Eindrucksvolle Kundgebung am Europatag am Mittelpunkt der Europäischen Union im Veitshöchheimer Ortsteil Gadheim
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Demokratie und Partnerschaft: Warum Gadheim zum Treffpunkt für Europa-Begeisterte wird
Der geografische Mittelpunkt Europas liegt in Gadheim. Warum der kleine Ort jetzt im Fokus der europäischen Öffentlichkeit steht.
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Veranstalter und Ehrengäste der Europakundgebung am EU-Mittelpunkt in Gadheim v.l.n.r. Michal Kopriva (Büroleiter Stadt Würzburg International und EU-Angelegenheiten), Bezirksrätin Christina Feiler (Veitshöchheim), Dr. Reinhard Schaupp (Bezirksvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union aus Hammelburg), Bezirksrat Gerhard Müller (Vorsitzender Partnerschaftskomitee Bezirk Unterfranken), Martin Heilig (Oberbürgermeister Stadt Würzburg), Andrea Rothenbucher (Bürgermeisterin Hettstadt), Jürgen Götz (Bürgermeister Jürgen Götz), Werner Binnen (Moderator und Initator der Europakundgebung vom veranstaltenden Verein Städtepartnerschaften Ochsenfurt) und Adolf Bauer (Altbürgermeister Würzburg).
Starke lokale Beteiligung prägte den Europatag
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Seit 2020 liegt der geografische Mittelpunkt der Europäischen Union im Ortsteil Gadheim – ein Alleinstellungsmerkmal, das Veitshöchheim bewusst nutzt. Am Samstag, 9. Mai 2026, wurde der kleine, gut 100 Einwohner zählende Veitshöchheimer Ortsteil erneut zum Symbol für ein vereintes Europa: Beim Europapicknick kamen hier von 13 bis 15 Uhr Bürger, Vereine und Initiativen zusammen, um den Europatag zu feiern.
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Die Veranstaltung verstand sich als offener Treffpunkt für alle, die sich für europäische Werte und internationale Partnerschaften engagieren. Für die Veranstalter und Ehrengäste war klar: Gadheim ist mehr als ein symbolischer Punkt auf der Landkarte – es ist ein Ort, an dem Europa konkret zusammenkommt. Und Veitshöchheim übernimmt dabei eine zentrale Rolle
In ihren Grußworten betonten Bürgermeister Jürgen Götz und Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig die Bedeutung Europas als Friedens-, Werte- und Gemeinschaftsprojekt.
Jürgen Götz hob die besondere Symbolkraft Veitshöchheims als geografischer Mittelpunkt der Europäischen Union hervor. Der Ort stehe für Begegnung, Austausch und gelebtes Miteinander. In seinem Grußwort erinnerte er an die Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950 als Beginn des europäischen Friedensprojekts. Frieden, offene Grenzen, Reisefreiheit und internationale Freundschaften seien keine Selbstverständlichkeiten, sondern müssten immer wieder gemeinsam gestaltet und geschützt werden. Gerade angesichts internationaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen sei ein geeintes Europa wichtiger denn je. Europa verstehe sich als Wertegemeinschaft auf Grundlage von Demokratie, Freiheit, Menschenwürde und Solidarität.
Zugleich betonte Götz, dass Europa in Veitshöchheim ganz konkret erlebbar sei. Bereits im 17. Jahrhundert seien Gartenkünstler aus verschiedenen europäischen Ländern nach Veitshöchheim gekommen, um den Hofgarten anzulegen. Auch die Mitteleuropäische Gasleitung verlaufe direkt am EU-Mittelpunkt vorbei. Mit dem Standort des Stabes der 10. Panzerdivision sei Veitshöchheim zudem eng mit europäischer Zusammenarbeit innerhalb der Bundeswehr verbunden – unter anderem durch die deutsch-französische Brigade und die 13. niederländische leichte Brigade. Selbst der Ortspatron, der heilige Vitus, stamme aus Sizilien und stehe damit symbolisch für europäische Verbindungen.
Götz erinnerte außerdem an die Entstehung des EU-Mittelpunktes nach der Brexit-Entscheidung 2017. Noch bevor Großbritannien offiziell aus der Europäischen Union austrat, habe die Gemeinde die Fläche in Gadheim gepachtet, um dort ein sichtbares Zeichen europäischer Einheit zu schaffen. Entwürfe seien gemeinsam mit dem Institut für Landespflege der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau entwickelt und anschließend mit Unterstützung des Bauhofs sowie des Markushofs in Gadheim umgesetzt worden. Auch Jugendliche aus Gadheim hätten dabei aktiv mitgewirkt. In der Brexit-Nacht am 31. Januar 2020 rückte Gadheim international in den Fokus und war unter anderem in den Tagesthemen sowie im japanischen und chinesischen Fernsehen präsent.
Als weiteres europäisches Projekt verwies Götz auf den „Narrerholungsweg“ mit Witzen aus allen EU-Staaten, der Besucher durch die fränkische Heimat führt und Europa auf humorvolle Weise erlebbar macht.
Auch Oberbürgermeister Martin Heilig bezeichnete Gadheim als symbolträchtigen Ort, an dem sichtbar werde, dass Europa nicht nur auf Landkarten existiere, sondern vor allem im täglichen Miteinander der Menschen. Besonders würdigte er die gemeinsame Sternfahrt zum Europatag als Zeichen für Begegnung, Dialog und aktives Mitgestalten Europas. Er dankte ausdrücklich dem Verein für Städtepartnerschaften Ochsenfurt, der Europa-Union sowie der Stadt Würzburg für die Organisation und Unterstützung der Veranstaltung. Gerade in der aktuellen Zeit sei es ihm wichtig gewesen, persönlich vor Ort ein Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität zu setzen.
Besonders bewegend schilderte Heilig seinen Besuch vor wenigen Wochen in Würzburgs ukrainischer Partnerstadt Lviv/Lemberg. Dort habe er erlebt, wie stark die Auswirkungen des Krieges den Alltag der Menschen prägen. Zugleich zeigte er sich beeindruckt vom Zusammenhalt der ukrainischen Gesellschaft und vom entschlossenen Einsatz für Freiheit und Demokratie. Heilig übermittelte den Gästen die große Dankbarkeit aus der Ukraine für die Unterstützung und Solidarität aus Deutschland und Europa. Konkret verwies er auf Hilfsprojekte wie den Neubau eines Krankenhauses und eines Hauses für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die gemeinsam umgesetzt würden.
Mit Blick auf den Krieg in Europa und im Nahen Osten, zunehmende Polarisierung sowie hybride Bedrohungen und Informationsangriffe betonte Heilig, Europa sei „kein Selbstläufer“, sondern ein Versprechen, das täglich neu eingelöst werden müsse. Der 8. Mai als Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs mahne dazu, Frieden und Demokratie aktiv zu verteidigen. In diesem Zusammenhang sprach er auch die Rolle der Bundeswehr und der internationalen Zusammenarbeit innerhalb Europas an. Noch vor wenigen Jahren wäre die Bedrohung Europas vielen nicht in diesem Ausmaß bewusst gewesen.
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Zugleich machte Heilig deutlich, dass ihm Veranstaltungen wie das Europa-Picknick Hoffnung gäben. Die zahlreichen Partnerschaftsgruppen und Initiativen würden Europa tagtäglich leben und Brücken zwischen Menschen und Nationen bauen. Er dankte allen Ehrenamtlichen und Engagierten, die sich in den Kommunen für Europa einsetzen.
Abschließend rief Heilig dazu auf, Dialog, Verständigung und gegenseitigen Respekt zu stärken und sich gegen Spaltung und Hetze zu stellen: Wer Hass und Polarisierung schüre, wolle Demokratie und Freiheit in Europa schwächen. Europa lebe dagegen von Vielfalt, Internationalität und Solidarität.
Beide Redner dankten den Organisatoren und Unterstützern der Veranstaltung, darunter dem Büro für EU-Angelegenheiten der Stadt Würzburg, dem Verein für Städtepartnerschaften Ochsenfurt sowie der Europa-Union Bayern. Ihr Engagement mache Europa vor Ort sichtbar und lebendig.
Zum Abschluss wünschten beide Redner den Gästen ein inspirierendes Europa-Picknick mit guten Gesprächen, Musik, Begegnungen und einem starken Gefühl europäischer Gemeinschaft. Bürgermeister Götz schloss mit den Worten: „Europa verbindet. Es lebe Europa – und herzlich willkommen in Veitshöchheim.“
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In ihrem persönlichen Wortbeitrag sprach dann die Gadheimer Landwirtin Karin Kessler über die besondere Bedeutung des EU-Mittelpunktes auf ihrem Acker in Gadheim. Während viele Menschen sich darüber freuten, dass der Mittelpunkt Europas auf ihrem Grundstück liege, habe ihr Vater dies mit gemischten Gefühlen betrachtet. Er musste bereits mit 16 Jahren in den Zweiten Weltkrieg ziehen und habe dadurch erfahren, wie kostbar Frieden sei. Deshalb sei es wichtig, das friedliche Europa und die Europäische Union bewusst zu feiern.
Kessler verwies zudem auf die hinter dem EU-Mittelpunkt angelegte Blühwiese, die symbolisch für die Vielfalt der Europäischen Union stehe. Besucher könnten dafür Blühpatenschaften übernehmen oder verschenken und damit ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt setzen.
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Quasi die Festrede zum Europatag hielt Dr. Reinhard Schaupp aus Hammelburg mit einem historischen und politischen Beitrag, in dem er die Bedeutung Europas, der Demokratie und der Städtepartnerschaften in den Mittelpunkt stellte.
Der Bezirksvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende der Europa-Union erinnerte an historische Orte und Ereignisse, die verdeutlichten, wie eng Kultur und Barbarei, Freiheit und Unfreiheit in Europa beieinanderliegen können. Beispielhaft verwies er auf den Burgberg im slowakischen Trenčín, wo während des Zweiten Weltkriegs demokratische Widerstandskämpfer sowie jüdische Bürger von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Ebenso zog er die Verbindung zu Weimar und dem nahegelegenen Konzentrationslager Buchenwald. Dort seien nach 1945 unter dem kommunistischen Regime erneut politische Gegner inhaftiert worden. Freiheit und Unterdrückung lägen in der europäischen Geschichte oft dicht nebeneinander.
Mit Blick auf die europäische Einigungsbewegung erinnerte Schaupp an das Jahr 1946 als entscheidenden Wendepunkt. In Hertenstein in der Schweiz hätten europäische Vordenker ein Programm für ein friedliches, föderales, demokratisches und rechtsstaatliches Europa entwickelt. Im selben Jahr seien die Europa-Union Deutschland sowie die Union Europäischer Föderalisten gegründet worden. Gleichzeitig erinnerte er an eine Rede des britischen Staatsmannes Winston Churchill in Zürich, in der dieser die Jugend Europas zu einem Zusammenschluss der europäischen Staaten aufgerufen hatte.
Vier Jahre später habe der französische Außenminister Robert Schuman mit der Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950 den Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt. Schaupp bezeichnete die Erklärung als „Geburtsurkunde Europas“ und erinnerte daran, dass sich die Gäste des Europa-Picknicks am Mittelpunkt eben dieser Europäischen Union versammelt hätten.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die Charta von Paris von 1990, in der sich die europäischen Staaten nach dem Ende des Kalten Krieges zu Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit bekannten. Viele Menschen hätten damals geglaubt, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit würden sich dauerhaft weltweit durchsetzen. Diese Hoffnung habe sich jedoch als zu optimistisch erwiesen.
Schaupp warnte eindringlich vor aktuellen Gefahren für Demokratie und Freiheit. Europa sei zwar weiterhin ein „Hort der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, gleichzeitig nehme aber der Autoritarismus, Rechtsnationalismus und Rechtsextremismus wieder zu. Auch Antisemitismus und populistische Strömungen bedrohten die demokratischen Grundlagen Europas.
Unter Bezug auf die deutsch-amerikanische Philosophin Hannah Arendt betonte Schaupp die Bedeutung persönlicher und politischer Freiheit. Europa müsse ein demokratisches, vielfältiges und zugleich handlungsfähiges Europa bleiben. Gerade deshalb sei es wichtig, öffentlich Haltung zu zeigen und sich aktiv für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und europäische Zusammenarbeit einzusetzen.
In diesem Zusammenhang hob Schaupp auch die Bedeutung der Städtepartnerschaften hervor. Sie seien gelebtes Europa im Alltag und stärkten den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen den Menschen über nationale Grenzen hinweg.
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Bezirksrat Gerhard Müller, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees des Bezirks Unterfranken rief die 40jährige Geschichte der Regionalpartnerschaft Unterfranken mit dem Calvados in Erinnerung: Am 27. September 1986 wurden im Schloss Bénouville und am 9. Mai 1987 in der Residenz zu Würzburg die Urkunden unterschrieben, die die Partnerschaft offiziell besiegeln.
- Insgesamt gibt es in Unterfranken rund 191 dokumentierte Städte- und Gemeindepartnerschaften
- Beteiligt sind dabei rund 100 unterfränkische Kommunen, Städte, Märkte und Landkreise, da zahlreiche Gemeinden mehrere internationale Partnerschaften pflegen.
- Davon entfallen:
- über 58 % auf Frankreich
- etwa 26 % (41) allein auf das Département Calvados
Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Partnerschaften nicht nur auf große Städte wie Würzburg, Aschaffenburg oder Schweinfurt konzentrieren, sondern in außergewöhnlich hohem Maße auch von kleineren Gemeinden getragen werden. Die Zahlen zeigen die besonders enge historische, kulturelle und bürgerschaftliche Verbindung Unterfrankens mit der Normandie beziehungsweise dem Département Calvados.
Müller ging besonders auch auf das Leistungsspektrum des Referats für Europäische Partnerschaften des Bezirks Unterfranken ein. Dieses ist zentrale Beratungs-, Koordinations- und Förderstelle für kommunale und zivilgesellschaftliche Partnerschaften – mit besonderem Fokus auf das Département Calvados sowie weitere europäische Partnerregionen.
Es unterstützt Kommunen, Schulen, Bildungseinrichtungen, Berufsverbände und Vereine bei der Partnersuche, dem Aufbau erster Kontakte sowie der Planung von Begegnungsprogrammen. Zudem berät das Referat umfassend zu Finanzierungsmöglichkeiten, Förderprogrammen und Zuschüssen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Organisation von Austauschprojekten, insbesondere im Jugend- und Kulturbereich. Dazu zählen Begegnungen von Jugendlichen und Multiplikatoren, der Austausch von Musik-, Tanz- und Künstlergruppen, Praktikumsvermittlungen sowie Projekte im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps. Ergänzt wird dies durch kulturelle Veranstaltungen, Wettbewerbe und Bildungsangebote rund um die französische Sprache.
Zur nachhaltigen Stärkung der Partnerschaften vergibt das Referat jährlich einen Partnerschaftspreis und fördert gezielt den Spracherwerb durch Fortbildungen, schulische Programme, Wettbewerbe und Materialien für Kitas und Grundschulen.
Als Vernetzungsstelle begleitet es zudem alle Partnerkommunen Unterfrankens, organisiert Fachveranstaltungen, Seminare und Begegnungen und stellt kontinuierlich Informationen sowie Förderberatung bereit. Damit trägt das Referat wesentlich zur lebendigen und langfristigen Entwicklung der europäischen Partnerschaftsarbeit in Unterfranken bei.
Details siehe Broschüre "Partnerschaftsforum-Unterfranken 2026 - Informationen zu Fördermöglichkeiten und Aktivitäten (nachstehender Link auf pdf.Datei):
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Kulturelle Beiträge
Auch musikalisch setzte Veitshöchheim Akzente. Der Gitarrist Bernhard von der Goltz, fest in der lokalen Kulturszene verwurzelt, bereicherte das musikalische Programm solistisch mit seiner Frau seiner Frau Claudia, u.a. mit dem bekannten Song von Cat Stevens "If You Want To Sing Out, Sing Out", ein Lied über Freiheit und Selbstbestimmung.
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Die Klangkulisse der Europakundgebung gestalteten weiter zwischen den Reden das COLLEGIUM MUSICUM IUVENALE (CMI) aus Ochsenfurt mit Liedern wie "Enjoy the life " un d das Mantra-Lied mit der indischen Grußformel "Namaste" sowie
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das ukrainische Vokalensemble "FAINO" (übersetzt: "wunderbar"). Chorleiterin Viktoriia Hromova und ihre Sängerinnen brachten die Liebe zum ukrainischen Lied auf wunderbare Weise zum Ausdruck.
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Die inklusiv mit dem von ihr 1981 gegründeten Collegium Musicum Iuvenale Ochsenfurt arbeitende Musikpädagogin und CMI-Orchesterleiterin Dr. Astrid Eitschberger, Gattin des neugewählten Ochsenfurter Bürgermeister Bert Eitschberger (SPD), setzt sich bis heute als Vorreiterin des interkulturellen Austausches über Altersklassen, Instrumente und Behinderungen beim Erlernen von Instrumenten hinweg. Dafür erhielt sie im Jahr 2024 den Kulturpreis des Landkreises Würzburg. Im Bild dirigiert sie die Sängerin Bénédicte Ndota aus Kinshasa im Kongo, die seit Ende letzten Jahres in Deutschland zu Gast ist um hier Deutsch zu lernen, die europäische Musikkultur kennenzulernen und danach ein Praktikum zu machen. Das CMI unterhält seit 2010 mit der Kinshasa Kinderhilfe e.V. eine intensive Zusammenarbeit.
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Die Kongolesin begeisterte beim Europa-Picknick mit ihrer ausdrucksvollen Stimme, erhielt stürmischen Applaus.
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Im Bild schwingen zu ihrem Lied Bürgermeister Jürgen Götz und MdL Volkmar Halbleib ein Europafähnchen.
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Die Teilnahme des ukrainischen Frauenchors setzte ein bewusstes Zeichen: Der Fortbestand der Ukraine als demokratischer Staat wurde von den Veranstaltern als zentral für die Zukunft Europas gesehen.
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Zum Abschluss wurde gemeinsam mit Gästen getanzt.
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Ein kulinarischer Höhepunkt waren die Spezialitäten aus der traditionellen ukrainischen Küche, frisch zubereitet von Frauen der Ukraine-Hilfe Würzburg, im Bild mit OB Martin Heilig.
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Frauen der Ukraine Hilfe Würzburg mit ihrer Sprecherin Olena Zaitseva und Sängerinnen des ukrainischen Vokalchors FANO Würzburg unter der Leitung der Klavierlehrerin Viktoriia Hromova (Bildmitte).
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Der Erlös aus dem Essensverkauf kommt ebenso wie die Einnahmen der Tombola Hilfsprojekten in der Ukraine zugute.
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Mitmachangebote
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Die Physiotherapeutin Brigitte Schraudolph aus Ochsenfurt, die in ihrer Freizeit der Malerei als Hobby frönt, hatte anlässlich der Europatagkundgebung am EU-Mittelpunkt die Teilnehmenden zu einer Kreativaktion eingeladen und auf der ein Quadratmeter großen Leinwand ein Kästchen farblich zu gestalten.
Auf dem Foto links im Hintergrund die Protagonisten der Europakundgebung v.r. Moderator und Initator Werner Binnen vom veranstaltenden Verein Städtepartnerschaften Ochsenfurt, Bezirksrat Gerhard Müller (Vorsitzender Partnerschaftskomitee Bezirk Unterfranken) und Dr. Reinhard Schaupp (Bezirksvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union aus Hammelburg).
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Vertreten war mit einem Stand auch die Würzburger Regionalgruppe von Pulse of Europe, eine überparteiliche Bürgerinitiative, die sich seit 2016 für ein vereintes, demokratisches Europa engagiert. Beim Europapicknick in Gadheim im Einsatz war das sogenannte EUrometer („Pulsometer“): eine interaktive Mitmachaktion. Sie bot Gästen die Möglichkeit, ihre Haltung zu europäischen Fragen sichtbar zu machen und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft Europas zu beteiligen.
Vorstellung von beispielgebenden Projekten
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Das Gymnasium Veitshöchheim stellet seine erfolgreichen Schüleraustauschprogramme vor und zeigte, wie Europa im Alltag junger Menschen gelebt wird. So fand im Rahmen des Erasmus+-Programms in diesem Schuljahr erneut der Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Veitshöchheim und der Partnerschule in Hranice (Tschechien) statt. Darüber berichteten beim Europapicknick am EU-Mittelpunkt Lehrer Christian Keller und die Schülerinnen Elisabeth Knorr und Paulina Emmerling. Insgesamt nahmen 24 Schüler an dem Projekt teil. Begleitet und organisiert wurde der Austausch von den Lehrkräften Christian Keller und Kristin Paulics.
Im März besuchten die tschechischen Gäste Veitshöchheim und Würzburg. Auf dem abwechslungsreichen Programm standen unter anderem gemeinsame Unterrichtsbesuche, Sport- und Kochabende, Besichtigungen der Würzburger Residenz, des Nürnberger Justizpalastes sowie Gespräche mit Bürgermeister Jürgen Götz und Landrat Thomas Eberth. Besonders wichtig waren dabei das gegenseitige Kennenlernen, der interkulturelle Austausch und das gemeinsame Erleben des Alltags in Deutschland.
Im April folgte der Gegenbesuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Hranice. Dort erkundete die Gruppe unter anderem die Städte Ostrava und Olomouc, besuchte historische Sehenswürdigkeiten, Technikmuseen und Höhlenanlagen und erhielt spannende Einblicke in das tschechische Schulsystem und Familienleben. Auch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Sport, Bowling und Stadtbesichtigungen stärkten die entstandenen Freundschaften.
Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie Erasmus+ junge Menschen aus verschiedenen Ländern verbindet und europäische Werte lebendig macht. Für alle Beteiligten bleiben die beiden Wochen voller gemeinsamer Erlebnisse, neuer Perspektiven und unvergesslicher Begegnungen in besonderer Erinnerung.
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Auch das Jugendzentrum Veitshöchheim brachte seine internationalen Kontakte zur Partnergemeinde Greve in Chianti in das Programm der Europakundgebung am EUM ein. Der Jugendpfleger der Gemeinde Veitshöchheim Pascal Mader stellte so die erst vom 23. bis 27. April 2026 erfolgte Jugendbegegnung in der Toskana vor, die die Städtepartnerschaft zwischen Veitshöchheim und Greve in Chianti eindrucksvoll mit Leben füllte. 29 Jugendliche waren gemeinsam mit Gemeindevertretern nach Italien gereist um Geschichte, Kultur und europäische Freundschaft hautnah zu erleben.
Neben Begegnungen mit italienischen Jugendlichen standen gemeinsame Ausflüge nach Siena und Panzano, ein Workshop zu Erinnerungskultur und Umweltschutz sowie die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum italienischen „Tag der Befreiung“ auf dem Programm. Besonders bewegend war die Wanderung entlang des „Sentiero della Memoria“, bei der an die Verbrechen der Wehrmacht erinnert wurde.
Mader hob hervor, wie intensiv sich die Jugendlichen mit Geschichte, Verantwortung und europäischem Zusammenhalt auseinandergesetzt haben.
Die Reise endete mit vielen neuen Freundschaften und dem Ausblick auf ein Wiedersehen im Oktober 2026 in Veitshöchheim. Das Austauschprojekt wurde bereits mit dem „Preis der Präsidenten für deutsch-italienische kommunale Zusammenarbeit“ ausgezeichnet und durch das Auswärtige Amt gefördert.
Foto Jugendzentrum Veitshöchheim
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Die Mittelschule Veitshöchheim unterhält seit 2014 einen regen Schüleraustausch mit einer italienischen Partnerschule. Unmittelbar vor den Osterferien waren dieses Jahr 19 Schüler der Scuola Media di Greve gemeinsam mit drei Lehrkräften in Veitshöchheim sechs Tage zu Gast. Seit 2022 der Schüleraustausch als Erasmus-Projekt von der Europäischen Union gefördert.
Foto Mittelschule
Diese drei Praxisbeispiele machen deutlich: Europa ist in Veitshöchheim keine abstrakte Idee, sondern gelebte Realität – vor allem für die junge Generation.
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Beim Europäische Wettbewerb 2025 war das Matthias-Grünewald-Gymnasium erneut sehr erfolgreich: Vier Arbeiten wurden auf Landesebene ausgezeichnet, eine davon sogar zur Bewertung auf Bundesebene weitergeleitet. Unter dem Motto „Europa – aber sicher?“ setzten sich unter der Regie der StDin Britta Habersack zwei Klassen der 7. Jahrgangsstufe kreativ mit Zukunftsfragen auseinander. Die Klasse 7d gestaltete eine Stadtlandschaft mit Bauwerken aus verschiedenen Jahrhunderten - wie oben am Bauzaun am EUM dokumentiert - und ging damit der Frage nach, was für die Zukunft bewahrt werden sollte und wie dies gelingen kann. Die Klasse 7c stellte Europa als schützenswerte Fantasiepflanze dar, die Vielfalt und gemeinsame Werte symbolisiert. Mit viel Kreativität entwarfen die Schülerinnen und Schüler Kombinationen aus Pflanze und Architektur, die sich an menschliche Bedürfnisse anpassen und mitwachsen können. Ihre Idee: „Bionische Architektur“ könnte künftig mithilfe künstlicher Intelligenz nachhaltigeres Bauen und Nutzen von Gebäuden ermöglichen.
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Für zehn Gruppen u.a. aus Uffenheim, Kitzingen, Ochsenfurt und Schweinfurt war es eine „Sternfahrt“ mit dem Fahrrad zum Europa-Picknick, darunter war auch das französiche Partnerschaftskomitee aus Hettstadt mit Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher - das seit 1987 eine Partnerschaft mit Argences im Calvados, nahe Caen pflegt.
Fotos Dieter Gürz