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Graffiti statt Schmierereien: Toilettenhäuschen an der Veitshöchheimer Mainlände wird zum Hingucker

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Kreatives Gemeinschaftsprojekt in Veitshöchheim von Gemeinde, Jugendpflege und Mittelschule: Das Toilettenhäuschen in der Veitshöchheimer Mainlände - im Kreis von vier Mittelschülern v.l. Pascal Mader, Michael Stadtmüller, Bürgermeister Jürgen Götz und Christoph Ulherr

Das Toilettenhäuschen gegenüber der Kneippanlage an der Veitshöchheimer Mainlände präsentiert sich seit heute in völlig neuem Gewand. Wo bislang immer wieder unerwünschte Schmierereien das Erscheinungsbild beeinträchtigten, zieht nun ein farbenfrohes Graffiti-Kunstwerk mit ortstouristischen Bezügen die Blicke auf sich - ein Werk der Graffitikünstler Christoph Ulherr (re) und Michael Stadtmüller (li.).

Den Anstoß für die Verschönerungsaktion gab Jan Speth vom Hochbaureferat der Gemeinde. Nachdem das Gebäude wiederholt mit Schmierereien verunstaltet worden war, brachte er die Idee eines Graffiti-Workshops bei Jugendpfleger Pascal Mader ins Gespräch. Fast zeitgleich bekundete auch Michael Stadtmüller, Fachlehrer für Technik an der Veitshöchheimer Mittelschule, bei einem Besuch im Jugendzentrum Interesse daran, für einige seiner Schüler einen Graffiti-Workshop anzubieten.

Für Stadtmüller schloss sich damit gewissermaßen ein Kreis: Vor rund 35 Jahren war er selbst an der Gründung des Jugendzentrums beteiligt. Gemeinsam mit Mader entwickelte sich daraus die Idee eines Projekts, das Jugendliche kreativ einbindet und zugleich einen Mehrwert für die Gemeinde schafft.

Von der KI-Idee zum Kunstwerk

Für die Umsetzung konnte die Gemeinde den Würzburger Graffiti-Künstler Christoph Ulherr gewinnen, Inhaber des Designbüros Kapuze. Gemeinsam mit Jugendpfleger Pascal Mader und Lehrer Michael Stadtmüller begleitete er vier Schüler der neunten Klassen der Mittelschule, die derzeit ihre Qualifikationsprüfung absolvieren, bei der Umsetzung.

Ein von Jan Speth mithilfe Künstlicher Intelligenz entworfener Gestaltungsvorschlag diente als Grundlage. Christoph Ulherr verfeinerte den Entwurf und entwickelte daraus das finale Motiv, das nun gemeinsam mit den Jugendlichen auf die Wände des Toilettenhäuschens gesprüht wurde.

Dabei durfte der Bezug zu Veitshöchheim nicht fehlen. Das fertige Kunstwerk greift typische Motive des Ortes auf: Eisgenuss, Main und Schloss finden sich ebenso wieder wie farbenfrohe Akzente, die dem Gebäude einen unverwechselbaren Charakter verleihen.

Sprühtechnik und kreative Gestaltung gelernt

Unter fachkundiger Anleitung von Ulherr (Foto) erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die Kunst des Graffiti-Sprühens. Sie lernten den richtigen Umgang mit Spraydosen kennen, probierten unterschiedliche Caps und Düsengrößen aus und beschäftigten sich mit Schattierungen, Outlines sowie der Gestaltung eigener Schriftzüge.

Neben den technischen Fertigkeiten bot der Workshop auch die seltene Gelegenheit, legal auf einer öffentlichen Fläche kreativ tätig zu werden. Die Teilnehmer füllten die vorbereiteten Flächen aus und setzten anschließend gezielt die ortsbezogenen Gestaltungselemente.

Lob vom Bürgermeister

Bei einem Besuch vor Ort zeigte sich Bürgermeister Jürgen Götz begeistert vom Ergebnis. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gelungene Verschönerung des gemeindlichen Eigentums.

Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass das neue Kunstwerk von weiteren Schmierereien verschont bleibt. Seine Zuversicht gründet sich auf Erfahrungen mit ähnlichen Projekten im Ort, deren gestaltete Flächen bislang respektiert und nicht übermalt wurden.

Fortsetzung bereits angedacht

Nach dem gelungenen Auftakt an der Mainlände denkt die Gemeinde bereits über weitere Projekte nach. Jugendpfleger Pascal Mader brachte als mögliche nächste Fläche die Bahnunterführung zwischen Schönstraße und Echterstraße ins Gespräch. Dort könnten Jugendliche erneut die Möglichkeit erhalten, legale Graffiti-Kunst im öffentlichen Raum zu gestalten.

Fotos Dieter Gürz
Fotos Dieter Gürz
Fotos Dieter Gürz

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