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Rosenliebe blüht weiter auf – Jury bewertete Veitshöchheims schönste Rosengärten

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Es ist eine stille Leidenschaft, die in Veitshöchheim seit Jahren immer prächtigere Blüten treibt: die Liebe zur Rose. Bereits zum neunten Mal war nun eine Jury des Verschönerungsvereins im Auftrag der Gemeinde unterwegs, um die schönsten Rosengärten und Rosenoasen des Ortes zu bewerten.

Mit dabei waren als Juroren die Experten Claudia Taeger (Bildmitte) und Andreas Lösch (2.v.l.) vom Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Gärtner und Gartenplaner Burkhard Hartwig (re.) sowie der Vorsitzende des Verschönerungsvereins Burkhard Löffler (3.v.r.) Unterstützt wurden sie von Organisator und Zweitem Vorsitzenden Heiner Bauer (3.v.l.), Kassier Wolfgang Kraus (li.) als Fahrer sowie Fotograf und Ehrenmitglied Hubert Hanke (2.v.r.), der alle bewerteten Gärten dokumentierte.

Auf dem Weg zum Rosendorf

Die Idee ist nicht neu, aber aktueller denn je. Bereits 2009 formulierte der Verschönerungsverein im Rahmen der Aktion „Veitshöchheim blüht auf“ das Ziel, Veitshöchheim zu einem Rosendorf zu entwickeln. Seitdem engagieren sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger dafür, diese Vision mit Leben zu füllen.

Ein sichtbares Zeichen setzte der Verein zum 925-jährigen Ortsjubiläum im Jahr 2021. Damals schenkte er der Gemeinde zwei eigens gezüchtete Floribunda-Rosen in den Gemeindefarben Gelb und Rot. Die Sorten tragen die Namen „Die schöne Veitshöchheimerin“ und „Heilige Bilhildis“ und sind inzwischen nicht nur an öffentlichen Standorten, sondern auch in vielen Privatgärten zu finden.

Mehr als 100 Rosenstandorte erfasst

Wie groß die Begeisterung inzwischen geworden ist, zeigte sich auch in diesem Jahr. Heiner Bauer sichtete im Vorfeld rund 120 Rosenstandorte im gesamten Ortsgebiet. Daraus wurden der Jury 85 Anwesen vorgestellt, von denen schließlich 60 in die Bewertung aufgenommen wurden. Kriterien waren unter anderem Blühfreudigkeit, Pflanzengesundheit, Pflegezustand, standortgerechte Pflanzung, Umwelt- und Bienenfreundlichkeit sowie der Gesamteindruck.

Begeisterung für große und kleine Rosenträume

Während ihrer Rundfahrt erlebten die Jurymitglieder weit mehr als nur fachgerecht gepflegte Pflanzen. Hinter vielen Rosenstöcken standen persönliche Geschichten, jahrelange Pflege und die Freude daran, den Ort aktiv mitzugestalten.

Mal waren es kleine, liebevoll angelegte Vorgärten, mal weitläufige Gartenanlagen mit Rosenbögen, Kletterrosen und harmonischen Kombinationen aus Stauden und Begleitpflanzen. Immer wieder zeigte sich, wie vielfältig die Königin der Blumen in Veitshöchheim in Szene gesetzt wird.

Beeindruckt von Qualität und Blütenfülle

Ein besonders positives Fazit zog Claudia Taeger, die stellvertretende Leiterin des Instituts für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG, die erstmals als Jurorin an der Bewertungsfahrt teilnahm: „Ich war insgesamt von der Rosenkultur in Veitshöchheim sehr beeindruckt.“ Für die meisten Rosen sei der Zeitpunkt der Bewertung ideal gewesen. Lediglich bei wenigen Gärten habe die Hauptblüte noch bevorgestanden, bei der überwiegenden Mehrheit habe sich jedoch ein perfektes Bild geboten.

Auch Burkhard Löffler zeigte sich erfreut: „Die Rosen präsentieren sich heuer in ausgezeichneter Verfassung. Durch die trockene Witterung ohne längere Regenphasen waren die Pflanzen insgesamt sehr gesund. Wachstum und Vitalität liegen deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres.“

Die hohe Qualität der Anlagen werde sich nach seiner Einschätzung auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Mehrere bekannte Spitzenreiter hätten erneut starke Eindrücke hinterlassen.

Spannung bis zur Preisverleihung

Wer in diesem Jahr die Nase vorn hat, bleibt allerdings noch geheim. Auf Wunsch von Bürgermeister Jürgen Götz werden die Ergebnisse erst bei der Preisverleihung im Herbst bekanntgegeben.

Bis dahin darf die Spannung weiter wachsen – ebenso wie die Vorfreude auf die nächste Rosensaison. Die Vorstandschaft des Verschönerungsvereins bedankt sich bei allen Teilnehmern. Denn unabhängig von der Platzierung trägt jeder Rosengarten dazu bei, dass Veitshöchheim seinem Ruf als Rosendorf gerecht wird.

Die Auswertungen der vergangenen Jahre zeigen, dass zahlreiche Teilnehmer regelmäßig mit außergewöhnlicher Rosenpracht überzeugen. Stellvertretend dafür stehen Helga und Manfred Dömling, die Jahr für Jahr mit einem beeindruckenden Rosenensemble vor ihrem Haus Akzente setzen.

Mit ihren blühenden Vorgärten, kunstvoll gestalteten Rosenbögen und liebevoll gepflegten Beeten haben die Veitshöchheimer Rosenfreunde auch in diesem Jahr erneut eindrucksvoll bewiesen: Der Traum vom „Rosendorf Veitshöchheim“ ist längst Wirklichkeit geworden.

Fotos Dieter Gürz

 Info zum Pressefoto

Als Hintergrundmotiv für das Pressefoto wählte die Jury einen außergewöhnlichen Blickfang in der Gartensiedlung: den sagenhaften Rambler-Rosenbaum im Vorgarten von Brigitte und Klaus Rostek in der Friedenstraße. Kaum zu glauben, dass sich unter der Fülle weißer Blüten ein inzwischen abgestorbener Kirschbaum verbirgt.

Des Rätsels Lösung ist eine Ramblerrose, auf Deutsch Schlingrose. Der Begriff leitet sich vom englischen „to ramble“ (umherschweifen) ab und beschreibt treffend das ausladende Wachstum dieser besonderen Kletterrosen. Mit ihren langen, biegsamen, an Lianen erinnernden Trieben können Ramblerrosen Höhen von bis zu zehn Metern erreichen.

Neben dem Kirschbaum gepflanzt, hat die Wildrosen-Hybride dessen Krone im Laufe der Jahre aus eigener Kraft erobert und vollständig überwachsen. Der Baum selbst ist heute kaum noch zu erkennen. Charakteristisch für viele Ramblerrosen sind die zahlreichen kleinen Blüten, die in üppigen Büscheln erscheinen. Die meisten Sorten blühen nur einmal im Jahr, dann jedoch über mehrere Wochen hinweg besonders reich und eindrucksvoll. Nach der Blüte schmücken oft Hagebutten die Pflanzen.

Ramblerrosen gelten zudem als äußerst robust und anspruchslos – Eigenschaften, die das märchenhafte Rosenwunder im Rostek-Garten eindrucksvoll unter Beweis stellt.

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