"Ein Versprechen für Freiheit und Demokratie“ – Erstes Rekrutengelöbnis des Fernmeldebataillons 10 in Veitshöchheim
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„Ein Versprechen für Freiheit und Demokratie": 32 Soldatinnen und Soldaten geloben Pflichterfüllung
Nach 13 Jahren gab es wieder ein Gelöbnis in der Garnisonsgemeinde Veitshöchheim. Ein wichtiger Schritt für das Fernmeldebataillon.
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Ein besonderer Tag in Veitshöchheim: 32 Rekruten legten am Donnerstagmorgen nach drei Monaten Basisausbildung erstmals seit der Aufstellung des Fernmeldebataillons 10 im Jahr 2021 in der Balthasar-Neumann-Kaserne ihr feierliches Gelöbnis ab. Es war das erste Gelöbnis in der Garnisonsgemeinde seit 2013.
Das Versprechen, mit dem eigenen Leben für Freiheit und Demokratie einzutreten, nahm den Freiwilligendienstleistenden, überwiegend mit regulärer Dienstzeit von zwölf Monaten, in Vertretung für den Kommandeur Oberstleutnant Ole Napiwotzki, dessen Stellvertreter Oberstleutnant Benjamin Schöneberg ab: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Die vier Zeitsoldaten bekräftigten ihren Diensteid mit „So wahr mir Gott helfe“.
Die Basisausbildung, die am Standort Veitshöchheim in der 2. Kompanie des Bataillons durchgeführt wird, vermittelt grundlegende militärische Fertigkeiten: den sicheren Umgang mit Waffen, körperliche Leistungsfähigkeit, Kameradschaft und Disziplin. Das feierliche Gelöbnis markiert ihren Abschluss und öffnet den Weg in den weiteren militärischen Werdegang, überwiegend im Bataillon.
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Auf dem Appellplatz traten die 500 Soldaten des Fernmeldebataillons 10 in strenger Formation an. Das Fernmeldebataillon 10 stellt mit seinen drei Kompanien, einer vierten Kompanie als nicht-aktiver Ergänzungstruppenteil sowie der Bataillonsstab die Führungsfähigkeit der 10. Panzerdivision sicher. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem das Einrichten von Gefechtsständen und Kommunikationsverbindungen im nationalen und internationalen Umfeld.
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Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim verlieh dem Vormittag seinen besonderen Klang. Zunächst ließ das Orchester den Divisionsmarsch, den „Fridericus-Rex-Grenadiermarsch“ erklingen, später ehrte der „Reitermarsch des Großen Kurfürsten“ die Formationen.
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Landrat Thomas Ebert, Oberstleutnant Benjamin Schöneberg und Bürgermeister Jürgen Götz schreiten die Front der angetretenen Soldaten ab.
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„Dass wir heute zu diesem Anlass hier angetreten sind, ist eine direkte Folge der Re-Fokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung sowie eines Aggressors in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Bündnisgebietes“, erklärte der stellvertretende Bataillonskommandeur Oberstleutnant Benjamin Schöneberg.
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Er zeigte sich erfreut über die große Zahl an Gästen aus Politik, Militär und Gesellschaft, die diesem Anlass die gebührende Aufmerksamkeit aber auch Verbundenheit entgegenbringen. Dafür sei er sehr dankbar.
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Besonders herzlich begrüßte er die Familien der Rekruten: „Sie haben heute einen besonderen Tag.“ Für die Angehörigen war das Gelöbnis ein bewegender Augenblick.
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An die Soldaten gewandt, würdigte Schöneberg die Fortschritte in der dreimonatigen Basisausbildung: „Bis auf wenige Ausnahmen sind alle hier angetreten, um Ihr Gelöbnis oder Ihren Diensteid abzulegen. Das macht mich stolz – und auch Sie können stolz auf sich sein.“ Mit dem Bekenntnis zur Bundesrepublik bekräftigten die jungen Männer und Frauen ihre soldatische Pflicht, Recht und Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. „Das bedeutet im Ernstfall, eigene Interessen zurückzustellen und, wenn nötig, mit dem höchsten Gut – dem eigenen Leben – für Freiheit und Demokratie einzutreten“, betonte Schöneberg.
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Landrat Thomas Eberth würdigte in seinem Grußwort die besondere Bedeutung des Tages – für die jungen Soldaten, ihre Familien und die Gesellschaft. „Mit Ihrem Gelöbnis treten Sie in die Rolle des Staatsbürgers in Uniform und übernehmen Verantwortung für unser Land“, sagte er.
Eberth hob hervor, dass das in Veitshöchheim stationierte Fernmeldebataillon nicht nur ein moderner militärischer Verband sei, sondern auch fest in der Region verwurzelt. „Seit seiner Aufstellung ist es ein sichtbares Zeichen der engen Verknüpfung von Bundeswehr und Gesellschaft“, betonte der Landrat. Durch Patenschaften mit Gemeinden, Teilnahme an Festen, Informationsveranstaltungen und kulturelle Angebote werde diese Verbindung lebendig gehalten.
Ein besonderer Moment sei es für die Rekruten, dass erstmals Grund- und Basisausbildung direkt am Standort durchgeführt werden. „Ihr Auftrag ist anspruchsvoll: Sie bauen Gefechtsstände auf, sichern Funkverbindungen und gewährleisten digitale Kommunikation – auch unter schwierigen Bedingungen.“ Damit stelle das Bataillon die Handlungsfähigkeit der 10. Panzerdivision sicher.
Mit Blick auf aktuelle Diskussionen über Wehrpflicht und Nachwuchsgewinnung machte Eberth deutlich, dass die Gesellschaft auf Menschen angewiesen sei, die Verantwortung übernehmen. „Unabhängig von politischen Entscheidungen ist klar: Unser Land braucht Frauen und Männer, die sich einbringen und für unsere freiheitlich-demokratische Ordnung einstehen.“ Das Gelöbnis sei Ausdruck dieser Verantwortung.
Zum Abschluss wandte sich der Landrat direkt an die Rekruten: „Ihr Gelöbnis ist ein Versprechen, das Respekt, Anerkennung und Unterstützung verdient. Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, für Ihren Dienst und für Ihren Mut. Mögen Kameradschaft, Gesundheit und Erfolg stets Ihre Begleiter sein.“
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"Truppenfahne marsch"
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"Abordnung der Rekruten – vortreten!“
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Ablegen des feierlichen Gelöbnisses - Abordnung der Rekruten
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Landrat Thomas Ebert und Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz gratulierten und dankten den Soldaten nach dem Gelöbnis.
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Thomas Eberth, Jürgen Götz und Benjamin Schöneberg
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Mit dem Singen der Nationalhymne endete die Zeremonie. Anschließend bestand Gelegenheit zum Austausch, für Erinnerungsfotos, zur Besichtigung von Unterkunft und Ausrüstung – Momente, die wohl lange im Gedächtnis bleiben werden. Für die Bundeswehr ist das Gelöbnis nicht nur ein militärischer Akt, sondern auch ein öffentliches Bekenntnis. Es verdeutlicht die Einbindung der Truppe in die Gesellschaft und schafft Nähe zwischen Soldaten und Bürgern.
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„Jetzt verstehe ich, was er mit ‚Ich diene Deutschland‘ meint“, sagte eine Großmutter, die extra aus der Rhön angereist war. „Es war ergreifend, dabei zu sein.“
Fotos Dieter Gürz