12 Zander verendet: Anglerverein Veitshöchheim rüstet Angelsee gegen Sauerstoffmangel
Druckluft soll Fischsterben verhindern
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Positionierte PV-Schwimm-Insel vor dem Seerosenfeld - mittels zwei senkrechten Rohren fixiert – wandert mit dem Wasserstand auf und ab (Rohre verlängerbar)
Wenn die Temperaturen steigen, wird es auch unter Wasser kritisch. Im Kleinen Angelsee nahe der Schleuse Harrbach kann bei großer Hitze der Sauerstoff knapp werden. Bereits bei der ersten Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli verendeten zwölf fangfähige Zander.
Der Anglerverein Veitshöchheim und Umgebung will es deshalb gar nicht erst so weit kommen lassen und setzt auf Sonnenenergie: Eine schwimmende Photovoltaikanlage versorgt künftig eine Druckluftpumpe, die Sauerstoff in den See bringt. Ziel ist es, einem Fischsterben in dem rund 0,8 Hektar großen Gewässer vorzubeugen.
Gerade bei hohen Außentemperaturen kann der Sauerstoffgehalt des Wassers deutlich sinken. Wie bereits in den Jahren 2017 und 2020 steigt bei Hitze die Wassertemperatur, während gleichzeitig der Sauerstoffgehalt abnimmt. Zusätzlich wird durch die höheren Temperaturen das Algenwachstum verstärkt, was den Sauerstoffgehalt weiter reduziert.
Angesichts der anhaltenden Erderwärmung geht der Anglerverein davon aus, dass sich das Problem künftig noch verschärfen könnte.
Schwimmende Photovoltaikanlage treibt die Pumpe an
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PV-Schwimminsel mit eingebauter Druckluftversorgung
Weil am See kein Stromanschluss vorhanden ist, setzt der Verein auf eine schwimmende Photovoltaikanlage. Die daran angeschlossene Pumpe kann bis zu 80 Liter Luft pro Minute in das Wasser einbringen.
Der aufsteigende Luftstrom führt Sauerstoff ins Gewässer und sorgt gleichzeitig dafür, dass kühleres Wasser aus rund 1,3 Metern Tiefe nach oben gelangt. Entwickelt wurde das Projekt mit technischer Unterstützung von Thomas Grabosch von der Firma Solar-Belüftungssysteme.
Die Photovoltaikanlage liefert den Strom für eine Pumpe, die Luft in den See drückt. Der aufsteigende Luftstrom bringt zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser und sorgt zugleich dafür, dass kühleres Wasser aus rund 1,3 Metern Tiefe an die Oberfläche gelangt.
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Belüfter-Einheit mit Gewicht zur Fixierung am Grund Tiefe: 1,3 m „Niedrigwasser“
6000 Euro für das Pilotprojekt
Der Anglerverein hat rund 6000 Euro in die Anlage investiert. Eine Förderung in Höhe von 60 Prozent aus der Fischereiabgabe ist zugesagt. Voraussetzung für die Bewilligung war eine Stellungnahme der Fischereifachberatung des Bezirks Unterfranken.
Vorbeugen statt Fischsterben beseitigen
Auch der Bezirk Unterfranken unterstützt den vorbeugenden Ansatz. Eine Belüftung sei sinnvoller, als nach einem Fischsterben verendete Tiere aufwendig zu entsorgen und den Fischbestand anschließend wieder aufzubauen. Zugleich unterstütze die Maßnahme den Verein bei seiner gesetzlichen Hegeverpflichtung das Tierwohl angemessen zu berücksichtigen.
Erste Erfahrungen sind positiv
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Belüftersystem in Betrieb im Abstand von 25 m variierbar - Tiefeneinstellung über verlängerbare Kette einstellbar
Ende Juli installierten Vereinsmitglieder das Solarbelüftungssystem im Beisein von Thomas Grabosch. Die ersten Erfahrungen stimmen den Verein zuversichtlich: Die Anlage funktioniert nach seinen Angaben auch bei leicht bedecktem Himmel.
In den kommenden Wochen sollen Wassertemperaturen und Sauerstoffgehalte durch Messungen dokumentiert werden. Darum hatte auch die Fischereifachberatung gebeten.
Sollte sich das System wie geplant bewähren, könnte das Veitshöchheimer Projekt als Pilotprojekt anderen Vereinen als Beispiel zur Nachahmung dienen.
Text und Fotoquelle: Monika Büdel und Alfons Berger