Sommerliche Chormusik aus aller Welt begeisterte in der Christuskirche – „Mit Herz und Stimme“ und Singforum Karlstadt luden zum musikalischen Miteinander ein
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Es gibt Konzerte, die klingen noch lange nach – nicht nur in den Ohren, sondern auch im Herzen. Das Sommerkonzert des Chores „Mit Herz und Stimme“, das im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Veitshöchheim macht Musik & Appetit“ in der evangelischen Christuskirche stattfand, gehörte zweifellos dazu. Gemeinsam mit dem Gastchor „Singforum Karlstadt“ gestaltete das Ensemble einen abwechslungsreichen musikalischen Nachmittag, der Menschen und Kulturen über die Sprache der Musik miteinander verband.
Unter dem Leitgedanken „Sing together“ spannten die beiden Chöre einen weiten musikalischen Bogen über Kontinente und Stilrichtungen hinweg. Volkslieder, Gospels, geistliche Chormusik, Popklassiker und internationale Melodien verschmolzen zu einem Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie Musik Grenzen überwinden und Menschen verbinden kann.
Passend dazu stand auch ein Gedanke im Mittelpunkt des Nachmittags: „Kennst du die Lieder und Tänze eines Volkes, erkennst du seine Seele.“
Unter der Leitung von Bernhard von der Goltz eröffnete der Veitshöchheimer Chor den Konzertnachmittag mit dem programmatischen Titel „Sing together“ und lud das Publikum von Beginn an zum gemeinsamen musikalischen Erleben ein.
Der schwedische „Sommerpsalm“ von Waldemar Åhlén ließ mit seinen warmen Harmonien und seiner poetischen Naturverbundenheit die Schönheit der Jahreszeit lebendig werden. Einen ganz anderen Ton schlug anschließend „Gracias a la vida“ an. Das weltberühmte chilenische Lied von Violeta Parra ist eine bewegende Danksagung an das Leben selbst – voller Dankbarkeit für Liebe, Hoffnung und die kleinen Wunder des Alltags.
Mit dem temperamentvollen spanischen „Un poquito Cantas“ zog schließlich südliche Lebensfreude in die Kirche ein. Rhythmus, Leichtigkeit und beschwingte Melodien ließen Urlaubsstimmung aufkommen und sorgten für ein erstes begeistertes Echo des Publikums.
Das Singforum Karlstadt unter der Leitung von Regine Schlereth versteht sich seit vielen Jahren als Chor, der musikalische Vielfalt lebt. Fröhlichkeit, Herzlichkeit und Offenheit prägen nicht nur die Chorgemeinschaft, sondern spiegelten sich auch im abwechslungsreichen Programm wider.
Mit „Amani“, dem Swahili-Wort für Frieden, setzte der Chor gleich zu Beginn ein eindrucksvolles Zeichen für Verständigung und Menschlichkeit. Es folgte „Wunder gescheh'n“, der bekannte Titel von Nena, der von Hoffnung und dem Vertrauen erzählt, dass selbst in schwierigen Zeiten Unerwartetes möglich wird.
Mit „Veglia sul mondo“ erklang anschließend ein ruhiges, nachdenkliches Lied voller Zuversicht und Verantwortung für die Welt. Einen Kontrast dazu bildete „Übern See“, das mit seinen volksliedhaften Klängen Fernweh, Naturverbundenheit und Leichtigkeit vermittelte.
Besonders farbenreich wurde es mit „Nenita Uno“, dessen lateinamerikanische Rhythmen und lebendige Klangsprache südamerikanisches Lebensgefühl in die Christuskirche brachten.
Im zweiten Programmteil führte der Chor „Mit Herz und Stimme“ sein Publikum erneut auf eine musikalische Reise.
Das südafrikanische „O sifuni Mungu“ beeindruckte mit kraftvollen afrikanischen Rhythmen und einem intensiven Ausdruck des Glaubens. Einen stillen Gegenpol bildete „Look at the World“ von John Rutter – eine musikalische Betrachtung der Schönheit der Schöpfung mit fein schwebenden Harmonien.
Mit „Spar deinen Wein nicht auf“ wurde es wieder lebensbejahend. Das Lied erinnert daran, die schönen Augenblicke des Lebens nicht aufzuschieben, sondern bewusst zu genießen. Den Abschluss bildete „So oder so ist das Leben“, dessen optimistische Botschaft dazu ermutigt, Herausforderungen mit Zuversicht und Gelassenheit anzunehmen.
Auch das Singforum Karlstadt setzte im zweiten Teil auf eine gelungene Mischung aus modernen und geistlichen Werken.
Mit „In Your Arms“ erklangen sanfte Harmonien voller Geborgenheit und Vertrauen. Das südafrikanische „Nkosi Sikelel' iAfrika“, heute Bestandteil mehrerer Nationalhymnen des südlichen Afrika, verlieh dem Konzert einen besonders bewegenden Moment. Seine eindringliche Bitte um Frieden und Segen berührte die Zuhörer spürbar.
Es folgten das moderne geistliche Lied „God is Here“, das Gottes Gegenwart in der Gemeinschaft feiert, sowie der Popklassiker „Angels“ von Robbie Williams in einer klangvollen Chorfassung. Den Abschluss des offiziellen Programms bildete „Lord, Reign in Me“, dessen kraftvolle Melodie und rhythmische Dynamik den Konzertteil eindrucksvoll beschloss.
Zum Abschluss vereinten sich beide Chöre zu einem großen Klangkörper und sangen gemeinsam „An Irish Blessing“. Der irische Segenswunsch mit seinen warmen Harmonien bildete einen stimmungsvollen Schlusspunkt eines Konzerts, das ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Frieden und gegenseitiger Wertschätzung stand.
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Langanhaltender Applaus dankte beiden Chören sowie ihren Chorleitern Bernhard von der Goltz und Regine Schlereth für einen musikalisch anspruchsvollen und zugleich emotional berührenden Konzertnachmittag.
Nach dem Konzert war der musikalische Nachmittag noch lange nicht beendet. Die Sänger des Singforums Karlstadt waren in den Gemeinderaum der Christuskirche eingeladen, wo bei kühlen Getränken und Pizza von La Montana die herzliche Gastfreundschaft des Veitshöchheimer Chores gepflegt wurde.
In geselliger Runde wurde erzählt, gelacht und natürlich weitergesungen – mal gemeinsam, mal abwechselnd. Zum Abschied bedankte sich der Gastchor auf besonders stimmungsvolle Weise für die freundliche Aufnahme und verabschiedete sich singend mit dem Klassiker „Gute Nacht, Freunde“. So klang ein Konzert aus, dessen eigentliche Botschaft weit über die Musik hinausreichte: Gemeinsam singen verbindet Menschen.
Fotos Dieter Gürz