Mit Josef auf den Spuren Gottes – ökumenische Kinderbibelwoche begeistert 21 Kinder
Unter dem Motto „Josef – Gottes Spuren in Ägyptens Sand“ haben 21 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren vom 8. bis 11. September im Rahmen des Veitshöchheimer Ferienprogramms eine abwechslungsreiche ökumenische Kinderbibelwoche erlebt. In und rund um die evangelische Christuskirche wurde gesungen, gespielt, gebastelt und getanzt. Im Mittelpunkt stand die biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern – und damit eine Erzählung über Familie, Neid, Vertrauen, Vergebung und Versöhnung.
21 Kinder und 21 Teamer
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21 Kinder und 21 Teamer machten sich bei der ökumenischen Kinderbibelwoche in Veitshöchheim gemeinsam auf die Spuren Josefs.
Bereits am 7. September trafen sich die 21 Teamer aus den katholischen und evangelischen Gemeinden zum Aufbau und für die letzten Vorbereitungen. Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und Erwachsene gestalteten gemeinsam mit dem evangelischen Gemeindereferenten Johannes Bindner und der katholischen Gemeindereferentin Martina Zentgraf das viertägige Programm.Für beide war gerade das Miteinander über die Konfessionsgrenzen hinweg ein wichtiger Bestandteil der Woche. „Besonders schön war für uns, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den katholischen und evangelischen Gemeinden zusammengearbeitet haben. Jeder konnte etwas beitragen – und genau das hat diese Woche besonders gemacht“, ziehen Bindner und Zentgraf gemeinsam Bilanz.
Die Kinder begleiteten Josef auf seinem bewegten Weg von Kanaan nach Ägypten. Sie erfuhren, wie er als Lieblingssohn seines Vaters Jakob den Neid seiner Brüder auf sich zog, von ihnen in einen Brunnen geworfen und schließlich als Sklave verkauft wurde.
In Ägypten arbeitete Josef zunächst im Haus Potifars, bevor er nach einer falschen Anschuldigung im Gefängnis landete. Dort deutete er Träume und verlor trotz seiner schwierigen Situation nicht sein Vertrauen auf Gott.
Vom Gefangenen zum mächtigen Mann
Besonders spannend wurde die Geschichte, als der Pharao von sieben dicken und sieben dürren Kühen sowie sieben vollen und sieben verdorrten Ähren träumte.
Josef erkannte darin die Ankündigung von sieben guten Jahren und sieben Jahren Hungersnot. Er empfahl, rechtzeitig Vorräte anzulegen. Der Pharao war von seiner Weisheit überzeugt und machte Josef zum zweitwichtigsten Mann Ägyptens.
Dabei ging es den Verantwortlichen nicht allein darum, den Kindern eine bekannte biblische Geschichte zu erzählen. „Josef erlebt Neid und Ungerechtigkeit, gerät in schwierige Situationen und gibt trotzdem nicht auf. Immer wieder wird deutlich, dass er auf Gott vertrauen kann“, beschreibt Johannes Bindner einen Gedanken, der sich wie ein roter Faden durch die Kinderbibelwoche zog.
Die Geschichte wurde deshalb nicht nur erzählt. In täglichen Anspielen schlüpften die Teamer selbst in verschiedene Rollen und ließen Josef, seine Brüder und weitere Figuren lebendig werden.
Hieroglyphen, Tänze und jede Menge Bewegung
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Anspiel: Jeden Tag brachten die Teamer einen neuen Abschnitt der Josefgeschichte auf die Bühne und machten die biblischen Ereignisse für die Kinder anschaulich.
Auch abseits der Anspiele war viel geboten. Beim Wassertransport-Parcours im katholischen Pfarrgarten in der Herrnstraße, bei „Feuer – Wasser – Luft“, beim Eierlauf mit Getreide sowie bei Fang- und Geschicklichkeitsspielen konnten sich die Kinder austoben.
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Beim Basteln entstanden ägyptische Wandbilder, Hieroglyphen aus Ton und Papier, eigene T-Shirts und fantasievolle Sorgenfresser.
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Einige Kinder versuchten sich sogar an Hieroglyphen aus Bügelperlen.
Musik gehörte ebenfalls fest zum Programm. Neben dem KiBiWo-Lied „Gott sagt uns immer wieder“ entwickelten sich „Immer und überall“, das „Adlerlied“ und „Mein Gott ist superduperspitzenklasse“ zu Favoriten. Bei vielen Liedern wurde nicht nur gesungen, sondern auch getanzt und der Inhalt mit Bewegungen dargestellt.
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„Uns war wichtig, dass die Kinder die Geschichte nicht nur hören, sondern sie auf ganz unterschiedliche Weise erleben können – beim Spielen, Basteln, Singen, Tanzen und natürlich bei den Anspielen“, erläutert Martina Zentgraf das Konzept.
Schnitzeljagd durch den Hofgarten
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Ein Höhepunkt wartete am Freitag auf die Kinder: eine Schnitzeljagd durch den Veitshöchheimer Hofgarten. In kleinen Gruppen mussten Aufgaben gelöst und Hinweise gefunden werden. Dabei konnten die Teilnehmer vieles von dem aufgreifen, was sie während der Woche über Josef erfahren hatten.
Aus Blättern, Blumen, Steinen und Ästen entstanden außerdem Naturmandalas. Zur Belohnung gab es für alle ein Eis in der Waffel, bevor es zurück zur Christuskirche ging.
Vergebung statt Rache
Auch die Josefgeschichte steuerte am Freitag auf ihren entscheidenden Moment zu. Durch die Hungersnot kamen Josefs Brüder nach Ägypten, um Getreide zu kaufen. Ohne es zu wissen, standen sie plötzlich ihrem eigenen Bruder gegenüber.
Josef hätte sich für das erlittene Unrecht rächen können. Doch er entschied sich anders: „Ich bin Josef, euer Bruder!“ Seine Brüder fürchteten seine Reaktion – doch Josef vergab ihnen.
Gerade diese Wendung machte die alte Geschichte für die Gegenwart greifbar. „Vergebung ist nicht immer einfach. Manchmal muss einer den ersten Schritt machen. Die Geschichte von Josef zeigt aber auch, dass Versöhnung möglich ist“, fasst Martina Zentgraf die zentrale Botschaft zusammen.
Zugleich vermittelte die Kinderbibelwoche den Kindern, dass sie auch in schwierigen Zeiten darauf vertrauen dürfen, von Gott begleitet zu werden.
Talkshow zum Abschluss in der Christuskirche
Den Abschluss und zugleich einen Höhepunkt bildete am Freitagabend der ökumenische Gottesdienst „Josef und seine Brüder erzählen von der Versöhnung“.
In einer Talkshow mit Josef, Ruben, Juda und Simeon wurde die Geschichte noch einmal aufgegriffen und das Thema Versöhnung vertieft. Auch die Anspiele der Kinderbibelwoche fanden ihren Platz. Viel Beifall gab es zudem für einen Tanz, den Rebekka Düll mit den Kindern eingeübt hatte.
So konnten die Kinder ihren Familien und den übrigen Gottesdienstbesuchern zeigen, was sie während der Woche erlebt und einstudiert hatten.
„Weltbester“ Kräuterdip und viele Kuchenspenden
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Für das leibliche Wohl während der Woche sorgten Theresa Düll und ihre Tochter Lina. Zahlreiche Kuchenspenden der Eltern ergänzten die Verpflegung. Besonders beliebt war der augenzwinkernd zum „weltbesten Kräuterdip“ erklärte Dip.
Dass eine solche Woche ohne viele helfende Hände nicht möglich wäre, betonen auch die beiden Gemeindereferenten. „Unser Dank gilt allen Kindern, Jugendlichen, Konfirmanden, Teamern und Helfern, die diese Woche mitgestaltet haben – und natürlich den Eltern für die vielen Kuchenspenden“, sagen Johannes Bindner und Martina Zentgraf.
Gelebte Ökumene in Veitshöchheim
Vier Tage lang hatten Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den katholischen und evangelischen Gemeinden gemeinsam gesungen, gespielt, gebastelt, gelacht und die Geschichte von Josef erlebt.
Für Bindner und Zentgraf bleibt deshalb neben den vielen Aktionen vor allem das Gemeinschaftserlebnis in Erinnerung: „Es war eine schöne gemeinsame ökumenische Woche, an die wir gerne zurückdenken.“
Und auch der Blick geht bereits nach vorne: „Wir freuen uns schon auf die ökumenische Kinderbibelwoche 2027.“
Textquelle: Johannes Bindner (+ Fotos) und Martina Zentgraf