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Großprojekte prägen das Jahr – solide Finanzbasis trotz wachsender Herausforderungen - Neujahrsempfang Veitshöchheim Teil 2

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Investitionen und Haushaltslage der Gemeinde Veitshöchheim

Die Gemeinde Veitshöchheim hat im Jahr 2025 trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender kommunaler Pflichtausgaben umfangreiche Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Klimaschutz und Daseinsvorsorge umgesetzt. Gleichzeitig konnte eine insgesamt stabile Haushaltslage erreicht werden. Bürgermeister Jürgen Götz betonte beim Neujahrsempfang, dass diese Entwicklung „kein Selbstläufer“ sei, sondern Ergebnis konsequenter Prioritätensetzung, sparsamer Haushaltsführung und gezielter Fördermittelakquise.


Umfangreiche Investitionen 2025 in Höhe von rund 9 Millionen Euro

Die Investitionen der Gemeinde und des Eigenbetriebs beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 9 Millionen Euro. Ursprünglich waren 16,75 Millionen Euro vorgesehen, jedoch kam es aufgrund terminlicher Verschiebungen bei einzelnen Bauprojekten zu geringeren Mittelabflüssen.

Schwerpunkte der Investitionen lagen insbesondere in folgenden Bereichen:


Bildung und Betreuung: Haus VI am Schulzentrum

Das größte Einzelprojekt der Gemeinde ist der Neubau des Haus VI am Schulzentrum Eichendorffschule. Das viergeschossige Gebäude schafft:

  • ⭐ 275 Hortplätze,
  • ⭐ 45 Plätze in der Offenen Ganztagsschule,
  • ⭐ 60 Plätze in der Mittagsbetreuung.

Das Gebäude setzt auf nachhaltige Bauweise mit begrünten Dächern, Photovoltaikanlage, natürlicher Lüftung und einer Erdwärmepumpe. Über die Lebensdauer des Gebäudes werden dadurch mehr als 1.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 15,1 Millionen Euro. zu denen bislang  6,9 Millionen Euro  Fördermittel bewilligt sind. Haus VI bildet zugleich den Auftakt der sechsstufigen Generalsanierung des gesamten Schulzentrums mit einem Gesamtvolumen von rund 49 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist planmäßig für Ende 2026 vorgesehen, sodass die erweiterten Betreuungsangebote ab dem Schuljahr 2027/28 genutzt werden können.


Verkehrsinfrastruktur: Lindentalstraße

Seit April 2024 schreitet der Ausbau der Lindentalstraße voran. Das Projekt umfasst eine Länge von rund 1.300 Metern und beinhaltet:

  • Erneuerung von Kanal- und Wasserleitungen,
  •  Austausch von Strom-, Gas- und Telekommunikationsleitungen,
  • ⭐ neue Asphaltfahrbahn und gepflasterte Gehwege.

Die Gesamtkosten betragen 7,8 Millionen Euro, davon werden 1,45 Millionen Euro durch staatliche Fördermittel unterstützt. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise unter Vollsperrung. Die Gesamtfertigstellung wird Ende 2027 erwartet, sodass die Straße langfristig den technischen Anforderungen und Verkehrsbedürfnissen der Gemeinde entspricht.


 Höchheimer Steg 

Ein zentrales Infrastrukturprojekt war die Fertigstellung des neuen Höchheimer Stegs, einer modernen Fuß- und Radwegverbindung zwischen Veitshöchheim und Margetshöchheim. Der Steg ersetzt den ehemaligen Ludwig-Volk-Steg, dessen Rückbau Anfang 2025 abgeschlossen wurde.

Die Einweihung erfolgte am 3. Mai mit ökumenischer Segnung.


Mobilität und Ordnung des ruhenden Verkehrs: neue Busparkplätze und Parkplatzumbau

Zur Verbesserung der Verkehrsorganisation und zur Vorbereitung der Neugestaltung der Mainlände hat die Gemeinde an der Pont-l’Évêque-Allee acht neue Busparkplätze geschaffen. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 280.000 Euro. Die neuen Stellflächen ersetzen die bisherigen Busparkplätze an der Parkstraße, die künftig Teil der städtebaulichen Umgestaltung werden.

Die Parkraumbewirtschaftung erfolgt digital: Die Parkzeit wird minutengenau berechnet, die Bezahlung ist komfortabel per QR-Code oder über die App „Parkster“ möglich. Auch das Parkdeck in der Bilhildistraße wurde entsprechend aufgerüstet und bietet nun ebenfalls eine flexible App-Zahlung.


Im ersten Bauabschnitt des Stegumfeldes wurde zudem der ehemalige Busparkplatz umfassend umgestaltet. Entstanden sind PKW-Stellplätze, eine Umfahrungsmöglichkeit für Reisebusse sowie eine extensive Begrünung mit Bäumen, Hecken und Stauden. Zum Einsatz kamen ein versickerungsfähiges Rasenpflaster, asphaltierte Fahrspuren und gepflasterte Gehwege. Die Maßnahme verbessert nicht nur die Verkehrsführung, sondern leistet auch einen Beitrag zur Klimaanpassung und Aufwertung des Ortsbildes.


Umgestaltung der urbanen Mainlände

Als drittes Großprojekt steht die Umgestaltung der urbanen Mainlände zwischen Parkstraße und Oberer Maingasse auf der Agenda. Auf rund 4.900 Quadratmetern, davon etwa 2.000 Quadratmeter Grünflächen, entstehen attraktive Aufenthaltsbereiche und eine moderne Freiraumgestaltung. Geplant sind unter anderem:

  • ⭐ Fläche für Marktstände
  •  Mainbalkon mit Blick auf den Main
  •  Wasserspiel (Nebelanlage)
  • ⭐ Uferteppich
  • ⭐ Vegetationsinseln

Die Arbeiten starten ab Sommer 2026 und werden voraussichtlich 2027 abgeschlossen. Die Projektkosten betragen ca. 5,8 Millionen Euro, wobei 60 % der förderfähigen Kosten durch Städtebauförderung abgedeckt werden. Die Umgestaltung schafft ein lebendiges, multifunktionales Mainufer für Bürger und Besucher.


Abwasserentsorgung: Investitionen in die Kläranlage

Auch der Abwasserzweckverband „Maintal Würzburg“ investierte 2025 weiter in die Zukunftsfähigkeit seiner Infrastruktur. Die Kläranlage, die seit 1970 rund 26.000 Einwohnerinnen und Einwohner aus Veitshöchheim und Margetshöchheim versorgt, setzte zwei Modernisierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 520.000 Euro um.

Eine neue Zentrifuge steigert die Gasproduktion im Faulturm um rund 10.000 Kubikmeter jährlich. Zudem wurde die Lüftungsanlage modernisiert, die nun die Abwärme des Blockheizkraftwerks nutzt. Dadurch kann die Anlage inzwischen zu etwa zwei Dritteln autark betrieben werden – ein deutlicher Fortschritt bei Energieeffizienz und Emissionsbilanz.

Durch umfangreiche Eigenleistungen des Zweckverbands konnten zudem über 80.000 Euro eingespart werden. Langfristig profitieren die Bürger von diesen Investitionen durch stabile Abwassergebühren, die weiterhin unter dem bayerischen Durchschnitt liegen.


Hochwasserschutz und Klimaanpassung

Im Bereich Hochwasserschutz wurden die bisherigen mobilen Schutzwände in den Maingassen ersetzt. Neu angeschafft wurden:

  •  ein mobiles Schlauchsystem für die Obere Maingasse,
  • ein 132 Meter langes Hochwasserschutzsystem für die Mainlände.

Die neuen Systeme sind schneller aufbaubar, personalärmer zu betreiben und technisch leistungsfähiger als die alte Konstruktion.


Zusätzlich ließ die Gemeinde ein Sturzflutrisiko-Konzept erstellen. Mithilfe von Geländemodellen wurden Starkregenereignisse simuliert und Gefahrenkarten für das gesamte Gemeindegebiet erstellt. Bürger beteiligten sich über ein Online-Meldesystem.


Klimaschutz, Mobilität und Energie

Veitshöchheim treibt die Energiewende auch auf kommunaler Ebene voran. 2025 wurden:

  • ⭐ ein zweites E-Carsharing-Angebot in der Sendelbachstraße eingerichtet,
  • ⭐ neue Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten an der Schumacherstraße und Eichendorffstraße geplant bzw. umgesetzt.

Zudem ließ die Gemeinde frühzeitig eine Kommunale Wärmeplanung erstellen – noch vor gesetzlicher Verpflichtung. Die Planung wurde im September abgeschlossen und öffentlich vorgestellt. Aktuell wird ergänzend eine Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz im Schenkenfeld erarbeitet.


Solide Haushaltslage mit positivem Jahresergebnis 225

Die Haushaltszahlen für 2025 zeigen eine insgesamt stabile Entwicklung:

  • ⭐ Einnahmen: rund 31,5 Millionen Euro, etwa 1,5 Millionen Euro über dem Ansatz,
  •  Jahresergebnis: rund +1,4 Millionen Euro, ca. 770.000 Euro besser als geplant,
  • ⭐ Ordentliche Tilgung: rund 385.000 Euro,
  • ⭐ Freie Finanzspanne: rund 1 Million Euro, etwa 840.000 Euro über dem Ansatz.

Die geplante Rücklagenentnahme fiel rund 2,5 Millionen Euro niedriger aus als ursprünglich vorgesehen. Dadurch verfügt die Gemeinde zum Jahresende 2025 über Liquiditätsreserven von rund 11,1 Millionen Euro.

Aufgrund von Projektverschiebungen mussten keine neuen Schulden aufgenommen werden. Die Gesamtverschuldung sank um rund 385.000 Euro auf 12,1 Millionen Euro.

Der Bürgermeister fasste die Lage so zusammen: „Wir sind 2025 auch dank Sparmaßnahmen und Einnahmeverbesserungen noch mit einem blauen Auge davongekommen.“


Herausforderungen für den Haushalt 2026

Trotz der positiven Zahlen warnte der Bürgermeister vor zu großem Optimismus. Für das Jahr 2026 zeichnen sich erhebliche Herausforderungen ab. Allein aufgrund der hohen Steuerkraft der Gemeinde muss Veitshöchheim rund 8 Millionen Euro an Kreisumlage an den Landkreis abführen – selbst ohne weitere Erhöhung des Umlagesatzes.

„Es bleibt abzuwarten, ob und wie es uns gelingt, einen ausgeglichenen Haushalt für 2026 vorzulegen“, so der Bürgermeister. Steigende Pflichtausgaben, wachsende Investitionsbedarfe und begrenzte finanzielle Spielräume erforderten weiterhin eine klare Prioritätensetzung und einen verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Mitteln.


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