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60 Jahre BNK Veitshöchheim - Zeitzeugen Teil 2: Plötzlich im Ernstfall – Bürgermeister Götz erinnert sich

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Erinnerung an die Dienstzeit: Bürgermeister Jürgen Götz im Abgängerpulli neben der bronzenen Löwenmutter in der Balthasar-Neumann-Kaserne - Foto: Bundeswehr / Dyba

Als Wehrpflichtiger trat Jürgen Götz 1990 seinen Dienst in der Balthasar-Neumann-Kaserne an – mitten in einer Zeit historischer Umbrüche. Der heutige Bürgermeister von Veitshöchheim erzählt, wie er als Sanitätssoldat in den Golfkriegseinsatz geriet, Kameradschaft erlebte und warum er seine Zeit bei der Bundeswehr bis heute als prägend empfindet.

Einen Teil seines Weges zum Bürgermeisteramt hat Jürgen Götz womöglich der Bundeswehr zu verdanken. Denn der heutige Rathauschef der Garnisonsgemeinde leistete seinen Wehrdienst direkt vor Ort ab – in der Balthasar-Neumann-Kaserne. „Ich war damals schon Vorsitzender des Musikvereins“, erzählt Götz. Sein Vorgänger im Bürgermeisteramt, Rainer Kinzkofer, habe ihm den Wunsch ermöglicht, nicht fern der Heimat dienen zu müssen.

So trat Götz am 1. Oktober 1990 seinen Dienst im Sanitätsbataillon 12 an – zwei Tage, bevor die deutsche Wiedervereinigung gefeiert wurde. Viele Ausbilder waren ihm bekannt, die Bundeswehr war im Ort ohnehin präsent. „Für mich war es ganz normal, dass man seinen Wehrdienst ableistet“, sagt er heute.

Mit Humor dabei: Sanitätssoldat Götz testet während des Lehrgangs die Tragegurte.
Foto: Sammlung Götz

Seine Heimatverbundenheit habe ihn geprägt – und sei vielleicht auch ein Grund gewesen, später Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen.

Ernstfall im Irakkrieg

Der junge Sanitätssoldat absolvierte Lehrgänge, erwarb den Lkw-Führerschein und wurde Fahrer eines Krankentransportwagens (KrKw).

Am Steuer: Gefreiter Götz als Fahrer eines Krankentransportwagens (KrKw).
Foto: Sammlung Götz

Zum Vertrauensmann der Kompanie wählten ihn die Kameraden. Doch dann kam ein Einsatz, den kaum ein Wehrpflichtiger erwartete: Während des Golfkriegs 1991 wurden Schwerverwundete aus Kuwait nach Deutschland ausgeflogen. In Ramstein stand auch Götz mit seinem Verband bereit, um sie in US-Militärkrankenhäuser zu bringen.

„Eigentlich kann ich kein Blut sehen – aber da mussten wir einfach funktionieren“, erinnert er sich. Infusionen überwachen, Verbände wechseln, Transporte begleiten: eine extreme Belastung für den jungen Soldaten. „Als wir in Frankfurt ankamen, sind wir erstmal zusammengeklappt.“

Sinnvolle Dienstzeit

Trotz solcher Erfahrungen blickt Götz positiv zurück.

Einsatz für die Heimat: Götz (3. v. l. mit Barett) beim Volkstrauertag in Veitshöchheim - Foto: Sammlung Götz

Besonders gerne erinnert er sich an die Unterstützung beim internationalen Behindertensportfest in Krautheim oder an Kameradschaftsabende – etwa auf dem Main-Schiff nach Würzburg. Musik spielte auch hier eine Rolle: „Für manche Feiern wurde ich sogar aus dem Wachdienst geholt, um Saxophon zu spielen.“

Eine Verpflichtung über die Wehrpflicht hinaus kam für ihn jedoch nicht in Frage. Zu wichtig war ihm die Bindung an die Heimat. Am 30. September 1991 endete seine „sinnvolle Dienstzeit“ – samt traditionellem Ausscheider-Pulli, den er bis heute aufbewahrt.

Hilfsbereit: Mit Kameraden begleitete Götz Bewohner des Kreisaltenheims in die Würzburger Residenz.
Foto: Sammlung Götz

„Ich bin für ein allgemeines gesellschaftliches Pflichtjahr“, sagt Götz heute. „Ob Wehr- oder Ersatzdienst – wir müssen da etwas tun.“

Bleibende Verbundenheit

Die Nähe zur Bundeswehr prägt ihn bis heute. 

Seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 pflegt Bürgermeister Jürgen Götz enge Kontakte zur Bundeswehr. 2018 überreichte er dem Standortältesten Brigadegeneral Michael Podzus eine Gemeindefahne für repräsentative Anlässe.

Ein Baum für die Division: 2019 pflanzte Bürgermeister Jürgen Götz mit Generalmajor Harald Gante und Brigadegeneral Michael Podzus vor dem Stabsgebäude einen Baum zum 60. Jubiläum der 10. Panzerdivision.

Gelbe Schleife als Zeichen der Verbundenheit: Seit August 2020 zeigt Veitshöchheim auch äußerlich an fünf Stellen Solidarität mit den Soldaten. Standortältester Brigadegeneral Michael Podzus dankte Bürgermeister Jürgen Götz für die Initiative.

Hohe Ehre für die Gemeinde: Am 30. März 2023 trugen sich Verteidigungsminister Boris Pistorius und seine niederländische Amtskollegin Kajsa Ollongren beim feierlichen Appell der 10. Panzerdivision zur Unterstellung einer niederländischen Brigade im Schloss in das Goldene Buch der Gemeinde ein (Foto BW-Pressestelle).

Auszeichnung für Verdienste: Divisionskommandeur Ruprecht von Butler überreichte beim Neujahrsempfang der Zehnten im Januar 2024 Bürgermeister Jürgen Götz das vom Verteidigungsminister Boris Pistorius verliehene Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für seine enge Zusammenarbeit mit dem Divisionsstab.

 


Sammlungsaufruf:
Zum 60. Jubiläum der Balthasar-Neumann-Kaserne suchen die 10. Panzerdivision und der Traditionsverband ehemalige 12. Panzerdivision Erinnerungsstücke aus dem Soldatenalltag in Veitshöchheim. Fotos (JPEG), Texte oder Dokumente (Word/PDF) bitte senden an:

Pressestelle 10. Panzerdivision
Tel. 0931 / 9707-3160
E-Mail: 10.PzDivPressestelle@bundeswehr.org

Textquelle für Bundeswehrzeit des Bürgermeisters: Carsten Dyba - Fotos Götz als Bürgermeister: Dieter Gürz 

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