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"Jeder Euro kommt an“ - Schüler des Gymnasiums Veitshöchheim übergeben 1.500 Euro an Schulprojekt in Guinea

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

1.500 Euro, die Leben verändern

Seit seiner Gründung vor über 26 Jahren setzt sich das Gymnasium Veitshöchheim für das Schulprojekt Ecole de la Solidarité Dow Bodié, Guinea e.V. ein. Diese langjährige Verbundenheit zeigte sich nun erneut in beeindruckender Weise: 1.500 Euro konnten an das Hilfsprojekt in Westafrika übergeben werden – eine Summe, die für die Menschen vor Ort einen spürbaren Unterschied macht.

Engagement der Schüler trägt reiche Früchte

Der Großteil der Spendensumme stammt aus zahlreichen kreativen Aktionen der Schüler während des Sommerfestes im Juli. Der Elternbeirat rundete den Betrag schließlich auf. Die Schülersprecher der drei siebten Klassen übergaben das Geld gemeinsam mit Schulleiter Dr. Bernhard Brunner, seinem Stellvertreter Gunnar Leuner sowie der Elternbeiratsvorsitzenden Dr. Katja Demuß und ihrer Stellvertreterin Alexa Geier an Dr. Monika Böske, Vorstand und Mitbegründerin des Projekts.

Ein Blick in eine andere Welt

Im Rahmen einer besonderen Veranstaltung für den gesamten siebten Jahrgang berichtete Dr. Monika Böske eindrucksvoll von ihrer Arbeit in Guinea. Mit persönlichen Worten und eindrucksvollen Bildern nahm sie die Schüler mit auf eine Reise nach Dow Bodié – in ein Dorf, in dem Bildung, medizinische Versorgung und sauberes Wasser lange Zeit keine Selbstverständlichkeit waren.

Besonders bewegend war der Hinweis, wie viel eine solche Spende bewirken kann: Ein Lehrer in Dow Bodié verdient umgerechnet etwa 90 Euro im Monat. „Da kann man sich vorstellen, wie viele Menschenleben wir mit 1.500 Euro positiv beeinflussen können“, so Böske.

Bildung für Mädchen als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt des Projekts war der Wunsch guineischer Frauen nach Bildung für ihre Töchter – ein Wunsch, der in vielen Entwicklungsländern noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Aus einer kleinen Schule entwickelte sich über mehr als 25 Jahre hinweg eine funktionierende Dorfinfrastruktur mit Kindergarten, Gesundheitszentrum, sauberem Trinkwasser, Solarstrom und Ausbildungsstätten.

Ein Projekt mit persönlicher Geschichte

Ansprechpartnerin für das Hilfsprojekt des Gymnasiums Veitshöchheim ist seit Beginn Dr. Monika Böske, die bis vor zwei Jahren als Kinder- und Jugendärztin eine Praxis im Würzburg-Frauenland führte. Gemeinsam mit ihrem Mann Aloys Böske lernte sie in Würzburg den Chemiker Dr. Yango Keita kennen, der viele Jahre mit seiner Familie in der Region lebte, an der Universität Würzburg promovierte und 1996 in seine Heimat Guinea zurückkehrte.

Beim Abschied vereinbarten die Familien ein Wiedersehen in Guinea – ein Versprechen, das 1999 Wirklichkeit wurde. Während dieses Aufenthalts besuchten Monika und Aloys Böske auch das Heimatdorf Dow Bodié der Familie Keita. Dort begegneten sie einer Frauenkooperative, deren Mitglieder aus eigener leidvoller Erfahrung mit Analphabetismus einen eindringlichen Wunsch äußerten: eine Schule im Dorf, vor allem für ihre Töchter.

Dieser Wunsch der guineischen Frauen ließ die Böskes nicht mehr los. Zurück in Deutschland gründeten Monika und Aloys Böske gemeinsam mit Freunden am 18. Mai 1999 den gemeinnützigen Verein „Ecole de la Solidarité, Dow-Bodié, Guinea e.V.“, zunächst mit dem Ziel, den Bau einer Schule zu ermöglichen. Heute koordiniert Dr. Yango Keita als Vertreter des Vereins in Guinea sämtliche Hilfsmaßnahmen vor Ort – ein persönliches Netzwerk, das bis heute die Grundlage für Vertrauen, Kontinuität und nachhaltigen Erfolg bildet.

Hilfe unter schwierigen Bedingungen

Dr. Böske sprach auch offen über die aktuell schwierige politische Lage in Guinea, die die Arbeit des Vereins zunehmend erschwert. Dennoch sei die Hilfe ungebrochen: Derzeit ist erneut ein Container mit dringend benötigtem Material unterwegs nach Dow Bodié, und zu Beginn des kommenden Jahres werden Projektmitarbeiter vor Ort notwendige Reparaturen durchführen.

„Jeder Euro kommt an“

Schulleiter Dr. Bernhard Brunner bedankte sich ausdrücklich bei den Schülern für ihren Einsatz: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Verantwortung und Solidarität unsere Schüler zeigen. Sie können heute erleben, dass ihr Engagement ganz konkret etwas bewirkt.“

Dr. Monika Böske betonte abschließend, dass der Erfolg des Projekts vor allem auf persönlichen Kontakten beruhe. So sei sichergestellt, dass jeder gespendete Euro direkt den Menschen in Dow Bodié zugutekommt.

Begeisterung und viele Fragen

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen. Dabei wurde deutlich: Die jungen Spender konnten unmittelbar nachvollziehen, für welchen guten Zweck sie gesammelt hatten – und dass ihre Hilfe Hoffnung schenkt.

Fotos Dieter Gürz

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