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Kulturherbst 2026: Kinderzauberer Matzelli begeistert mit seiner Mitmachshow in der Bücherei im Bahnhof Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

„Habt ihr Lust, mit mir zu zaubern?“ – diese Frage musste Kinderzauberer Matzelli seinem jungen Publikum nicht zweimal stellen. Bei seiner Mitmach-Zaubershow im Rahmen des Kulturherbstes 2026 waren die Kinder von Anfang an mittendrin statt nur dabei. Es wurde gestaunt, gelacht, gerätselt und natürlich gemeinsam gezaubert.

Hinter Matzelli steckt Matthias Schreyer aus Zellingen, für den Veitshöchheim kein unbekanntes Pflaster ist. Viele Jahre war er als Mathelehrer am Gymnasium Veitshöchheim tätig. Dort gründete er bereits im Jahr 2000 eine Jongliergruppe als Wahlfach, die er bis 2019 leitete. Ab 2005 entstanden im zweijährigen Rhythmus insgesamt sieben aufwendige Varieté-Shows mit Jonglage, Akrobatik, Tanz und Musik. Vor sechs Jahren ließ sich Schreyer vom Schuldienst beurlauben und machte sich als Kinderzauberer Matzelli (= Künstlername aus Vorname und Wohnort) selbständig. Keine Frage, dass er seine Jonglierkünste mit Bällen auch in seine Zauber-Show einfließen ließ. Neben Jonglage wurden kurzerhand Tennis, Muskeltraining, Kopfball und sogar Holzhacken pantomimisch mit den Bällen dargestellt.



„Aber ich habe noch einen!“

Dass Matzellis Zauberei vom direkten Zusammenspiel mit den Kindern lebt, wurde schon zu Beginn deutlich. Zunächst wollte er wissen, wer eigentlich vor ihm saß. Jeden einzeln nach seinem Namen zu fragen, hätte allerdings etwas lange gedauert. Also sollten bei drei einfach alle Kinder gleichzeitig laut ihre Vornamen rufen.

„Jetzt kennt ihr euch auch alle“, stellte Matzelli anschließend trocken fest.

Auch ein kleines Ritual wurde gleich eingeübt: Sobald er verkündete, ein Trick sei „leider schon wieder zu Ende“, antwortete das Publikum mit einem möglichst enttäuschten „Oh!“. Darauf folgte zuverlässig die gute Nachricht: „Aber ich habe noch einen!“



Zauberwind, Farben und eine verschwundene Cola

Und davon hatte Matzelli tatsächlich reichlich. Seile und Knoten verschwanden mit Hilfe von Zauberwind, imaginäre Farben wurden durch den Raum geworfen und mit Zaubersprüchen in Röhren befördert.

Feline durfte dabei auf der Bühne mithelfen und entschied sich für Grün als Lieblingsfarbe. Später sorgte ein Piratenbild für eine weitere farbenfrohe Überraschung.

Auch Christian wurde zum Nachwuchszauberer. Eine Colaflasche sollte verschwinden, doch Matzelli kam alleine nicht weiter.

Mit Christians Unterstützung und einem kräftigen „Hokus Pokus Fidibus“ gelang schließlich die Verwandlung: Statt Cola kam zur allgemeinen Überraschung „gesunde Milch“ zum Vorschein.


 


Mutige Nachwuchszauberer und ein hartnäckiger Würfel

Besonders mutig zeigte sich Valentin. Ohne hineinzuschauen, sollte er „Tierchen“ aus einer Dose holen. Zum Vorschein kamen eine Ringelnatter, eine Kobra und eine Boa.

Mit einem großen Zauberstab half Valentin anschließend, die drei Schlangen zu verzaubern. „Du warst super mutig“, lobte ihn Matzelli.

Lilli musste dagegen zunächst eine kleine Zauberprüfung bestehen, bevor sie mit Zauberstab und Zauberzylinder ausgestattet wurde.

Anschließend wirkte sie, assistiert von Leni bei einem Kartentrick mit, bei dem sieben Karten in einen leeren Umschlag kamen.

Nach reichlich Magie und Unterstützung durch das Publikum wurde erneut gezählt – und plötzlich waren es zehn Karten.

Für viel Gelächter sorgte auch Matzellis „weißes Ei mit schwarzen Punkten“. Die Kinder durchschauten ihn schnell: Gemeint war natürlich ein Würfel. Der sollte mit einer eigens dafür vorgesehenen Würfel-Verschwinde-Maschine verschwinden. Doch das aufmerksame Publikum ließ sich nicht so leicht täuschen. Eine Tür nach der anderen musste Matzelli öffnen, schließlich sogar alle vier gleichzeitig. Das Katz-und-Maus-Spiel um den vermeintlich verschwundenen Würfel sorgte für immer neue Zurufe und Lacher.

Auch Julian durfte sein Talent zeigen. Acht einzelne Bänder kamen zum Einsatz und sollten sich mit Hilfe des Zauberstabs in ein einziges langes Band verwandeln.  Beim ersten Versuch wollte die Magie noch nicht so recht funktionieren. Ein neuer Zauberspruch musste her: „Abracadabra, Simsalami …“ Und plötzlich spielte auch der zuvor so gewissenhaft bewachte Regenschirm eine ganz andere Rolle als erwartet.


Lybien und Olivia in der Zauberküche

Zum Finale verwandelte sich die Bühne in eine Zauberküche. Lybien übernahm die Rolle der Chefköchin, während Olivia als Assistentin das ungewöhnliche Rezept vorlas. Zauberzucker und Salz wanderten in den Topf, unsichtbare Kartoffeln flogen aus dem Publikum herbei und schließlich musste alles kräftig umgerührt werden.

Als der imaginäre Herd eingeschaltet wurde, half der ganze Saal mit einem vielstimmigen „Blop, blop, blop“ beim Kochen. Natürlich fehlte auch der passende Zauberspruch nicht: „Alpha, Beta, Gamma, Delta – kommt der Winter, wird es kälter.“

Doch als Matzelli schließlich in den Topf schaute, wartete dort nicht das laut Rezept erwartete Popcorn. Stattdessen hatte der Zauberer für die 52 Gäste jeweils zwei Süßigkeiten hineingezaubert – eine Überraschung, die sich die jungen Besucher natürlich gerne schmecken ließen.

Ganz zu Ende war die Vorstellung damit aber noch nicht. Für sein Finale griff Matzelli zur Zahnbürste. Auf einem Finger ließ er sie scheinbar mühelos balancieren und drehen. Und natürlich hatte der Zauberer auch dafür eine Erklärung parat: Mit gelben und grünen Zahnbürsten funktioniere der Trick – nur mit einer elektrischen Zahnbürste nicht.

Mit diesem letzten Augenzwinkern verabschiedete sich Kinderzauberer Matzelli von seinem Publikum – nach einer Vorstellung, bei der die Kinder nicht nur zuschauen, sondern immer wieder selbst Teil der Zauberei werden durften.


Fotos Dieter Gürz

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