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Umgestaltung der Neuen Lände: Warum der Gemeinderat mehrheitlich die von den Grünen beantragte Verlegung des Radweges und den Erhalt der sechs Platanen am Mainbalkon ablehnte

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Zwei Streitpunkte:

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am 13.1.2026  stand der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Umgestaltung der Neuen Lände zur Beratung. Der Antrag vom 29. Dezember 2025 betraf zwei voneinander unabhängige Themen: zum einen  die Führung des Geh- und Radwegs zwischen Stegrampe und Tiergartenstraße, zum anderen der Erhalt von sechs Platanen am Dreschplatz im Bereich des geplanten Mainbalkons (siehe nachstehender Link auf Bericht vom 1.1.2026).

Hierzu entschied der Gemeinderat in zwei getrennten Beschlüssen mit großer Mehrheit die bisherige Planung beizubehalten.

Beschluss 1: Trasse Rad- und Gehweg wird nicht geändert

Bürgermeister Jürgen Götz stellte klar, dass der erste Bauabschnitt „Parkplätze Mainfrankensäle“ bereits zur Hälfte umgesetzt ist. Der Auftrag wurde rund 30 Prozent unter der ursprünglichen Kostenberechnung vergeben. Bestandteil der Vergabe war auch die zweite Bauphase von März bis August 2026 mit Einrichtung einer Haltestelle für zwei Reisebusse auf der Pont-l’Évêque-Allee gegenüber dem neuen Parkplatz.

Hier ist weiter vorgesehen, den bislang an der Tiergartenstraße endenden Geh-/Radweg (im Bild)  bis zum Auslauf der Rampe des Höchheimer Stegs zu verlängern, mit einer Führung zwischen der Platanenallee und dem Heckensaum des Mainufers. 

Position der Grünen: Radweg zurück auf die Straße

Die Grünen-Fraktionssprecherin Christina Feiler sprach sich gegen diese Verlegung des Radwegs zum Main hin aus. Ziel des Antrags sei es, weitere Eingriffe in Ufergehölze zu vermeiden und den Radweg stattdessen auf den bestehenden Straßenraum zurückzuführen. Dadurch, so Feiler, könnten Wurzeln, Unterfüllungen und Vegetation geschont werden.

Der Bürgermeister widersprach dieser Einschätzung. Eine Führung auf der Straßenseite würde erneut in die Wurzelbereiche der Platanenallee eingreifen und zudem erhebliche Sicherheitsprobleme verursachen, da Radfahrer dann unmittelbar an wartenden Busfahrgästen vorbeigeführt würden. Eine Verlegung der Bushaltestellen sei aufgrund des Baufortschritts nicht mehr möglich.

Der neue Weg verläuft daher auf der bislang nicht versiegelten Fläche zwischen Platanenallee und Mainufer und liegt – auf Grundlage eines baumfachlichen Gutachtens – außerhalb der Kronentraufen der Platanen. Zum Main hin sind dafür geringfügige Eingriffe in die bestehende Heckenstruktur erforderlich:

  • 🌲 Rodung auf ca. 35 Metern Länge bei 3,5 Metern Breite
  • 🌲sowie auf ca. 20 Metern Länge in einem weiteren Abschnitt

Diese Eingriffe (siehe Roteintrag) wurden laut Götz vor Ort mit einem Baumsachverständigen geprüft und sowohl von der Unteren Naturschutzbehörde als auch von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung genehmigt. Die Maßnahme wird durch eine ökologische Baubegleitung überwacht.

Bei der Abstimmung waren deshalb nur vier Grünen-Ratsmitglieder für eine Verlegung der Trasse auf die Straße.

Beschluss 2: Erhalt von sechs Platanen abgelehnt
Städtebaulicher Wettbewerb als Grundlage

Der zweite Streitpunkt betrifft den Dreschplatz am Mainufer. Stein des Anstoßes für die Grünen-Fraktion des Gemeinderates ist die geplante Fällung von sechs Platanen am Mainufer, ohne die sich jedoch der Mainbalkon des Wettbewerbssiegers relais Landschaftsarchitekten aus Berlin nicht realisieren lässt.

Die Grünen fordern gleichwohl eine Umplanung mit dem Ziel, die  hier stehenden sechs großen Platanen zu erhalten.

Das Preisgericht, besetzt mit Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Gemeinderäten unter dem Vorsitz von Prof. Gerd Aufmkolk (Nürnberg), hatte  den Entwurf des Berliner Büros relais Landschaftsarchitekten zum Sieger mit einem Preisgeld von 24.000 Euro gekürt.  Prof. Aufmkolk sprach von einem „Befreiungsschlag“, da der Entwurf die Blicke zum Fluss, mainabwärts und auf das neue Brückenbauwerk freigebe.

 

Mainbalkon als prägendes Element des Siegerentwurfs

Ein Kernelement des Siegerentwurfs ist der Mainbalkon am nördlichen Abschluss der Urbanen Lände. Er ist, wie auf der Visualisierung von relais zu sehen, als exponierter, atmosphärischer Aufenthaltsort am Wasser konzipiert und wird durch ein breites Steinband aus Beton-Werkstein eingefasst.

Dieses übernimmt zugleich die Funktion einer Stützwand für das abgesenkte Platzniveau, integriert Treppenanlagen zum Höchheimer Steg, großzügige Sitzmöglichkeiten, eine Ufertreppe sowie einen Anleger für Wasserwanderer und mit einem attraktiven Wasserspiel dahinter. Der Mainbalkon ist barrierefrei zugänglich und bewusst ohne die Bestandsplatanen geplant, um die gewünschte Offenheit, Sichtachsen und Aufenthaltsqualität zu erreichen. Der Siegerentwurf schlug  als einziger der drei  bewerteten Arbeiten der Fachbüros diese Öffnung zum Wasser hin vor.

Die beiden anderen Entwürfe (hier abgebildet) sahen hier eine Baumkulisse vor.

Dennoch entschied sich das Preisgericht – einstimmig – für den Entwurf von relais, gerade wegen der klaren Öffnung zum Wasser und der starken städtebaulichen Wirkung des freien Platzes.

Beteiligung der Grünen von Beginn an

Der Bürgermeister betonte, dass die Grünen mit der Planung von Anfang an vertraut waren. Mit Gemeinderat Günther Thein war ein Vertreter der Grünen Teil des Preisgerichts. Die Planung des Mainbalkons und der Wegfall der Bäume an dieser Stelle waren somit, so Götz, seit 2018 bekannt und transparent. 

Seither habe der Gemeinderat in mehreren Schritten – 2020, 2022, 2023 und 2025 – die Vorentwurfs-, Entwurfs- und Ausführungsplanung beraten und jeweils einstimmig verabschiedet. Dabei seien auch erhebliche Kosteneinsparungen in Höhe von insgesamt rund 3,4 Millionen Euro beschlossen worden.

Vor diesem Hintergrund wies der Bürgermeister den Vorwurf zurück, die Fraktion sei von den geplanten Baumfällungen überrascht worden. Eine grundsätzliche Infragestellung des Siegerentwurfs sei zu keinem früheren Zeitpunkt erfolgt.

Gleichzeitig stellte der Bürgermeister die Flächen- und Begrünungsbilanz dar:

Dreschplatz

  • 🌲Bestand: Befestigte Flächen 6.170 m² + Grünflächen inkl. Ufervegetation  900 m²

🌲nach Umbau: Befestigte Flächen  4.990 m² + Grünflächen 2.020 m²

🌲Baumfällungen: 11

🌲Neupflanzungen: 30

🌲Erhalt bestehender Bäume: 11

Die Grünflächen werden sich damit mehr als verdoppeln, die Zahl der Bäume insgesamt deutlich erhöhen.

Bebauungsplan und rechtliche Bewertung

Die Grünen machten in der Sitzung geltend, dass der seit dem 22. April 1986 geltende Bebauungsplan „Tiergärten“ den Erhalt der Bäume auf dem Dreschplatz festschreibe.

Dem hielt die Verwaltung entgegen, dass für die Umgestaltung der Neuen Lände ein wasserrechtlicher Genehmigungsbescheid des Landratsamts Würzburg vom 14. Januar 2025 vorliegt. Dieser umfasst ausdrücklich die Umgestaltung der Mainlände einschließlich Parkplätzen, Sitzmauern, Wasserspiel, Mainterrasse, Ufertreppen, Geländern, Anlegern, Verlängerung des Radwegs, Pflanzungen sowie der Abtragung des Mainufers im 60-Meter-Bereich und im Überschwemmungsgebiet des Mains.

Als Träger öffentlicher Belange waren dabei sowohl die Untere Naturschutzbehörde als auch das Bauamt des Landratsamts Würzburg beteiligt. Zusätzliche Auflagen oder Einschränkungen zum Bebauungsplan ergeben sich aus dem Genehmigungsbescheid nicht.

Darüber hinaus wies der Bürgermeister darauf hin, dass nach § 31 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) grundsätzlich Befreiungen von Festsetzungen eines Bebauungsplans möglich sind, wenn – wie hier – Gründe des Allgemeinwohls vorliegen. Dazu zählen insbesondere die städtebauliche Aufwertung des Mainufers, die Schaffung eines attraktiven öffentlichen Aufenthaltsraums, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie die langfristige ökologische Aufwertung durch mehr Grünflächen und Neupflanzungen an anderer Stelle.

Warum eine Umplanung nicht mehr möglich ist

Eine Umplanung mit dem Ziel, die sechs Platanen am Mainbalkon zu erhalten, würde nach Auffassung des Bürgermeisters den Kern des Siegerentwurfs infrage stellen und das gesamte Gestaltungskonzept verändern. Zudem wären erhebliche Mehrkosten, zeitliche Verzögerungen und Risiken für bewilligte Fördermittel zu erwarten. Da Planung und Genehmigungen vorliegen und der zweite Bauabschnitt kurz vor Abschluss der Ausführungsplanung steht, folgte der Gemeinderat mehrheitlich dieser Argumentation. Für den Antrag auf Baumerhalt stimmten nur die fünf Grünen-Ratsmitglieder.

Die Umgestaltung der Neuen Lände wird daher auf Grundlage der bestehenden, genehmigten Planung fortgeführt.

In den Kommentaren wir angeprangert, dass die letzten sechs Platanen am Main beseitigt werden, die dem Platz im Sommer den nötigen Schatten spenden. Wie die nachstehenden Fotos zeigen, war von einem Schattenspenden der Platanen am Nachmittag des Einweihungsfestes am 3. Mai nichts zu sehen.

 

Früh am Morgen spenden dagegen  die an der Straße stehenden Bäume noch Schatten, wie auf diesem Foto zu sehen. Der im übrigen kahle Platz wird durch sieben Vegetationsinseln aufgegrünt. So werden die beiden unschönen Betonkästen für die Abspannseile des Pylon in einer Vegetationsinsel mit sieben Bäumen (zwei Eschen, vier Ulmen und eine Traubenkirsche) abgeschirmt. Die Auswahl aller Bäume erfolgte in Absprache der Planer mit der LWG Veitshöchheim.

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J
Die geplanten Pflanzinseln sind zum Teil deckungsgleich mit bestehenden alten Bäumen. Man könnte die alten Bäume zum Teil vielleicht in diese Pflanzinseln integrieren und müsste dafür gar nicht groß umplanen. Dann ist der Mainbalkon vielleicht nicht mehr ganz so luftig-offen, aber man hätte als Kompromisslösung einen Teil der Bäume (4-5 Stück etwa) erhalten.
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A
Der Bund Naturschutz fordert den Erhalt der sechs gesunden und landschaftsbildprägenden Platanen auf dem sogenannten Dreschplatz vor den Mainfrankensälen:<br /> https://www.mainpost.de/wuerzburg/landkreiswuerzburg/veitshoechheim-bn-fordert-erhalt-von-platanen-am-main-bei-veitshoechheim-113213880<br /> und<br /> https://wuerzburg.bund-naturschutz.de/aktuelles/artikel/platanen-gefaehrdet-bn-fordert-erhalt-von-platanen-am-main-bei-veitshoechheim
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A
Herr Gürz Sie haben recht und auch wieder nicht. Auf dem Dreschplatz, der jetzt kahl ist, werden die neuen "Vegetationsinseln", wenn die Bäumchen einmal ein gewisses Alter erreicht haben, natürlich auch Schatten werfen und die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessern.<br /> Es geht aber um die sechs großen, wohl über 40 Jahre alten Platanen. Deren Schattenwurf kann man auf Google streetview an einem Augustag sehr schön bewundern. Der Bund Naturschutz hat für seine Pressemitteilung ganz bewust das Bild gewählt, auf dem man die Sitzbänke zwischen den Bäumen sieht. Hätte man die Platanen in die Planung des "Mainbalkons" einbezogen, hätte man dort im Sommer sehr wohl schattige Sitzplätze.<br /> Aber der Schatten ist nicht das einzige, dass die Bäume erhaltenswert und wertvoll macht. Dies wurde ja schon reichlich in den diversen Kommentaren aufgezeigt.
D
Es ist erstaulich, dass immer wieder falsche Behauptungen aufgestellt werden- so schreibt der BN: " Es ist vollkommen unverständlich, warum hier eine im Sommer überhitzte Freifläche geschaffen wird ". Wie auf dem abgebildeten Foto von M -artin Genser zu sehen ist, fällt keinerlei Schatten von den am Nordrand stehenden Platanen auf den Platz - auf dem bislang völlig kahlen Dreschplatz werden dagegen nach der Planung der Gemeinde sieben Pflanzinseln mit einer Menge von neuen Bäumen geschaffen.
P
...der "Befreiungsschlag" für den Blick auf den Main und die Brücke wird sich als Kahlschlag und als Schlag ins Gesicht durch die Sonne für die Menschen entpuppen...
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D
​In den Kommentaren wird angeprangert, dass die letzten sechs Platanen am Main beseitigt werden, die dem Platz im Sommer den nötigen Schatten spenden. Der Bericht ist nun durch Fotos ergänzt, die zeigen, dass von einem Schattenspenden der Platanen am Nachmittag des Einweihungsfestes am 3. Mai nichts zu sehen war..<br /> <br /> <br /> Früh am Morgen spenden dagegen die an der Straße stehenden Bäume noch Schatten, wie auf einem anderen Foto zu sehen. Der im übrigen kahle Platz wird durch sieben Vegetationsinseln aufgegrünt. So werden die beiden unschönen Betonkästen für die Abspannseile des Pylon in einer Vegetationsinsel mit sieben Bäumen (zwei Eschen, vier Ulmen und eine Traubenkirsche) abgeschirmt. Die Auswahl aller Bäume erfolgte in Absprache der Planer mit der LWG Veitshöchheim.<br /> ​
A
Der seit dem 22. April 1986 geltende Bebauungsplan sieht den Erhalt der 6 Platanen auf dem Dreschplatz ausdrücklich vor. Dieser Bebauungsplan wurde durch keinen Beschluss im Gemeinderat geändert oder aufgehoben. Das heißt, er ist noch heute gültig und ist einzuhalten. Es wäre absurd, würde die Gemeinde nun durch eine schnelle Fällung gegen diese Vorgaben verstoßen. Der Bürger würde es nicht verstehen. Schließlich gilt für ihn, dass er sich bei Neubau oder Änderungen an der eigenen Bausubstanz genauestens an Vorgaben zu halten hat.<br /> Sollte man sich jetzt ohne eingehende Prüfung der Sachlage und der Möglichkeit die Bäume doch noch zu erhalten, mit einer schnellen Fällung über den Bebauungsplan hinwegsetzen, könnten die Bürger das Vertrauen in die Entscheidungen der Gemeinde verlieren.<br /> <br /> Schon im Februar 2018 wurden zehn, bis zu 14 Meter hohe Platanen für den neuen Mainsteg geopfert. Damals akzeptierte man dies als unumgänglich.
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N
Warum wird mein Kommentar nicht freigeschaltet?!
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D
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G
Sehr geehrter Herr Gürz, vielen Dank für ihre ausführliche und sachliche Berichterstattung, die wesentlich zur Transparenz der Gemeinderatsarbeit beiträgt.<br /> Alte Platanen sind ein Wahrzeichen Veitschöhheims, sowohl im Hofgarten als auch am Main. <br /> Am 1. Dezember 2010 hat der Gemeinderat mehrheitlich (13 Ja -, 7 Neinstimmen) dem Standort des neuen Stegs am jetzigen Standort beschlossen. Diese Zustimmung galt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die vorhandenen Infrastruktureinrichtungen (Parkplatz, Schiffsanlegestelle auch für Kreuzfahrtschiffe, Freizeiteinrichtungen, Bäume etc.) nicht wesentlich beeinträchtigt werden. <br /> Auf die damaligen Beschlüsse haben wir vertraut und nicht für möglich gehalten, dass die Planungen derartige Kahlschläge erfordern. Der Geist des damaligen Gemeinderat spiegelte den Erhalt der Bäume wider. Wo ist dieser Geist geblieben? Von den 31 lt. Bebauungsplan von 1986 zu erhaltenen alten Bäumen bleiben bestenfalls 9 (straßenseitig) und 2 große Birken an der Mainlände stehen. Die bestehenden Freizeiteinrichtungen für Jugendliche wurden komplett gestrichen. Ist das tatsächlich keine wesentliche Beeinträchtigung?<br /> Der Siegerentwurf ist lt. Prof. Aufmkolk ein "Befreiungsschlag" der die Blicke zum Fluss, mainabwärts und auf das neue Brückenbauwerk freigebe. Ist das die Begründung warum unser Gemeinderat die letzten 6 Platanen am Main, die dem Platz im Sommer den nötigen Schatten spenden, opfert. Soll ich in der prallen Sonne sitzen, damit ich einen freien Blick auf das neue Brückenbauwerk genießen kann? Wahrscheinlich werden viele andere Veitshöchheimer und ich nicht mehr erleben, wie und ob die neugepflanzten Bäumchen Schatten spenden. Das wird mindestens 20 bis 30 Jahre dauern. Ob die Wasserspiele bis dahin noch funktionieren, wird man sehen. <br /> Ich konnte an der letzten Gemeinderatssitzung als Zuhörer teilnehmen. Bäume und Jugendliche (Ablehnung der Mittelbereitstellung für Skateranlage) hatten dort nur wenige Stimmen. Frau Feilner hat als Fraktionssprecherin der zweitstärksten Fraktion, die 25 % der Bürger vertritt, einen legitimen Antrag gestellt und um einen Kompromiss gerungen. Natürlich will niemand, dass VHH seine Städtebauförderung verliert. Die Planungen wurden bisher mehrfach verändert. Ich kann nicht verstehen, weshalb eine erneute moderate Anpassung nicht wenigstens versucht wird (1 Baum? 2 Bäume?). Verhöhnungen, wie z. B. ihr habt bisher geschlafen, sind weder angebracht noch der Sache dienlich. Ich erwarte einen respektvollen Umgang mit jedem demokratisch gewählten Vertreter, gleich welcher Partei. <br /> Der Radweg, dessen Lückenschluss lt. Mehrheit des Gemeinderats "unveränderbar" ist, endet an einer der gefährlichsten Stellen VHHs - der Kreuzung am Feuerwehrhaus.
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A
Ja, Herr Gürz, Sie haben recht. Man hat sich von schönen Bildchen blenden lassen. Die beiden anderen Wettbewerber hätten die sechs Platanen erhalten. Warum hat man beim Wettbewerbssieger nicht darauf gedrungen, bei ansprechender Gestaltung des "Mainbalkons", eine entsprechende Änderung zum Erhalt der schattenspendenden, ökologisch wertvollen Bäume zu erreichen. Andere Änderungen waren auch möglich. Man hat ohne zwingenden Grund!!! den Verlust dieser Bäume hingenommen. Das müssen sich alle Gemeinderäte vorwerfen lassen. Es ist einfach noch nicht bei jedem angekommen, wie wichtig der Erhalt von Natur ist. Einen "atmosphärischen Aufenthaltsort" hätte der Planer auch mit den Platanen hinbekommen. Welche Folgen jetzt eine Planänderung hätte, wäre zu prüfen. Sicher entstehen Kosten für die Umplanung. Fördergelder werden gestrichen - oder auch nicht. Die Kosten für Fällung, Pflanzung von Ersatzbäumen und deren Pflege sowie der ökologische Wert sind auch einzubeziehen. Wobei der ökonomische bzw. ökologische Wert eines Baums durch seine Fähigkeit zur Kohlenstoffbindung, die Verbesserung der Luftqualität, das Bereitstellen von Schatten und seiner Biodiversität bewertet wird. Schätzungen zeigen, dass ein solch großer Baum einen Wert von 15.000 bis 50.000 Euro haben könnte. Ein Baum ist nicht nur Holz.
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U
Herrn Genser, da kann ich Ihnen nur beipflichten! Interessant wäre auch, inwieweit der "Hizeaktionsplan für die Region" (https://www.gemeinde-veitshoechheim.de/rathaus-politik/veitshoechheim-aktuell/katastrophenschutz/hitzeaktionsplan) bei der Entscheidung eigentlich berücksichtigt wurde. Die heißer werdenden Sommer und die damit verbundene Beeinträchtigung für den Organismus sind ja ein zunehmendes Problem. Jeder Schattenspender sollte hier willkommen sein und noch ist es nicht zu spät...
A
Ja, der Antrag kam spät. Und möglicherweise haben die Gemeinderäte der Grünen die Dimension des Eingriffs unterschätzt. Dazu möchte ich anmerken, waren den Gemeindräten der anderen Fraktionen die Fällung der 6 prächtigen Platanen egal, oder haben sie hier auch auf Grund von mangelnder Kommunikation etwas übersehen. Es ist völlig unverständlich, für eine der prallen Sonne ausgesetzten Ufergestaltung, diese Bäume zu opfern. Man hätte da rechtzeitig auf den Planer einwirken können und als Vorgabe den Erhalt der Bäume festschreiben können. Die wenigen Neupflanzungen werden erst in etwa 30 Jahren eine ähnliche ökologische Leistung erbringen. Als Ersatz müsste man heute hunderte Bäumchen pflanzen. So viel zu den gerne angeführten Neupflanzungen.<br /> Noch ist keine Platane gefällt!!
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D
Ein Kernelement des 2018 mit 24.000 Euro Preisgeld gekrönten Siegerentwurfs der relais Landschaftsarchitekten ist der Mainbalkon am nördlichen Abschluss der Urbanen Lände. Er ist, wie auf der Visualisierung von relais zu sehen, als exponierter, atmosphärischer Aufenthaltsort am Wasser konzipiert und wird durch ein breites Steinband aus Beton-Werkstein eingefasst. Dieses übernimmt zugleich die Funktion einer Stützwand für das abgesenkte Platzniveau, integriert Treppenanlagen zum Höchheimer Steg, großzügige Sitzmöglichkeiten, eine Ufertreppe sowie einen Anleger für Wasserwanderer mit einem attraktiven Wasserspiel dahinter. ​Dem Preisgericht gehörte auch Grünen-Ratsmitglied Günter Thein an, das einstimmig die Entscheidung traf. Es ist doch klar ersichtlich, dass für diese Planung die sechs Platanen weichen müssen. Diese Visualisierung war immer zu sehen bei allen Entscheidungen und Infoveranstaltungen in den Folgejahren. Nach fast acht Jahren bringt man nun dagegen Einwände vor, wo gerade die Ausführungsplanung erstellt wird. Warum nicht früher? Bei einer Umplanung würde bestimmt jemand die Verschwendung von immensen Steuerngeldern anprangern. Nicht abzusehen, welche Auswirkungen das Abstandnehmen vom Siegerentwurf auf die bewilligte 60prozentige Förderung hat.
E
Für uns Bürger ist es unerheblich, wer wann wie abgestimmt hat. Fakt ist, dass am Dreschplatz in den nächsten Wochen fast (?) alle alten Bäume gefällt werden sollen. Schon im Bebauungsplan von 1986 sind sie als „zu erhalten“ gekennzeichnet. Sie sind also weit über 50 Jahre alt. Der Forstwissenschaftler Professor Roloff fand heraus: Um die Umweltleistungen eines Altbaumes zu ersetzen, sind etwa 400 Jungbäume notwendig. Heutzutage müssen Jungbäume intensiv gepflegt und bewässert werden, um eine Chance zu haben. Jeder kann die neu gepflanzten „Spargel“ am Parkplatz an den Mainfrankensälen oder die abgestorbenen Bäume am Sandäcker-Spielplatz besichtigen. Wer von uns will künftig in der sengenden Sonne am Main sitzen? Dass die „Aufenthaltsqualität“ durch die Fällung der Platanen verbessert wird, widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Für diese Fehlplanung ist vor allem die Mehrheit des Gemeinderats aus CSU und SPD verantwortlich zu machen, nicht die grüne Fraktion, die von Anfang an bekämpft wurde, siehe den Bericht zur konstituierenden Sitzung 2020.
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D
​Ein Kernelement des 2018 mit 24.000 Euro Preisgeld gekrönten Siegerentwurfs der relais Landschaftsarchitekten ist der Mainbalkon am nördlichen Abschluss der Urbanen Lände. Er ist, wie auf der Visualisierung von relais zu sehen, als exponierter, atmosphärischer Aufenthaltsort am Wasser konzipiert und wird durch ein breites Steinband aus Beton-Werkstein eingefasst. Dieses übernimmt zugleich die Funktion einer Stützwand für das abgesenkte Platzniveau, integriert Treppenanlagen zum Höchheimer Steg, großzügige Sitzmöglichkeiten, eine Ufertreppe sowie einen Anleger für Wasserwanderer mit einem attraktiven Wasserspiel dahinter. ​Dem Preisgericht gehörte auch Grünen-Ratsmitglied Günter Thein an, das einstimmig die Entscheidung traf. Es ist doch klar ersichtlich, dass für diese Planung die sechs Platanen weichen müssen. Diese Visualisierung war immer zu sehen bei allen Entscheidungen und Infoveranstaltungen in den Folgejahren. Nach fast acht Jahren bringt man nun dagegen Einwände vor, wo gerade die Ausführungsplanung erstellt wird. Warum nicht früher? Bei einer Umplanung würde bestimmt jemand die Verschwendung von immensen Steuerngeldern anprangern. Nicht abzusehen, welche Auswirkungen das Abstandnehmen vom Siegerentwurf auf die bewilligte 60prozentige Förderung hat.