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„Stopp Gewalt gegen Frauen“ – Informationsabend in Veitshöchheim - 600 Euro Spende an Wildwasser Würzburg übergeben

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Unter dem Titel „Stopp Gewalt gegen Frauen“ luden der SPD-Ortsverein Veitshöchheim, der VdK-Ortsverband Veitshöchheim sowie Kostbar e. V. zu einem Informations- und Diskussionsabend in die Mainfrankensäle ein. Hauptreferentin war Katharina Amon (Bildmitte), seit 2019 Traumaberaterin bei Wildwasser Würzburg e. V.

Wildwasser Würzburg engagiert sich seit 1989 für Mädchen und Frauen, die von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffen sind. Zum Angebot der Fachberatungsstelle gehören psychosoziale Beratung, Begleitung in Strafverfahren, Unterstützung in akuten Krisensituationen sowie die Vernetzung mit weiteren Hilfsangeboten. Jungen, die Gewalt erfahren haben, werden bei Bedarf an andere Fachstellen wie pro familia vermittelt.


Deutlich steigende Zahl an Beratungsanfragen

Wie Katharina Amon berichtete, nimmt die Zahl der Erstanfragen seit Jahren kontinuierlich zu. Gründe seien sowohl die gestiegene Bekanntheit von Wildwasser als auch ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für das Thema. Dennoch falle es vielen Betroffenen schwer, erlebte Gewalt als solche zu benennen, darüber zu sprechen oder Anzeige zu erstatten – insbesondere dann, wenn die Täter aus dem nahen persönlichen Umfeld stammen.

Das bekannte Motto „Die Scham muss die Seite wechseln“ ermutigt Betroffene, das Schweigen zu brechen. Allein im Jahr 2024 verzeichnete Wildwasser Würzburg nahezu 700 Anfragen. Pro Fall finden im Durchschnitt etwa zehn Beratungstermine statt, von der Erstberatung bis hin zur Begleitung durch ein mögliches Strafverfahren. Zusätzlich berät die Fachstelle auch Fachkräfte, die beruflich mit Fällen sexualisierter Gewalt konfrontiert sind.


Gewalt im nahen Umfeld und begrenzte Schutzplätze

Amon erläuterte die verschiedenen Gewaltformen, mit denen Wildwasser arbeitet: sexueller Missbrauch, körperliche, psychische und emotionale Gewalt, häusliche Gewalt sowie sogenannte Nachtrennungsgewalt. Besonders alarmierend sei, dass rund 98 Prozent der Täter aus dem vertrauten Umfeld der Betroffenen stammen – etwa aus Familie, Partnerschaft oder dem Bekanntenkreis. Auch Kinder seien häufig mitbetroffen, selbst wenn sie nicht unmittelbar Opfer der Gewalt würden.

Ein weiteres Thema war die angespannte Situation der Frauenhäuser im Bezirk. Aufgrund begrenzter Plätze und des schwierigen Wohnungsmarktes verlängern sich die Aufenthaltszeiten zunehmend. In diesem Zusammenhang stellte Amon das überregionale „Second-Stage“-Projekt vor, das Frauen nach dem Frauenhausaufenthalt eine befristete, sichere Wohnmöglichkeit sowie sozialpädagogische Begleitung bietet.


Spende aus Popcornaktion am Weihnachtsmarkt

Zum Abschluss des Abends übergaben die veranstaltenden Organisationen eine Spende in Höhe von 600 Euro an Wildwasser Würzburg. Der Betrag stammt aus einer Popcornaktion am zweiten Adventswochenende auf dem Veitshöchheimer Weihnachtsmarkt.

Auch am dritten Adventswochenende wurde erneut Popcorn gegen Spende ausgegeben – diesmal zugunsten der Bahnhofsmission.


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