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Ein Abend voller Licht: Adventskonzert des Männergesangvereins Veitshöchheim berührt die Seelen in St. Vitus

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Am zweiten Adventssamstag hatte traditionell auch heuer wieder der Männergesangverein Veitshöchheim (MGV) zum Adventskonzert in der idyllischen Atmosphäre der barocken Vituskirche eingeladen. Die beiden Chöre des MGV verzauberten die 200 Gäste allein und gemeinsam über eine Stunde lang die Gäste mit wunderschönem Chorgesang,

Es war einer dieser Abende, an denen schon beim Eintreten spürbar wird, dass Musik mehr kann als klingen: Sie kann wärmen. Die Pfarrkirche St. Vitus lag im warmen Schein unzähliger Kerzen, der Altarraum von feinen Lichtinseln umrahmt, und leiser Erwartungshauch erfüllte die Bänke. Dort, wo sonst das stille Gebet wohnt, breitete sich am Samstagabend ein vorweihnachtlicher Zauber aus – getragen von den Stimmen der beiden Chöre des MGV.


Eröffnet wurde der Abend vom Männerchor unter der Leitung von Cornelia Hahn mit „Fröhliche Weihnacht überall“, einem überlieferten Satz von Waldram Hollfelder, dessen zeitlose Melodie den Raum durchströmte.


MGV-Vorsitzender Sigi Rohrbach begrüßte danach die Besucher mit herzlichen Worten und einem Lächeln angesichts der gefüllten Kirche. Er richtete seinen Dank an Pfarrer Christian Nowak, der das Gotteshaus für diesen besonderen Abend geöffnet hatte, und begrüßte Bürgermeister Jürgen Götz mit seiner Frau Julia, Zweiten Bürgermeister Elmar Knorz mit Ehefrau Dagmar sowie Altbürgermeister und Ehrenbürger Rainer Kinzkofer – selbst seit Jahrzehnten eine feste Stimme im Männerchor. Und auch dessen Frau Barbara sollte später nicht nur mit ihrer Altstimme im Gemischten Chor die Herzen erreichen. 

Der MGV-Vorsitzende übergab an Pfarrer Christian Nowak, der die Versammelten mit einer Einladung begrüßte, den Advent bewusst wahrzunehmen. Er erinnerte daran, dass der Advent eine Zeit der Erwartung sei – und griff dazu Worte der zeitgenössischen deutschen Lyrikerin Anke Maggauer-Kirsche auf:

"Alles wartet, warten worauf doch niemand weiß es, weiß worauf wir warten, daß unter allem verborgen etwas wartet, schon immer wartet, etwas ungesagtes, unsagbares, wesentliches."

Der Geistliche sagte mit einem freundlichen Blick in die gefüllte Kirche: "Ich freue mich, dass der Männergesangsverein mit unseren Damen als gemischter Chor uns heranführen an das Wesentliche – ja, mehr noch: an DEN Wesentlichen – Jesus, den wir erwarten.“

Dankbar würdigte er all jene, die das Adventskonzert vorbereitet haben und "natürlich den Männern und Frauen der beiden Chöre für diesen wunderbaren Adventsabend mit Gesang und Musik, die unser Warten beflügelt! Musik kann uns im Innersten berühren und uns ohne große Worte das Wesentliche erschließen.“


Ein Klang, der sich wie warmer Atem erhebt

Mit klaren, kräftigen Stimmen präsentierte der Männerchor  dann „Hört die Engelchöre singen“, der eindrucksvollen Mendelssohn-Vertonung im Arrangement von Cornelia Hahn. Es schien sich der Raum  nochmals zu weiten: als lausche er selbst dem unsichtbaren Chor, den das Lied besingt.


Durch das Programm führte fachkundig Stefan Schneider.

Unter seiner Leitung antworteten die 21 Sängerinnen und neun Sänger des Gemischten Chors, von Joschka Kleberer am Klavier begleitet, mit der festlichen Schlichtheit des überlieferten Klassikers „Adeste fideles“,

bevor Peter Schnurs modernes „Are you ready for the son“ rhythmische Lebensfreude in den Kirchenraum brachte – ein Aufleuchten, das die Zuhörer mit Klatschen begleiteten.


Zwischen Noten liegt Erinnerung

In einem Moment des Innehaltens trat Barbara Kinzkofer nach vorne, um mit einer humorvollen und zugleich hinterhältigen Nikolausgeschichte vielen aus dem Herzen zu sprechen, wie Kommentare "Genau so ist es!" offenbarten.


Solotöne und beschwingte Zwischenspiele

Joschka Keberer, Pianist des Abends, bereicherte das Konzert zunächst mit einer eigens für diesen Abend von ihm arrangierten Fassung von „It’s beginning to look like Christmas“, Musik und Text von Meredith Wilson. Sein Spiel und Gesang erklangen virtuos, leicht, fast tanzend.

Mit „Let it snow“  – Musik und Text von Sammy Cahn und Jule Styne, ebenfalls von ihm arrangiert, sorgte er später  vor dem Finale für beschwingtern Schwung; fast hatte man das Gefühl, man sähe die ersten Schneeflocken vor dem Kirchenfenster tanzen.


Chöre zwischen Besinnlichkeit und funkelnder Freude

Der Männerchor entfaltete anschließend zart und innig „Wenn ich ein Glöcklein wär“, Musik und Text von Franz Xaver Engelhart, arrangiert von Otto Fischer. 

Dann der stimmgewaltige Umschwung mit „Oh Happy Day“ – Musik von Edwin Hawkins (aus "Sister Act", Text von Philip Doddridge und Arrangement von Otto Groll. Dieser Gospel, voll Energie und Lebensfreude, mit tollem Sologesang der Chorleiterin Cornelia Hahn, erfüllte den Kirchenraum und ließ ihn leuchten.

Die Männersänger waren so in ihrem Element, dass sie noch außer Programm  den Gospelsong "Heaven is a wonderful place" folgen ließen.

 


Der Gemischte Chor nahm den Faden auf und führte ihn in die innerliche Ruhe zurück mit der Marienverehrung „Es ist ein Ros entsprungen“ in der alten Praetorius-Fassung. Anschließend berührte John Rutters „Weihnachts-Wiegenlied“ mit seiner sanften, warmen Melodik, die im  "Ave Maria"-Refrain vielstimmig jubilierte.

Mit „Happy Christmas (War Is Over)“, dem Antikriegslied von John Lennon und Yoko Ono, arrangiert von Pasquale Thibaut, setzte der Chor ein eindrucksvolles Zeichen: ein Lied wie ein Gebet um Frieden in unruhiger Zeit.


Finale mit Gesamtchor

Zum großen Finale vereinten sich beide Chöre  und zelebrierten den Zauber der Weihnacht mit  „Sind die Lichter angezündet“, Musik von Hans Sandig, Text von Erika Engel, arrangiert von Sorin Bergmann, der  den Kirchenraum mit festlichem Glanz erfüllte, ebenso wie „Sterne der Heiligen Nacht“, Musik von Slavko Avsenik, Text von Hans Kohnen, arrangiert von Cornelia Hahn, das den strahlenden Höhepunkt bildete.


Zum Abschluss sang die gesamte Gemeinde gemeinsam „Macht hoch die Tür“, Text von Georg Weissel, Melodie überliefert, ein Moment der Verbundenheit, der lange nachklang.

Mit leisen, warmen Worten verabschiedete  Moderator Stefan Schneider  sein Publikum in die winterliche Nacht, erfüllt von dem Wunsch, dass diese Musik noch lange in den Herzen nachklinge.


Zum Abschied kam zur Überraschung aller noch ein Nikolaus mit einem Sack voller Mandarinen, die er in den Bankreihen verteilte.

Fotos Dieter Gürz


Mitwirkende
  • Cornelia Hahn – Chorleiterin Männerchor

  • Stefan Schneider – Chorleiter Gemischter Chor & Moderation

  • Joschka Keberer – Klavierbegleiter und Solist

  • Männerchor & Gemischter Chor des MGV Veitshöchheim

  • Barbara Kinzkofer – Lesung

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