Ausverkaufte Mozartfest-Serenade vor märchenhafter Schlosskulisse: Salaputia Brass begeistert über 800 Besucher im Veitshöchheimer Hofgarten
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Die Serenade des Würzburger Mozartfestes im Hofgarten hat sich seit ihrer Premiere im Jubiläumsjahr 1997 zu einem der bedeutendsten gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse Veitshöchheims entwickelt. Damals gastierte erstmals das Prager Kammerorchester vor der einzigartigen Kulisse des Rokokogartens. Der große Erfolg führte dazu, dass die Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg die Konzertreihe als feste Einrichtung etablierte. Mit Ausnahme der Coronajahre 2020 und 2021 gehört die Serenade seither alljährlich zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender der Gemeinde.
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Auch die 27. Auflage am Sonntagabend bestätigte eindrucksvoll diesen besonderen Stellenwert. Mehr als 800 Besucher strömten in den Hofgarten und erlebten vor dem illuminierten Schloss einen Konzertabend, der musikalischen Genuss und außergewöhnliches Ambiente auf einzigartige Weise verband.
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Als das Ensemble Salaputia Brass um 20.30 Uhr die Bühne betrat, zeigte sich Veitshöchheim von seiner schönsten Seite. Die Abendsonne tauchte die barocke Schlossfassade in warmes Licht, während die Zuhörer unter den alten Bäumen des Hofgartens die besondere Atmosphäre genossen.
Der Wettergott meinte es gut mit dem Veranstalter Gemeinde Veitshöchheim und bescherte bei der erneut ausverkauften Serenade eine lauschige Sommernacht mit angenehmen Temperaturen.
Mit Einbruch der Dunkelheit gewann die Szenerie zusätzlich an Reiz: Das angestrahlte Schloss bildete eine märchenhafte Kulisse für einen Konzertabend voller musikalischer Höhepunkte.
Von der Renaissance bis zu den Beatles
Unter dem Titel „Songbook“ präsentierte Salaputia Brass einen Streifzug durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte, hervorragend moderiert durch den Posaunisten Philip Pineda Resch.
Die Musiker spannten den Bogen von der Renaissance bis zur Moderne und machten damit ihrem Ruf als stilistisch außergewöhnlich vielseitiges Ensemble alle Ehre.
Den Auftakt bildete 🎭 „Best of West Side Story“ von Leonard Bernstein in einem Arrangement von Peter Dörpinghaus.
Es folgte 💃 „The Fairie Round“ des englischen Renaissance-Komponisten Anthony Holborne mit ihren abwechslungsreichen Tänzen und Klangbildern.
Mit 🍂 „October“ von Eric Whitacre schlugen die Musiker die Brücke zur Gegenwart.
Mit 🇫🇷 „So ist Paris“ nahmen sie das Publikum auf einen musikalischen Spaziergang durch die französische Hauptstadt mit.
Nach der Pause stand der Mond im Mittelpunkt. In einem eigens zusammengestellten Medley verbanden die Musiker 🌙 „Moondance“ von Van Morrison, 🌙 „Moonlight Becomes You“ von Jimmy Van Heusen und 🚀🌙 „Fly Me to the Moon“ zu einer stimmungsvollen Klangreise durch die Nacht.
Es folgten Stings 🗽 „Englishman in New York“ und Henry Mancinis unvergänglicher Klassiker🌊 „Moon River“.
Den Schlusspunkt setzte ❤️🎺 „All You Need Is Brass“, eine augenzwinkernde Bearbeitung des Beatles-Hits „All You Need Is Love“ von John Lennon und Paul McCartney.
Damit schloss sich der Kreis eines Programms, das von höfischen Tänzen der Renaissance über Musical- und Filmmusik bis hin zu Pop-Klassikern reichte und eindrucksvoll die enorme stilistische Bandbreite des Ensembles unter Beweis stellte.
Mit großem Können verwandelten die Musiker bekannte Melodien in klangvolle Brassband-Versionen und bewiesen dabei ihre enorme stilistische Bandbreite. Mal erklangen festliche Fanfaren, mal lyrische Passagen, dann wieder rhythmisch mitreißende Arrangements aus Film-, Pop- und Unterhaltungsmusik.
Die Mitglieder von Salaputia Brass gingen aus dem Bundesjugendorchester hervor und gründeten 2007 ihr eigenes Ensemble. Heute musizieren sie in renommierten Klangkörpern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, dem Konzerthausorchester Berlin oder dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
Bundesweit genießt die Formation einen hervorragenden Ruf. Gastspiele führten die Musiker unter anderem in die Elbphilharmonie, zum Schleswig-Holstein Musik Festival, zum Heidelberger Frühling und zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.
Der Name „Salaputia“ bedeutet übersetzt so viel wie „Zwerge“ oder „Kerlchen“. Eine bewusst humorvolle Bezeichnung für ein Ensemble, das aus elf Blechbläsern und einem Schlagzeuger besteht und mit großer Klangfülle auftritt.
Markus Czieharz, Peter Dörpinghaus, Anne Heinemann (in Vertretung von Angelos Kritikos), Jonathan Müller und Maximilian Sutter an den Trompeten, Felix Baur am Horn, Felix Eckert, Maximilian Eller, Philip Pineda Resch und Jonas Burow an den Posaunen, Joel Zimmermann an der Tuba sowie Schlagzeuger Severin Stitzenberger überzeugten durch technische Brillanz, stilistische Vielseitigkeit und spürbare Spielfreude. Mit beeindruckender Präzision meisterten sie den Wechsel zwischen festlichen Fanfaren, fein abgestimmten Ensemblesätzen und lyrischen Passagen und begeisterten das Publikum mit ihrer außergewöhnlichen Klangkultur.
Dem Publikum in Veitshöchheim war das Ensemble keineswegs unbekannt. Bereits 2019 gastierte Salaputia Brass im Rahmen der Serenadenreihe. Damals musste das Konzert allerdings wegen schlechten Wetters kurzfristig in die Mainfrankensäle verlegt werden.
Umso größer war nun die Freude, die Klangkunst des Ensembles erstmals vor der eindrucksvollen Kulisse des Veitshöchheimer Schlosses erleben zu können. Besonders beeindruckte die raffinierte Nutzung der gesamten Klangpalette von Trompeten, Horn, Posaunen und Tuba. Mit unterschiedlichen Dämpfern, überraschenden Klangeffekten und fein abgestimmten Arrangements entstanden immer wieder neue Klangfarben und außergewöhnliche Hörerlebnisse.
Mit zunehmender Dunkelheit gewann die Atmosphäre vor dem Schloss weiter an Zauber, waren die Musiker allerdings nur noch schemenhaft zu erkennen. Eine dezente Beleuchtung von unten würde sich hier anbieten. Das Publikum dankte den Künstlern schließlich mit lang anhaltendem Applaus, was die Musiker mit zwei Zugaben honorierten.
Die ausverkaufte Sommernacht im Hofgarten zeigte eindrucksvoll, warum die Serenade des Mozartfestes längst weit mehr ist als ein Konzert: Sie ist zu einer festen kulturellen Institution geworden, die Jahr für Jahr Besucher aus Veitshöchheim und der gesamten Region begeistert.
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Zum Gelingen der Open-Air-Serenade trug wie in all den Jahren bisher der Männergesangverein Veitshöchheim bei, der die Gäste zu Beginn und in der Pause an zwei Ständen mit Getränken und Käse- und Schinkenstangen verköstigte
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Der Einlass-Service oblag dem Kulturamt und die Bestuhlung dem Bauhof der Gemeinde.
Fotos Dieter Gürz