Abschied aus Veitshöchheim: Oberstleutnant Karsten Dyba verlässt die Pressestelle der 10. Panzerdivision in Richtung Litauen
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Nach mehreren Jahren engagierter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die 10. Panzerdivision verabschiedet sich Oberstleutnant Karsten Dyba aus seiner Funktion in der Pressestelle in Veitshöchheim. In einer E-Mail dankte er für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit und kündigte zugleich seinen nächsten beruflichen Schritt an: Ab Montag wird Dyba in Litauen eingesetzt sein.
Brücke zwischen Bundeswehr und Öffentlichkeit
Über Jahre hinweg war Karsten Dyba in Veitshöchheim eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen der 10. Panzerdivision und der regionalen Öffentlichkeit. Ob Übungen, Besuche hochrangiger Militärs oder Entwicklungen im Zuge der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“ – Dyba sorgte dafür, dass die Öffentlichkeit Einblicke in die Arbeit des Großverbandes erhielt.
Mit Sachkenntnis, Geduld und großer Offenheit pflegte er den Kontakt zu Journalisten und lokalen Medien. Viele Berichte über das Leben und Arbeiten der Soldaten am Standort Veitshöchheim wurden durch seine Unterstützung erst möglich.
Seine Tätigkeit beschränkte sich dabei keineswegs nur auf klassische Pressearbeit – immer wieder brachte er eigene Ideen ein, um Geschichte und Gegenwart der Garnison lebendig zu vermitteln.
Herzblutprojekt: 60 Jahre Balthasar-Neumann-Kaserne
Ein besonderes Beispiel dafür war die Feier zum 60-jährigen Bestehen der Balthasar-Neumann-Kaserne im November vergangenen Jahres. Dyba gehörte zu den treibenden Kräften bei der Organisation dieses Jubiläums.
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Mit großem Engagement hatte er im Vorfeld Zeitzeugen ausfindig gemacht, Gespräche geführt und Erinnerungen aus sechs Jahrzehnten Standortgeschichte zusammengetragen. Beim Festakt in den Mainfrankensälen Veitshöchheim moderierte er selbst einen besonderen Programmpunkt: Fünf Zeitzeugen, u.a. Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz berichteten im Interview mit ihm über ihre persönlichen Erlebnisse aus verschiedenen Epochen der Garnison.
Die Geschichten reichten von den Anfangsjahren der Kaserne in den 1960er-Jahren über die Zeit des Kalten Krieges bis hin zu den internationalen Einsätzen der Gegenwart. Für viele Gäste wurde dieser lebendige Blick zurück zu einem der bewegendsten Momente der Jubiläumsfeier.
Ein Abschied, der auch in Veitshöchheim spürbar sein wird
Mit dem Weggang von Oberstleutnant Karsten Dyba verliert nicht nur die Pressestelle der 10. Panzerdivision einen erfahrenen Offizier – auch für viele Leser von Veitshöchheim News endet damit eine vertraute Verbindung zur Bundeswehr vor Ort.
Immer wieder war es Dyba, der den Veitshöchheimern einen Blick hinter die Kasernentore der Balthasar-Neumann-Kaserne ermöglichte. In eigenen Berichten informierte er regelmäßig über das Geschehen rund um die 10. Panzerdivision, deren Stab seit Juni 2014 in Veitshöchheim stationiert ist. Ob große NATO-Übungen, internationale Zusammenarbeit oder Veränderungen innerhalb der Bundeswehr – er erklärte Hintergründe, ordnete Entwicklungen ein und machte verständlich, was sonst oft hinter militärischen Fachbegriffen verborgen bleibt.
Gerade in einer Zeit wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen war diese transparente Kommunikation ein wichtiger Beitrag, um das Verständnis zwischen Bundeswehr und Bevölkerung zu stärken. Viele Beiträge auf Veitshöchheim News über Übungen, Besuche oder besondere Ereignisse in der Kaserne entstanden direkt aus seiner Initiative oder mit seiner Unterstützung.
Dabei blieb Dyba stets nahbar: offen für Fragen, zuverlässig in der Zusammenarbeit und mit spürbarer Leidenschaft für seine Aufgabe als Vermittler zwischen Militär und Öffentlichkeit.
Wenn er nun nach Litauen aufbricht, bleibt in Veitshöchheim mehr zurück als nur ein frei gewordener Posten in der Pressestelle. Es bleibt die Erinnerung an einen Offizier, der mit Engagement, Sachverstand und persönlicher Zugewandtheit dazu beigetragen hat, dass die Menschen vor Ort „ihre“ Division besser kennenlernen konnten.
Alles Gute für die neue Aufgabe im internationalen NATO-Umfeld – und adieu, Herr Oberstleutnant Dyba.
Fotos Dieter Gürz
„Warfighter“ als Höhepunkt eines langen Weges
Mit seinem Abschiedsgruß verband der Offizier zugleich die Bitte um Veröffentlichung eines aktuellen Berichts aus seiner Feder über die Teilnahme der 10. Panzerdivision an der US-amerikanischen Übungsserie „Warfighter 26“ auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
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Der Beitrag stellt den litauischen Austauschoffizier Oberstleutnant i.G. Mindaugas N. in den Mittelpunkt, der die Division über mehrere Jahre hinweg auf ihrem Weg zur sogenannten „Warfighting Division“ begleitet hat.
Für den litauischen Offizier endet mit der Übung „Warfighter 26“ in Grafenwöhr eine prägende Zeit in Deutschland. Dreieinhalb Jahre arbeitete er im Stab der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim – insgesamt sogar sechseinhalb Jahre verbrachte er in Deutschland.
„Das ist auch die Krönung meiner Dienstzeit hier in Deutschland“, sagt er mit Blick auf die abschließende Übungsphase. Für die 10. Panzerdivision ist die Teilnahme ebenfalls von besonderer Bedeutung: Sie ist der erste deutsche Großverband, der an dieser US-amerikanischen Übungsreihe teilnimmt, die der Zertifizierung als voll einsatzfähige Gefechtsdivision dient.
Von Vilnius nach Veitshöchheim
Der Weg des litauischen Offiziers nach Deutschland begann bereits in seiner Heimatstadt Vilnius. Dort arbeitete er zunächst als Pressesprecher des damaligen Generalinspekteurs der litauischen Streitkräfte, Generalleutnant Vytautas Žukas. Dieser hatte selbst eine Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg absolviert und inspirierte damit seinen Mitarbeiter.
Mindaugas N. folgte diesem Beispiel: Er erhielt zunächst eine Sprachausbildung beim Bundessprachenamt in Hürth, absolvierte anschließend den 17. streitkräftegemeinsamen Generalstabslehrgang in Hamburg und studierte an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr.
Als schließlich die Entscheidung fiel, ihn als Austauschstabsoffizier zur 10. Panzerdivision nach Veitshöchheim zu entsenden, stand für ihn schnell fest, dass er die Chance nutzen wollte. „Wenn wir schon einmal hier sind, warum nicht länger bleiben und die erworbenen Kenntnisse weiter vertiefen?“, sagte er damals zu seiner Familie.
Zeitenwende im Divisionsstab miterlebt
Während seiner Dienstzeit in Veitshöchheim erlebte der litauische Offizier eine Phase tiefgreifender Veränderungen innerhalb der Bundeswehr und der NATO. Die sicherheitspolitische „Zeitenwende“ führte zu einer Neuausrichtung der Streitkräfte und zu einer stärkeren Konzentration auf Bündnisverteidigung.
Auch die 10. Panzerdivision wurde in dieser Zeit neu ausgerichtet: Sie entwickelte sich zur sogenannten „Warfighting Division“, die im Rahmen der NATO-Abschreckung eine wichtige Rolle an der Ostflanke des Bündnisses übernimmt.
Zu den bedeutenden Entwicklungen gehörten unter anderem:
- 🔫 die Unterstellung der niederländischen 13. Leichten Brigade,
- 🔫 der Aufbau einer neuen Brigade in Litauen,
- 🔫 zahlreiche internationale Übungen – auch im Baltikum,
- 🔫 sowie die mehrjährige Vorbereitung auf die Übungsserie „Warfighter“.
In dieser Phase arbeitete Mindaugas N. in verschiedenen Bereichen des Divisionsstabes mit. Unter anderem war er an der Übungsplanung in der Abteilung G7 beteiligt sowie an der taktischen Verteidigungsplanung der NATO-Ostflanke im Bereich G3/5.
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Bereiten sich im Stab der 10. Panzerdivision auf die US-Übungsserie „Warfighter“ vor: Oberstleutnant i.G. Mindaugas N. (rechts) mit seinem niederländischen Kameraden Major Addie B. (Mitte) und einem deutschen Kameraden Hauptmann Andreas R. (rechts).
Durch seine Herkunft konnte er dabei eine wichtige Rolle als Verbindungsglied zwischen deutschen und litauischen Streitkräften einnehmen. „Ich kenne das Gelände und das Verteidigungssystem Litauens sehr gut“, erklärt er. „Deshalb war es sinnvoll, dass ich auch an der Planung beteiligt war.“
Neue Erfahrungen auf Divisionsebene
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Oberstleutnant i.G. Mindaugas N. mit seinen deutschen Kameraden bei einer Lagebesprechung im Gefechtsstand der 10. Panzerdivision während der Übung „Warfighter 26“.
Besonders prägend waren für den Offizier die Erfahrungen bei der Übungsserie „Warfighter“. Diese computergestützte Großübung simuliert komplexe militärische Operationen auf Divisionsebene und fordert die beteiligten Stäbe mit einer enormen Menge an Daten und Entscheidungsprozessen.
Für den litauischen Offizier war diese Führungsebene zunächst Neuland. „Mit den US-Streitkräften haben wir schon oft zusammengearbeitet“, sagt er. „Aber noch nicht auf dieser hohen Führungsebene.“
Im Rahmen der Übung durchlief die 10. Panzerdivision bereits 2024 und 2025 mehrere Übungszyklen, bevor nun 2026 die entscheidende Zertifizierung ansteht. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit zur Bündnisverteidigung realitätsnah zu überprüfen.
Vier Wochen Übung in Grafenwöhr
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Multinationale Zusammenarbeit auf Divisionsebene: Oberstleutnant Mindaugas N. (links) mit Oberstleutnant i.G. Florian W. von der Abteilung militärisches Nachrichtenwesen und dem niederländischen Oberstleutnant i.G. Gert-Jan Chrispijn von der Abteilung Planung.
Die Übung „Warfighter 26“ findet auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr statt und dauert insgesamt vier Wochen. Rund 1300 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind daran beteiligt, davon etwa 1000 im taktischen Bereich.
Der Divisionsstab der 10. Panzerdivision stellt rund 400 Soldatinnen und Soldaten für die Gefechtsstände.
Geführt wird die Übung vom V. US-Korps mit Hauptquartier in Fort Knox (Kentucky), das auch eine vorgeschobene Führungsstelle in Posen unterhält.
Das Szenario: Ein Angriff Russlands auf Polen und das Baltikum. NATO-Truppen verteidigen zunächst die Region, bevor das V. Corps eine Gegenoffensive einleitet, um die territoriale Integrität der Bündnispartner wiederherzustellen.
Multinationale Zusammenarbeit im Divisionsstab
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Antreten des Divisionsstabes zum Beginn der Übung „Warfighter 26“: In seiner hellen litauischen Multitarn-Uniform sticht Oberstleutnant i.G. Mindaugas N. aus den Reihen seiner deutschen Kameraden hervor.
In den vergangenen Jahren hat sich der Stab der 10. Panzerdivision zunehmend multinational entwickelt. Neben deutschen Soldaten arbeiten dort auch niederländische und amerikanische Offiziere sowie Austauschpersonal aus Partnerstaaten.
Die Integration der niederländischen 13. Lichten Brigade brachte zusätzliche internationale Expertise in den Stab. Auch für Mindaugas N. war diese Zusammenarbeit eine wichtige Erfahrung.
„Wir arbeiten heute viel häufiger auf Englisch, und das Verständnis für die Arbeitsweise unserer NATO-Partner ist deutlich gewachsen“, sagt er.
Gleichzeitig stellte er fest, dass deutsche Offiziere häufig stark spezialisiert arbeiten, während litauische Stabsoffiziere eher als Generalisten eingesetzt werden – auch eine Folge der unterschiedlichen Größe der Streitkräfte.
Sein Fazit fällt dennoch eindeutig aus:
„Ich habe hier gelernt, wie Management in einer sehr großen Organisation funktioniert. Bei den Deutschen läuft vieles effizienter und professioneller, als sie selbst manchmal glauben.“
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Die Bediener der Computersimulation (Kräfte „Rot“ und „Blau“), die die Lage-Simulation für die übende Truppe steuern.
Abschied fällt schwer
Noch ist nicht endgültig entschieden, welche Aufgabe den Offizier nach seiner Rückkehr nach Litauen erwartet. Sicher ist jedoch, dass der Abschied aus Deutschland und aus Veitshöchheim ihm schwerfallen wird.
Fotos zu Mindaugas: Bundeswehr 1,2 Karsten Dyba, 3,4,5 Stabsfeldwebel Josef Zeitler, 6 Stabsfeldwebel Roberto Valguarnera