Infospaziergang durch das Gewerbegebiet Ost: Entwicklung, Betriebe und künftige Entscheidungen
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Großes Interesse fand der Infospaziergang des CSU-Ortsverbandes Veitshöchheim durch das Gewerbegebiet Ost, der am Nachmittag des 23. Januar stattfand. Ortsvorsitzender Simon Kneitz hieß am Startpunkt "Mehlig & Heller" zahlreiche Bürger willkommen, die sich vor Ort über die Entwicklung des Gewerbestandorts, die ansässigen Unternehmen sowie über aktuelle und anstehende kommunalpolitische Entscheidungen informieren konnten. Begleitet wurde der Rundgang von CSU-Gemeinderatskandidaten mit Bürgermeister Jürgen Götz an der Spitze, der an mehreren Stationen den Sachstand erläuterte und Fragen beantwortete.
Die Erweiterung des Gewerbegebiets Ost wurde im November 2015 abgeschlossen. Die zusätzliche Fläche umfasst rund 8,5 Hektar und wurde in 14 Gewerbegrundstücke mit Größen zwischen 3.500 und 9.100 Quadratmetern aufgeteilt. Inzwischen sind alle Grundstücke vergeben.
Heute sind im Ort laut Götz rund 4.000 Arbeitsplätze angesiedelt, wobei die Zahl der Einpendler die Zahl der Auspendler übersteigt. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts für die Gemeinde und die Region.
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Erste Station des Rundgangs war die NKM Noell Special Cranes GmbH, gegründet im Jahr 2000. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Spezialkrane für industrielle Anwendungen, unter anderem für Walz- und Hüttenwerke, Müllbunker sowie explosionsgeschützte Bereiche, die weltweit eingesetzt werden, auch in Kernkraftwerken für die Installation von Brennelementen.
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Ein zentraler Punkt des Rundgangs war die geplante Erweiterung des Logistikzentrums der Firma Wegmann in der Schleehofstraße. Das Unternehmen ist seit 2006 in Veitshöchheim ansässig und beschäftigt rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Betriebsgelände umfasst mehr als 20.000 Quadratmeter.
Bereits 2017 wurde dem Gemeinderat eine erste Planung vorgestellt. Aufgrund der Gebäudehöhe von 25 Metern war eine Änderung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Ost, Teil 2“ erforderlich. Nach Abschluss der Bebauungsplanänderung erteilte der Hauptausschuss am 20. Januar 2020 das gemeindliche Einvernehmen. Die Baugenehmigung durch das Landratsamt Würzburg folgte am 24. Juni 2020. Das bestehende Hochregallager hat eine Länge von 87 Metern, eine Breite von 30,60 Metern und rund 13.000 Stellplätze.
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Nun soll das Logistikzentrum durch ein zusätzliches Hochregallager erweitert werden. Dieses Vorhaben steht am Dienstag auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Der Neubau schließt nördlich direkt an den Bestand an und wird im Osten durch ein Vorzonengebäude ergänzt (im Hintergrund hinter dem Sperrschild). Das neue Hochregallager ist mit 77,23 Metern Länge, 38,45 Metern Breite und einer Höhe von 25 Metern geplant – rund acht Meter breiter, aber etwa zehn Meter kürzer als der Bestand. Der Vorzonenbau soll 69,86 Meter lang, 35,60 Meter breit und 10,05 Meter hoch werden.
Hintergrund der Erweiterung ist unter anderem die Rückverlagerung von Fertigungsteilen aus dem Ausland nach Veitshöchheim, wodurch zusätzlicher Lagerbedarf entstanden ist. Das Logistikzentrum arbeitet weitgehend automatisiert, unter anderem mit Kommissionier-Towern, fahrerlosen Transportsystemen und einem Warehouse-Management-System (SAP EWM).
Der Rundgang führte anschließend zur Rockenstein AG, die im Gewerbegebiet Ost ein neues Bürogebäude mit Rechenzentrum errichtet hat. Der Neubau war erforderlich, da der bisherige Firmensitz in der Ohmstraße räumlich an seine Grenzen gestoßen war. In das Projekt investierte das Unternehmen rund 20 Millionen Euro.
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CEO Christoph Rockenstein erläuterte die strategische Bedeutung: „Wir sind ein regional verwurzeltes Unternehmen und wollten bewusst nach Veitshöchheim und hier weiter investieren.“ Der neue Standort bot nicht nur mehr Platz, sondern ermöglicht auch die technische Modernisierung.
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Neu errichtet wurde im letzten Jahr eine moderne Großgarage, betrieben von der CharteRent GmbH, einer Tochtergesellschaft der Rockenstein AG. Die Halle mit rund 2.700 Quadratmetern Fläche bietet 70 Stellplätze für Wohnmobile, Boote, Oldtimer, Motorräder und PKW. Sie ist rund um die Uhr zugänglich, videoüberwacht und durch einen Sicherheitsdienst betreut. Ergänzt wird das Angebot durch eine Hebebühne, einen LKW-tauglichen Waschplatz und optionale Stromanschlüsse.
Besonders hervorgehoben wurde der Beitrag zum Klimaschutz: Eine 382-kWp-Photovoltaikanlage mit 840 Modulen erzeugt jährlich rund 375.000 kWh Strom. In Kombination mit Batteriespeichern kann ein Autarkiegrad von bis zu 98 Prozent erreicht werden. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu den kommunalen Klimazielen Veitshöchheims.
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Thematisiert wurde auch das Erdlager der Gemeinde Veitshöchheim, das hier gegenüber Rockenstein im Gewerbegebiet angesiedelt ist. Es ist quasi das einzige Grundstück, das noch im Besitz der Gemeinde ist. Dort wird Erdaushub aus kommunalen Tiefbaumaßnahmen zwischengelagert, beprobt und je nach Belastung wiederverwertet oder entsorgt. Allein bei der aktuellen Baumaßnahme in der Lindentalstraße entfallen laut Gemeinde rund zwei Millionen Euro der Gesamtkosten von etwa sieben Millionen Euro auf Deponie- und Zwischenlagerkosten.
Ein weiterer Pluspunkt des Gewerbegebiets ist die verbesserte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Buslinie wurde so verlängert, dass sie das Gewerbegebiet auch mit zwei Haltestellen in der Schleehofstraße bedient und insbesondere zu Schichtzeiten eine Alternative zum Individualverkehr bietet.
Auch der Glasfaserausbau stand im Fokus: Ab dem Frühjahr startet der Ausbau durch GlasfaserPlus im Gewerbegebiet sowie in Gadheim. Ziel ist eine schrittweise Versorgung des gesamten Ortsgebiets mit moderner Glasfaserinfrastruktur.
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Seit September 2021 ist im Gewerbegebiet ein Strahlentherapiezentrum in Betrieb. Hier werden die neuesten Strahlentherapieverfahren angewandt, um selbst komplexeste Tumorerkrankungen hochpräzise. effizient, schonend und schnell behandeln zu können. Nicht nur im Kampf gegen bösartige Tumoren kommen Strahlen zum Einsatz. Auch die Behandlung gutartiger Erkrankungen, insbesondere des Bewegungsapparates (chronisch-entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Arthrose, Schulterschmerzen, Tennisellenbogen oder Fersensporn usw.), bei denen andere Therapieverfahren nicht zum gewünschten Ergebnis gefuhrt haben, können mit der angebotenen Strahlentherapie haufig sehr erfolgreich und praktisch nebenwirkungsfrei therapiert werden.
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Ein noch unbebautes Grundstück (im Hintergrund an der Straße nach Oberdürrbach gelegen) wurde ebenfalls besichtigt. Ursprünglich plante hier Maincenter-Chefin Andrea Mehllig den Bau eines Ärztehauses (siehe nachstehender Link auf Bericht vom 25.2.2021). Das das Vorhaben konnte aber von ihr nicht umgesetzt werden. Das Grundstück soll nun an die Gemeinde zurückfallen und anschließend einer neuen Nutzung zugeführt werden. Nach Angaben der Gemeinde gibt es bereits Interessenten.
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Zu sehen auf dem Rundgang gleich um die Ecke war der Neubau des Garten- und Landschaftsbaubetriebs von Sven Gondosch, einem ehemaligen Mitarbeiter der Gemeinde, mit Maschinen-, Werkstatt- und Lagerhalle, Büro und Sozialräumen und einem Wohnungstrakt,
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der Malereibetrieb Walter & Breunig, der eine Lagerhalle erweitert
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und der Neubau der Firma Tröger, einem Spezialisten für Industrie- und Gewerbeböden, die härtesten chemischen, thermischen und mechanischen Belastungen standhalten. Die Firma, die schon seit 30 Jahren in Veitshöchheim in der Robert- Bosch- Straße ansässig ist, nimmt nun eine deutliche Vergrößerung des Betriebs auf dem 7300m² großen Grundstück mit dem Neubau eines Bürogebäudes, mit Sozialräumen, sowie Hallen für den Aufbau von Maschinen, zur Materialherstellung mit PV Anlage auf den Dächern.
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Abschließend erläuterte der Bürgermeister auf dem gemeindlichen Grunstück am Kreisverkehr die Fortschreibung des Flächennutzungsplans, der die langfristige Entwicklung des Gemeindegebiets bis in die 2040er Jahre ermöglichen soll. Die letzte Gesamtfassung stammt aus dem Jahr 2002, seither wurden 17 Einzeländerungen vorgenommen.
In Workshops des Gemeinderates (März 2025) und in einem Bürgerworkshop im Juli 2025 wurden Perspektiven für Wirtschaft, Wohnen und Infrastruktur diskutiert. Die zentrale Frage: Wie soll Veitshöchheim zukünftig Gewerbeflächen ausweisen, ohne dass landwirtschaftliche Flächen, Wald oder ökologische Vorranggebiete unnötig reduziert werden?
Derzeit umfasst Veitshöchheim rund 65 Hektar Gewerbefläche (ca. 6 Prozent des Gemeindegebiets). Landwirtschaftlich genutzte Flächen machen etwa 324 Hektar aus (rund 30 Prozent), Waldflächen rund 22 Prozent.
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Zukünftige Gewerbeflächen könnten laut Bürgermeister begrenzt nördlich der Kreisstraße zum Gebrannten Hölzlein und zur PV-Anlage hin
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oder auf der anderen Straßenseite östlich der Straße nach Oberdürrbach erschlossen werden.
Götz betonte: „Jede Entscheidung über neue Gewerbeflächen muss auch die Interessen der Bürger, der Landwirte und die ökologische Verantwortung berücksichtigen. Wir müssen einen Mittelweg für die Zukunft unserer Gemeinde finden.“
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Den Abschluss des Rundgangs bildete die Einkehr beim Weingut Hessler. Dort konnten sich die Teilnehmer bei Bratwürsten, Glühwein und Gesprächen austauschen
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Die Gäste nutzten die Gelegenheit, mit den Gemeinderatskandidaten ins Gespräch zu kommen, insbesondere auch über strategische Zukunftsthemen wie den Flächennutzungsplan. Bürgermeister Götz: „Es ist immer wertvoll, dass wir den Dialog mit unseren Bürgern direkt vor Ort führen.“
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Fotos Dieter Gürz
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