Gartenparadiese in Veitshöchheim entdeckt: Jury des Verschönerungsvereins bewertet 14 ganz unterschiedliche grüne Oasen
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Ein langer, aber überaus abwechslungsreicher Tag erwartete am 11. Juni die Jury des Gartenwettbewerbs des Verschönerungsvereins Veitshöchheim (VVV). Pünktlich am Morgen um acht Uhr trafen sich an der Station 1 im Schrebergarten nördlich der Kläaranlage die Juroren Angelina Röser und Wolfgang Graf von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sowie Gärtner Burkard Hartwig mit dem Vorsitzenden Burkhard Löffler und seinem Stellvertreter Heiner Bauer, der den Wettbewerb organisiert hat (Im Bild v.l.n.r. Löffler, Graf, Hartwig, Rösner und Bauer).
Bis zum späten Nachmittag standen 14 Privatgärten zur Bewertung auf dem Programm. Die Bandbreite reichte von naturnahen Nutzgärten über romantische Rosengärten bis hin zu kunstvoll gestalteten Gartenanlagen. Bewertet wurden die Anlagen nach den Kriterien Ökologie und Nachhaltigkeit, Gestaltung und Ästhetik, naturnahe Artenvielfalt, Pflegezustand sowie Besonderheiten.
Erstmals hatte der Verschönerungsverein bei der mit der Goldmedaille gekrönten Teilnahme Veitshöchheims am Wettbewerb "Entente Florale Deutschland 2009" einen Gartenwettbewerb durchgeführt:
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Vier der nun 2026 bewerteten Gärten waren schon damals dabei. Die entsprechenden Folien sind jeweils beigefügt.
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Die erste Station führte die Jury zum Schrebergarten von Gabriele Würzburg und Michael Lightbeer hinter der Kläranlage. Auf einem Teil des Gelände des ehemaligen Strabo-Heilkräuter-Bürgergartens präsentierte sich ein naturnahes Kleinod voller Romantik.
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Die unmittelbare Nähe zum Main und die entspannte Atmosphäre machten den Garten zu einem besonderen Auftakt der Besichtigungsrunde.
Für die Gartenbesitzer steht vor allem das harmonische Miteinander von Mensch, Tier und Pflanze im Mittelpunkt.
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Offene Blüten für Insekten, zahlreiche Kräuter als wichtige Nahrungsquelle sowie die Verbindung von Nutz- und Ziergarten prägen die Philosophie ihrer grünen Oase am Main.
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Anschließend stand der Garten von Sieglinde und Marc Winter in der Sendelbachstraße auf dem Programm, der im Premium-Segment anzusiedeln ist. Ein Gartenpavillon und schlanke Zypressen verleihen der Anlage ein mediterranes Ambiente und sorgen für italienisches Flair.
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„Einfach traumhaft“, lautete das Urteil. Besonders beeindruckte die neu angelegte Terrassierung des Hanges mit insektenfreundlichen Natursteinmauern.
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Natürlich gibt es auch einen Nutzgartenbereich.
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Ein besonderes Highlight war der Garten von Heiner und Gunda Bauer in der Herrnstraße.
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Mehr als 90 selbst geschaffene Skulpturen, zahlreiche Natursteinobjekte und über 2.500 Bocksbeutelflaschen bilden hier eine einzigartige Hommage an das Fränkische Weinland.
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Eingebettet in Rosenbeete, Staudenpflanzungen und Teichanlagen entstand ein Kunstgarten, der weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist.
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In der Hofellernstraße öffneten Barbara und Prof. Dr. Tiemo Grimm ihre Gartentore für die Jury. Diese zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Verbindung aus Gartenkunst und Natur. Selbst gefertigte Keramikobjekte, eine große Vielfalt an Rosen und harmonisch gestaltete Gartenräume mit Rosenbögen prägen das Anwesen.
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Besonders hervorgehoben wurden die wenigen versiegelten Flächen, die Nutzung von Regenwasser sowie der herrliche Ausblick ins Maintal. Die zahlreichen Sitzplätze laden zum Verweilen und Genießen ein.
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Bewertung 2009
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Bei Familie Kerkhof erwartete die Jury eine liebevoll gepflegte Gartenanlage. Der in Eigenleistung angelegte Garten überzeugt mit Natursteinmauern, Wildblumenbereichen und einer artenreichen Bepflanzung, die Eidechsen, Vögeln und Insekten wertvolle Lebensräume bietet. Regenwasser aus der Zisterne, Tröpfchenbewässerung, Mulchen sowie die Verwendung von Naturkompost und Hornspänen unterstreichen den nachhaltigen Ansatz.
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Auch ein Nutzgarten ist vorhanden.
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Markus und Jacqueline Schreier stellten in ihrem Garten am Mittleren Graben eindrucksvoll unter Beweis, wie klimaangepasste Gartengestaltung aussehen kann. Ein Blickfang ist gleich neben dem Eingang die Dachbegrünung des Mülltonnenhäuschens.
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Für das Ehepaar ist ihr Garten vor allem eine persönliche Wohlfühloase. Regenwasserzisternen, wasserdurchlässiges Sickerpflaster, automatische Tröpfchenbewässerung und eine bewusst reduzierte nächtliche Beleuchtung zeigen, wie Nachhaltigkeit praktisch umgesetzt werden kann. Blühende Mischhecken, Rosen, Lilien und Hortensien sorgen über viele Monate hinweg für Farbe und Nahrung für Insekten.
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Sonja und Andreas Reinhardt präsentierten einen naturnah gestalteten Familiengarten, der Funktionalität und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet. Für die Familie ist der Garten hinter ihrem Einfamilienhaus vor allem ein Refugium für die Kinder. Spielgeräte und eine große Rasenfläche bieten viel Raum zum Spielen und Toben. Naturnah gestaltet ist auch der zur Terrasse ansteigende Hang auf der Westseite, der mit Trockenmauern terrassiert wurde. Diese strukturieren das Gelände nicht nur optisch, sondern schaffen zugleich wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild des Gartens ein.
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Der Hang zur Terasse im Westen ist mit Trockenmauern naturnah gestaltet.
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Ganz andere Akzente setzte der naturnahe Nutzgarten von Reinhold Fella im Setzweg, der am 12. Juni seinen 80. Geburtstag feiert. Verschlungene Pfade führen durch eine bewusst naturnahe Gartenlandschaft, die mancher Besucher zunächst als „Wildnis“ wahrnehmen mag.
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Selbst gestaltete Holzkunstwerke, zahlreiche Blühaspekte und unterschiedlichste Lebensräume verleihen dem Garten seinen unverwechselbaren Charakter. Die Jury bescheinigte ihm eine außergewöhnlich hohe Bedeutung für die heimische Tierwelt.
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Bewertung 2009
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Im Premium-Segment beeindruckten Helga und Manfred Dömling mit ihrem Anwesen am Hofgarten. Alte Bäume, Rosen, Stauden, ein Bachlauf und ein idyllischer Teich schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Entspannung. Die Vielfalt, Leichtigkeit und zeitlose Eleganz ihres Gartens laden zum Träumen und Verweilen ein.
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Der Garten gliedert sich in einen eher schlicht-eleganten Bereich zur Straße hin und einen romantisch gestalteten hinteren Teil mit Blick auf das Schneckenhaus des Hofgartens. Alle Elemente wirken perfekt aufeinander abgestimmt.
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Auch hier gibt es einen Nutzgartenbereich.
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Bewertung 2009
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Gisela und Wolfgang Heppel präsentierten einen vielseitigen Garten, in dem Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit im Mittelpunkt stehen. Trockenmauern, Kräuterbeete, Bauerngarten, Teich, Sandarium und Insektenhotel bieten zahlreichen Tierarten wertvolle Lebensräume.
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Der rund 700 Quadratmeter große Garten versteht sich als Lebensraum für Menschen und Tiere gleichermaßen. Heimische Stauden und Gehölze, Nistkästen, Totholzbereiche, Trockenmauern und ein fischfreier Teich schaffen ideale Bedingungen für Insekten, Vögel, Reptilien und Amphibien.
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Auch hier gibt es einen Nutzgartenbereich.
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Der große, sich bis zur Mainuferstraße erstreckende Garten von Hans und Helga Bätz in der Würzburger Straße verbindet landwirtschaftliche Tradition mit vielfältigen Gestaltungselementen.
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Großzügige Nutzgarten- und naturnahe Flächen mit abwechslungsreichen Strukturen schaffen attraktive Lebensräume für Mensch und Tier.
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Tagpfauenauge (links)
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Mit ihrem Wohngarten in der Oberen Maingasse zeigten Roland und Brigitte Wegner, wie auch auf begrenzten Flächen attraktive Gartenräume entstehen können.
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Einen naturnahen Nutzgarten stellte Waltraud Schreitmüller in ihrem Pachtgarten an der Vitusschule im Altort vor. Hier verbinden sich ökologische Aspekte mit praktischer Nutzung auf gelungene Weise.
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Den Abschluss bildete der Garten von Burkard und Corona Löffler in der Unteren Maingasse. Trotz des schmalen Grundstücks entstand hier eine harmonische Gartenanlage mit gepflegten Rasenflächen, Rosen- und Staudenbeeten, Teichanlage und zahlreichen Kunstobjekten.
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Besondere Blickfänge sind die begrünten Dächer der Gartenhäuser sowie die Kunstwerke der Würzburger Künstlerin Hilde Würtheim. Die durchdachte Gestaltung schafft mitten im Altort eine grüne Oase mit hohem Erholungswert.
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Bewertung 2009
Bewertung nach klaren Kriterien
Gartenwettbewerb mit langer Tradition
Der Wettbewerb des Verschönerungsvereins blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 2009 wurden im Rahmen von „Veitshöchheim blüht auf“ erstmals 30 Privatgärten bewertet. In den Folgejahren kamen weitere Gartenbesichtigungen hinzu, bei denen zahlreiche bislang unbekannte Gartenschätze entdeckt wurden.
„Veitshöchheim blüht weiter“
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Auch VVV-Vorsitzender Burkard Löffler zeigte sich begeistert: „Alle besichtigten Gärten imponierten der Jury, jeder Garten auf seine Art. Die Eigentümer investieren viel Herzblut in ihre grünen Oasen.“
Die Teilnehmer dürfen sich bei der Preisverleihung im Herbst auf eine Urkunde mit Gartenfoto sowie einen Einkaufsgutschein für neue Pflanzen freuen. Für die Jury stand am Ende eines langen Tages jedenfalls fest: Veitshöchheim blüht weiter – und verfügt über weit mehr grüne Schätze, als viele vermuten.
Acht der bewerteten Garten können im Rahmen des 130-jährigen Vereinsjubiläums am Sonntag, 21. Juni 2026, von 10 bis 17 Uhr beim „Tag der offenen Gärten – Gartenpracht mit Kunstgenuss“ besichtigt werden.
Text und Fotos Dieter Gürz
Rückblick
Angesichts der Vielfalt an gelungenen Gartengestaltungen in seinen Bann zog Landwirtschaftsoberrat Rainer Berger von der Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die Gäste, als er die 20 von der Jury prämierten Gärten des 2009 erstmals vom Verschönerungsvereins ausgeschriebenen Wettbewerbs "Die schönsten Privatgärten in Veitshöchheim" beleuchtete.
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