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Gemeinde Veitshöchheim ließ „explosive“ Gedenktafel sanieren

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Eine Gedenktafel an der Weinbergsmauer erinnert in Veitshöchheim an das tragische Unglück des Sprengmeisters Anton Knorz, der am 13. August 1920 bei einem Sprengvorgang ums Leben kam.

Die Gemeinde ließ die inzwischen nur noch schwer lesbare Sandsteintafel Anfang September sanieren. Bereits im Frühjahr wurden außerdem zwei Kunstwerke im Gemeindegebiet umfangreich gereinigt.


Tragisches Unglück vor mehr als 100 Jahren

Die 35 mal 50 Zentimeter große Gedenktafel aus scharrierten Rotsandstein befindet sich am sogenannten Franzosenmäuerchen gegenüber der Hausnummer „An der Steige“ 16.

Nach Recherchen der Hochbauabteilung der Gemeinde kam dort am 13. August 1920 der Günterslebener Sprengmeister Anton Knorz ums Leben. Er wollte bei einem Sprengvorgang das Brennen der Lunte überprüfen, als es zu dem tödlichen Unglück kam.

Im Bereich der heutigen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) befanden sich damals kleinere Steinbrüche. Dort wurde Sandstein unter anderem für staatliche Bauprojekte abgebaut.


Das „Franzosenmäuerchen“ erinnert an Kriegsgefangene

Auch die Bezeichnung Franzosenmäuerchen hat einen historischen Hintergrund. Die Weinbergsmauern wurden zur Zeit des Ersten Weltkriegs von zwangsdeportierten Franzosen und französischen Kriegsgefangenen errichtet.

Die Männer beherrschten den Trockenmauerbau offenbar so gut, dass die Bezeichnung „Franzosenmäuerchen“ bis heute im örtlichen Sprachgebrauch erhalten geblieben ist. Und das Ergebnis ihrer Arbeit ist noch immer sichtbar: Mehr als 100 Jahre später stehen die Mauern ausgesprochen akkurat.


Gemeinde ließ Gedenktafel vorsichtig restaurieren

Anfang September wurde die Gedenktafel im Auftrag der Gemeinde durch die Würzburger Firma Geißendörfer gereinigt. Anschließend wurde die inzwischen stark verblasste Inschrift von Hand farblich neu gefasst.

Auf eine vollständige Restaurierung wurde bewusst verzichtet. Abgeschlagene Kanten blieben erhalten, damit der ursprüngliche Charakter der über 100 Jahre alten Sandsteintafel nicht verändert wird.

Die Gedenktafel steht nicht unter Denkmalschutz.


Ahnenforschung brachte den Stein ins Rollen

Angestoßen wurde die Sanierung von 2. Bürgermeister Elmar Knorz. Im Zuge seiner Ahnenforschung war er auf die Gedenktafel und die Geschichte des namensgleichen Sprengmeisters aufmerksam geworden.

Knorz recherchierte daraufhin auch die Geschichte der ehemaligen Steinbrüche auf dem heutigen LWG-Gelände.

„Dieser staatliche Hintergrund war wohl auch für die Anbringung der Gedenktafel ausschlaggebend“, vermutet Elmar Knorz.

Die Recherchen machten deutlich, dass die kleine Tafel nicht nur an ein persönliches Schicksal erinnert, sondern zugleich ein Stück Veitshöchheimer Orts- und Industriegeschichte dokumentiert.


Auch zwei Kunstwerke wurden gereinigt

Neben der Gedenktafel kümmerte sich die Gemeinde in diesem Jahr auch um zwei Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Bereits Ende Mai ließ die Hochbauabteilung in der Mainlände die Skulptur „Waschschiff“ durch die Firma Weißenberger reinigen. Das Kunstwerk aus fränkischem Muschelkalk stammt vom Bildhauer Lothar Forster und wurde 1989/90 geschaffen.

Auf dem Waldfriedhof wurde außerdem die „Skulptur Raphael und Tobias“ gereinigt. Das Kunstwerk geht auf eine Schenkung des Bildhauers Franz Pechwitz aus dem Jahr 1978 zurück.

Damit erhalten nicht nur historische Zeugnisse, sondern auch Kunstwerke im öffentlichen Raum die notwendige Pflege und bleiben für die kommenden Generationen erhalten.


Bilder: Jan Speth, Gemeinde Veitshöchheim – Hochbau


Mehr Informationen

Gedenktafel für Sprengmeister Anton Knorz:
WürzburgWiki – Gedenktafel für Sprengmeister Anton Knorz

Skulptur „Waschschiff“:
WürzburgWiki – Skulptur „Waschschiff“

Skulptur „Raphael und Tobias“:
WürzburgWiki – Skulptur „Raphael und Tobias“

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