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Lionsclub-Laptop-Spende für Mapanda: Schulpartnerschaft des Gymnasiums Veitshöchheim wird digital ausgebaut

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der Besuch der tansanischen Gäste im vergangenen Jahr zeigt weiterhin Wirkung: Mit der Übergabe von zehn Laptops an den Förderverein Tushikane e.V. wird die noch junge Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Veitshöchheim und der Kihansi Secondary School in Mapanda weiter vertieft – und erstmals auch digital auf eine neue Ebene gehoben.

Übergabe mit Blick in die Zukunft

Am Mittwoch wurden die Geräte offiziell am Gymnasium übergeben. Ermöglicht wurde die Spende durch den Lions Club Löwenbrücke Würzburg, der zusätzlich auch Kameras für die Laptops finanzierte.

An der Übergabe nahmen teil v.l.n.r. die Lehrkräfte Bernadette Sicheneder und Harry Hirsch, Veitshöchheims 3. Bürgermeister Steffen Mucha, Schulleiter Dr. Bernhard Brunner, der Vorsitzende von Tushikane, Stephen Makinya, die im Arbeitskreis Afrika neu aktiven Schülerinnen Rebecca Müller, Cara Schmeller, Kara Mack und Amelie Schömig, der Vertreter des Lions Clubs, Josef Seis und die Afrika-Arbeitskreisleiterin Katharina Weikert.

Die Spende soll die digitale Ausstattung der Partnerschule in Afrika deutlich verbessern und neue Möglichkeiten für Unterricht und Austausch schaffen.

 

Lehrerin Katharina Weikert betonte zu Beginn der Veranstaltung die nachhaltige Entwicklung der Initiative: „Der Arbeitskreis Afrika hat sich gegründet und wir haben überlegt, wie man in Kontakt bleiben kann.“ Dabei seien bereits kreative Austauschformate entstanden. So tauscht etwa die Jongliergruppe von Lehrer Harry Hirsch regelmäßig „Tricks des Monats“ per Video mit der Partnerschule aus: „Eine Gruppe macht etwas vor – und die andere muss zeigen, dass sie es auch kann.“

Gleichzeitig wächt eine neue Generation in das Projekt hinein. Während die ursprünglichen Teilnehmenden derzeit ihr Abitur absolvieren, engagieren sich inzwischen Schülerinnen aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 im Arbeitskreis Afrika, im Bild v.l.n.r. Amelie Schömig, Kara Mack, Lehrerin Katharina Weikert, Rebecca Müller und Cara Schmeller.

Neue Möglichkeiten durch Digitalisierung

Welche Chancen die Spende eröffnet, schilderte Schülerin Cara Schmeller: „Dass wir jetzt die Laptops und Kameras haben, macht viele Dinge überhaupt erst möglich.“ So plane man unter anderem gemeinsame Online-Unterrichtseinheiten: „Wir wollen uns im Englischunterricht zusammenschalten und direkt miteinander kommunizieren.“ Auch gemeinsame Aktionen wie Sport- oder Tanz-Challenges seien angedacht, um den Austausch lebendig zu halten.

 Transport nach Tansania bereits geplant

Der Vorsitzende von Tushikane e.V., Stephen Makinya, kündigte an, dass die Geräte zeitnah ihren Weg nach Afrika finden werden: „Nächste Woche fliegt eine Delegation nach Mapanda – die kann die Laptops direkt mitnehmen.“ Ziel sei es, die digitale Ausstattung der Schule nachhaltig zu verbessern: „Computer und Digitalisierung sind heute entscheidend. Viele junge Menschen haben dort noch keinen Zugang dazu.“

Makinya, selbst aus Mapanda stammend, unterstrich die Bedeutung der Unterstützung: Seit 15 Jahren engagiere sich der Verein bereits für die Schule vor Ort. „Die Schüler sind unglaublich neugierig und begabt – aber es fehlt an Material.“ Die Spende sei daher ein wichtiger Schritt: „Es reicht noch nicht für alle, aber wir können damit anfangen.“

Engagement aus dem Lions Club

Wie es zur Unterstützung kam, erläuterte Josef Seis vom Lions Club Löwenbrücke: Auslöser sei ein Vortrag von Katharina Weikert gewesen, der großes Interesse geweckt habe. „Als wir gehört haben, dass es an Hardware fehlt, sind wir aktiv geworden.“ Zehn Laptops gehen nun nach Mapanda.

Besonderen Wert legte der Club auf eine sichere und nachhaltige Ausstattung: „Alle Festplatten wurden entfernt und die Geräte mit Linux als Open-Source-System ausgestattet – so gibt es keine Datenschutz- oder Lizenzprobleme.“ Die Finanzierung der Kameras sei zudem einstimmig beschlossen worden.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Schulleiter Bernhard Brunner hob die Bedeutung der persönlichen Begegnung hervor: „Solche Projekte zeigen, dass es keine Einbahnstraße ist, sondern ein echtes Geben und Nehmen.“ Gerade der direkte Kontakt zwischen den Schülern schaffe Verständnis und Empathie. Die neuen technischen Möglichkeiten seien dabei ein wichtiger Baustein: „Über Videochats können wir die geografische Distanz überbrücken.“

Lob aus der Gemeinde

Auch Veitshöchheims 3. Bürgermeister Steffen Mucha würdigte das Engagement aller Beteiligten: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Einsatz hier über Kulturen hinweg zusammengearbeitet wird.“ Besonders hob er die Rolle der Schüler hervor und ermutigte sie, sich weiterhin aktiv einzubringen: „Genau solche Projekte zeigen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist.“

Begegnung als Ausgangspunkt

Die aktuelle Unterstützung knüpft an eine intensive Begegnung im Herbst 2025 an: Damals begrüßte das Gymnasium eine Delegation der Kihansi Secondary School aus Mapanda. Nach einer langen Anreise wurden die Gäste vor rund 800 Schülern empfangen – begleitet von einem vielseitigen Willkommensprogramm mit Musik, Chor und Schülerbeiträgen.

Der Besuch war der Gegenbesuch zu einer Reise der Veitshöchheimer Lehrkräfte Katharina Weikert, Harry Hirsch, Bernadette Sicheneder und Kristin Paulics mit acht Schülern der nunmehrigen Q13 nach Tansania im Mai 2025. Vor Ort hatten sie Einblicke in den Schulalltag gewonnen, gemeinsam Projekte umgesetzt und persönliche Kontakte geknüpft.

Schulpartnerschaft im Aufbau

Initiatorin der Partnerschaft ist Lehrerin Katharina Weikert, die durch ihre eigene Biografie eng mit Ostafrika verbunden ist. Gemeinsam mit Kollegen und Schülern verfolgt sie im Arbeitskreis Afrika das Ziel, eine langfristige Zusammenarbeit zwischen beiden Schulen aufzubauen.

Ein zentrales Element dieser Kooperation war das Projekt „Spiegelbeet“ in Zusammenarbeit mit der LWG in Veitshöchheim, bei dem beide Schulen parallel nachhaltige Anbauflächen angelegt haben. Für dieses Engagement wurde das Gymnasium Veitshöchheim bereits mit dem Klima- und Umweltschutzpreis der Gemeinde ausgezeichnet.

Auszeichnung und Perspektiven

Auch überregional fand das Projekt Anerkennung: Für „Bayern goes Mapanda“ erhielt die Schule den Förderpreis der Stiftung Bildung und wurde für einen bundesweiten Publikumspreis nominiert.

Mit der Laptop-Spende wird ein weiterer Grundstein gelegt. Oder, wie es Stephen Makinya formulierte: „Es ist ein Anfang – und jeder Anfang bringt uns weiter.“

Fotos Dieter Gürz

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