aktualisiert: Kunst, die unter die Haut geht: Abiturienten zeigen am Gymnasium Veitshöchheim beeindruckende Werke
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Der Kunst LK, von links OStRin Berit Holzner, Viktoria Demuß, Emily Völkel, Sophia Demuß, Josefine Holz, Mia Page, Kim Page, Sophia Kuffer, Maximilian Geißler, Luna Stumpf
Am 23. Juni 2026 verwandelte sich das Gymnasium Veitshöchheim in eine große Galerie. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Kunst sowie des W-Seminars „Experimentelles Gestalten“ präsentierten im Rahmen einer umfangreichen Ausstellung die Ergebnisse ihrer Arbeit aus den vergangenen zwei Jahren. Dabei wurden nicht nur einzelne Räume, sondern das gesamte Schulhaus in die Präsentation einbezogen.
Obwohl das Abitur bereits abgeschlossen war, kehrte der Leistungskurs noch einmal für zwei Tage an die Schule zurück, um die zahlreichen Werke zu sichten, zu ordnen und thematisch zu arrangieren. Entstanden ist eine Ausstellung, die die kreative Entwicklung der jungen Künstler eindrucksvoll dokumentiert.
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Die Vernissage eröffnete Schulleiter OStD Dr. Dieter Brunner. Er war total begeistert über die Kreativität und das Leistungsvermögen der Kunstschaffenden an seiner Schule, v.l.n.r. Sophia Kuffer, Emily Völkel, OStRin Berit Holzner, Lua Stumpf, Josephine Holz, Maximilian Geißler, Kim Page, Mia Page, Viktoria Demuß, Sophia Demuß, OStD Bernhard Brunner
Für einen persönlichen Rückblick sorgten Sophia Kuffer und Maximilian, die die vergangenen beiden Jahre im Leistungsfach Kunst Revue passieren ließen. Kursleiterin Berit Holzner sprach über die abwechslungsreiche und inspirierende gemeinsame Zeit.
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Für den musikalischen Rahmen sorgte Sven Wicht mit einem Klavierstück von Frédéric Chopin, bevor die Besucher die Ausstellung erkunden konnten.
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Wie Berit Holzner erläuterte, geht es im Kunstunterricht nicht allein um handwerkliche Fertigkeiten, sondern vor allem darum, Inhalte mit bildnerischen Mitteln sichtbar zu machen. Farbe, Form, Komposition, Materialien oder Raumbezüge werden dabei zu einer eigenen Sprache, mit der Gedanken, Stimmungen und Botschaften vermittelt werden können.
Die Ausstellung zeigte die Ergebnisse zahlreicher Übungen, Studien, Skizzen und umfangreicher Halbjahresprojekte. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Themen und Herangehensweisen der jungen Künstler waren.
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Sophia Demuß, Information und Fake News, Bundespreis des Europäischen Wettbewerbs
Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema „Fake News“. Ausgangspunkt waren Lexika aus dem Jahr 1956, die von den Schülern künstlerisch bearbeitet und mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten neu interpretiert wurden. Zwei dieser Arbeiten wurden beim Europäischen Wettbewerb ausgezeichnet – eine mit einem Landespreis, eine weitere sogar mit einem Bundespreis.
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Luna Stumpf, Buch oder Handy, Landespreis Europäischer Wettbewerb
Auch Architektur spielte eine wichtige Rolle. In Gruppen entwickelten die Schüler gemeinwohlorientierte Kioske mit Repair-Cafés, offenen Bibliotheken, kleinen Gemeinschaftsküchen oder Treffpunkten für die Öffentlichkeit. Die Entwürfe verbanden gestalterische Qualität mit gesellschaftlichem Nutzen.
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Architektur, Tonmodelle und perspektivische Handzeichnung in Foto geklebt
Ausgehend von Landschaftsfotografien entwickelten Schüler eigene Bauwerke und integrierten diese perspektivisch in bestehende Umgebungen.
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Maximilian Geißler, W-Seminararbeit, Gymnasium Erweiterungsbau
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Viktoria Demuß, Mein Körper und ich
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Im dritten Kurshalbjahr stand der menschliche Körper im Fokus. Die Schüler setzten dabei ganz unterschiedliche Schwerpunkte.
Thematisiert wurden die Schönheit des Körpers, die Zufriedenheit mit dem eigenen Erscheinungsbild, die Entdeckung körperlicher Identität oder der Vergleich zwischen dem eigenen Lächeln und dem von Mutter und Großmutter.
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Sophia Kuffer: Körper, mein Lächeln und das meiner Mutter und meiner Großmutter
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Sophia Demuß mit Kohlezeichnungen zum Thema Annäherungen an den menschlichen Körper
Andere Arbeiten beschäftigten sich mit psychischen Erkrankungen, vermeintlichen Makeln und der Frage, warum gerade individuelle Besonderheiten häufig als besonders interessant oder schön wahrgenommen werden.
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Besonders eindrucksvoll war eine Werkreihe zum Thema psychische Erkrankungen. Unter dem Titel „What you see and don't see“ machte eine Schülerin sichtbar, was Betroffene oft vor ihrer Umwelt verbergen: Gedanken, Ängste und innere Konflikte, die von außen nicht erkennbar sind.
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Viktoria Demuß, Der manipulierte Mensch
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Josefine Holz, Annäherung an den menschlichen Körper, Teil einer Serie
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Maximilian Geißler, Verortung
Im letzten Halbjahr arbeiteten die Schüler zum Thema „Verortung“. Die gestalterische Bandbreite war dabei besonders groß. Ein schmaler, schwarzer, begehbarer Raum eröffnete scheinbar den Blick in die Weiten Islands. Ein Spiegeltrichter vervielfachte und verfremdete die Wahrnehmung des Betrachters.
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Sophia Demuß, Verortung
Filme thematisierten innere Zerrissenheit, während ein schleierartiger Vorhang mit Fotografien der eigenen Lebensgeschichte die Besucher umspielte.
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Design, orientiert an Formen der Natur
Andere Arbeiten setzten Stoff den Einflüssen der Natur aus und dokumentierten die Veränderungen über längere Zeiträume.
Auch das W-Seminar „Experimentelles Gestalten“ beeindruckte mit außergewöhnlichen Arbeiten. Die Teilnehmer erforschten sowohl formale als auch inhaltliche Fragestellungen. So entstand beispielsweise über 26 Tage hinweg eine Serie visueller Umsetzungen desselben Motivs – einmal abstrakt, einmal gegenständlich.
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Julia Meyer, W-Seminararbeit, Rollenbilder und Geschlechterklischees, Landespreis des Europäischen Wettbewerbs
Eine Handtasche aus Blech mit Nagelstacheln setzte sich kritisch mit Rollen- und Geschlechterklischees auseinander und wurde ebenfalls mit einem Landespreis des Europäischen Wettbewerbs ausgezeichnet.
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Emily Völkel, Multimedia-Installation
Besonders aufwendig war eine multimediale Rauminstallation, die einen kompletten Klassenraum einbezog. Gedanken, Erinnerungen und Sehnsüchte von Schülern wurden durch Filme, Projektionen, Musik und Geräusche sichtbar und hörbar gemacht. Die Besucher wurden Teil der Installation: Wer den Raum betrat, entdeckte sich selbst auf einer Leinwand wieder und wurde so unmittelbar in das Kunstwerk einbezogen. Die Installation machte sichtbar, was im Schulalltag oft verborgen bleibt.
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Übungen, Vasen, Flaschen und Gläser
Diese Vielfalt spiegelte sich auch in den ausgestellten Werken wider. Zu sehen waren Malereien, Zeichnungen, Fotografien, Installationen, Architekturentwürfe, Designobjekte und plastische Arbeiten.
Viele Projekte setzten sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen, Nachhaltigkeit, Identität oder persönlichen Erfahrungen auseinander.
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Mia und Kim Page, Visualisierung des Leitbilds des Gymasiums
Ein besonderer Teil der Ausstellung waren die sogenannten Leitbildstühle. Sie entstanden im Zusammenhang mit dem Leitbildtag des Gymnasiums und visualisieren zentrale Werte der Schule wie Bildung, Verantwortung und Gemeinschaft. Die Arbeiten wurden außerhalb des regulären Unterrichts geschaffen und zeigen, wie kreativ sich die Jugendlichen mit den Leitgedanken ihrer Schule auseinandersetzten.
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Luna Stumpf, Annäherung an den menschlichen Körper; Im Hintergrund Objekt-Studien
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Josefine Holz, W-Seminararbeit, Vidsuelles Tagebuch, Vorderseite
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Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, welches künstlerische Niveau die Schüler des Kunst-Additums und des W-Seminars am Gymnasium Veitshöchheim erreicht haben. Die Besucher erhielten einen umfassenden Einblick in zwei Jahre intensiver kreativer Arbeit, die weit über klassische Malerei und Zeichnung hinausging und gesellschaftliche, persönliche und kulturelle Themen auf vielfältige Weise aufgriff.
Bis Ende Juni haben Interessierte noch Gelegenheit, die Ausstellung im Gymnasium Veitshöchheim zu besuchen und die Vielfalt der präsentierten Arbeiten zu entdecken.
Fotos Dieter Gürz (18) + Gymnasium (8)
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