10.000 Euro und damit zu 40 Prozent an der Sozialstation beteiligt.
Die Prüfung des Jahresabschlusses durch die HPS Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH & Co. KG ergab keinerlei Beanstandungen. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Lagebericht wurden als ordnungsgemäß bestätigt.
Umsätze steigen trotz höherer Kosten
Die Umsatzerlöse erhöhten sich von rund 1,10 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 1,13 Millionen Euro im Jahr 2025. Verantwortlich dafür waren insbesondere Tarifsteigerungen im Rahmen der AVR-Vergütungsregelungen sowie höhere Vergütungen für Leistungen der häuslichen Pflegehilfe und Krankenpflege.
Gleichzeitig hatte die Sozialstation jedoch mit steigenden Sachkosten, erhöhtem Verwaltungsaufwand, Zahlungen an den Pflegeausbildungsfonds sowie der Anhebung des Pflegemindestlohns zu kämpfen.
Dennoch schloss die Einrichtung das Geschäftsjahr mit einer Bilanzsumme von 1,31 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 59.752 Euro ab. Zwar lag dieser unter dem Vorjahreswert von 127.579 Euro, dennoch setzte sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Der Überschuss wird vollständig den Gewinnrücklagen zugeführt.
Das Eigenkapital erhöhte sich dadurch auf 1,11 Millionen Euro. Die Gewinnrücklagen stiegen auf mehr als 1,02 Millionen Euro.
Lob für Geschäftsführer Martin Klug
Bürgermeister Jürgen Götz würdigte die Entwicklung der Sozialstation ausdrücklich. Man habe sich aus dem „rauhen Fahrwasser früherer Jahre“ inzwischen deutlich herausgearbeitet und die Einrichtung erfolgreich stabilisiert. Dafür sprach er Geschäftsführer Martin Klug seinen Dank aus.
Auch Gemeinderätin Christina Feiler zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung. Die Ergebnisse seien gerade angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im Pflegebereich bemerkenswert. Entscheidend sei es, ausreichend Personal zu gewinnen und langfristig zu halten. Ohne qualifizierte Mitarbeiter könne die Sozialstation weder ihre Aufgaben erfüllen noch die notwendigen Einnahmen erzielen.
CSU-Fraktionssprecher Mark Zehner verwies auf die weiterhin unsichere Entwicklung der Pflegeversicherung und die steigenden Kosten im Pflegesektor. Die Sozialstation sei jedoch ein unverzichtbarer Baustein der örtlichen Daseinsvorsorge. Er bezeichnete die Einrichtung als „segensreiche Einrichtung“, deren Vorhandensein vor Ort für die Bevölkerung von großer Bedeutung sei.
Auch Ute Schnapp (SPD) und Martin Issing (UWG) dankten im Namen ihrer Fraktion für das Engagement der Mitarbeiter und Verantwortlichen, Schnapp auch für die gute Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe.
Gute Bewertung durch den Medizinischen Dienst
Die Caritas-Sozialstation betreut ambulant pflege- und hilfsbedürftige Menschen in Veitshöchheim, Gadheim und Thüngersheim. Ziel ist es, älteren Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Bei der turnusmäßigen Überprüfung durch den Medizinischen Dienst Bayern erreichte die Sozialstation am 22. Januar 2025 die Note 1,5.
Zum Jahresende 2025 beschäftigte die Einrichtung 29 Mitarbeiter in Vollzeit, Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Davon waren 16 im Pflegebereich tätig, neun in Hauswirtschaft und Betreuung sowie vier in Verwaltung, Hausmeister- und Fuhrparkdiensten. Zusätzlich engagierten sich drei Ehrenamtliche in der Alltagsbegleitung.
Personalgewinnung bleibt größte Herausforderung
Nach dem Lagebericht von Geschäftsführer Martin Klug stellt der Fachkräftemangel weiterhin das größte Risiko für die zukünftige Entwicklung dar. Qualifiziertes Pflegepersonal sei auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu gewinnen. Zusätzliche Konkurrenz entstehe durch andere Pflegeanbieter, Tagespflegen und Seniorenheime in der Region.
Die Sozialstation reagiert darauf mit Kooperationen mit Pflegeschulen, verstärkter Ausbildung, Fortbildungsangeboten sowie Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Dazu zählen unter anderem Zeitwertkonten, die Einbeziehung der Beschäftigten in Entscheidungsprozesse und eine möglichst soziale Gestaltung der Dienstpläne.
Leicht positives Ergebnis auch für 2026 erwartet
Für das laufende Jahr 2026 rechnet die Sozialstation erneut mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. Geplant sind der weitere Ausbau der Beratungsangebote für pflegende Angehörige, die Stärkung des Betreuungsbereichs sowie die Fortführung der Modernisierung des Fuhrparks und der Geschäftsstelle. Dabei sollen auch Investitionen in erneuerbare Energien eine Rolle spielen.
Die Geschäftsführung geht bei leicht steigenden Umsätzen von einem erneut positiven Jahresergebnis aus.
Der Gemeinderat bestätigte abschließend die bereits in der Gesellschafterversammlung am 22. April 2026 gefassten Beschlüsse. Dazu gehören die Feststellung des Jahresabschlusses, die Zuführung des Gewinns zu den Rücklagen, die Entlastung von Geschäftsführer Martin Klug sowie die Bestellung der Würzburger Kanzlei Hemberger Prinz Siebenlist GmbH & Co. KG als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2026. Alle Beschlüsse wurden einstimmig befürwortet.
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