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Veitshöchheimer Grüne fordern Planänderung für nächste Bauphase der Urbanen Lände am Höchheimer Steg

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Veitshöchheimer Gemeinderat beantragt eine Überarbeitung der Planungen für den nächsten Bauabschnitt der „Urbanen Lände“ am Main. Ziel sei es, Kosten zu sparen und zugleich bestehendes Grün, insbesondere Hecken und Bäume, zu erhalten. Der Antrag soll in der Gemeinderatssitzung am 13. Januar 2026 beraten werden.

Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage müssen wir bei großen Projekten genau hinschauen, wo Einsparungen möglich sind, ohne Qualität und Umweltbelange zu vernachlässigen“, erklärt Fraktionsvorsitzende Christina Feiler.

Die Änderungswünsche betreffen zum einen die geplante Trasse des Rad- und Fußweges vom Auslauf der Rampe des Höchheimer Stegs bis zum derzeit an der Tiergartenstraße endenden Geh- und Radweg, zum anderen den Erhalt alter Bäume im nördlichen Bereich des Dreschplatzes.

Ausgangslage: Nächster Bauabschnitt ab Frühjahr 2026 geplant

Der nächste Bauabschnitt ist für den Zeitraum März bis August 2026 vorgesehen und schließt an den bereits abgeschlossenen Umbau des Parkplatzes an. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer Haltestelle für zwei Reisebusse auf der Pont-l’Évêque-Allee gegenüber dem neuen Parkplatz. Diese soll künftig als Ein- und Ausstiegspunkt dienen. Die Busse können anschließend auf dem neuen Busparkplatz an der ICE-Brücke abgestellt werden.

Um die bestehenden Platanen entlang der Pont-l’Évêque-Allee zu erhalten, soll zur Anlegung der doppelten Bushaltestelle die Fahrbahn in Richtung Parkplatz verschwenkt werden.

Außerdem ist vorgesehen, den bislang an der Tiergartenstraße endenden Geh-/Radweg (im Bild)  bis zum Auslauf der Rampe des Höchheimer Stegs zu verlängern, mit einer Führung zwischen der Platanenallee und dem Heckensaum des Mainufers (Bild links). 

Gegenrichtung: Der Geh-/Radweg am Auslauf der Stegrampe soll laut Planung der Gemeinde  in gerader Linie über die Fläche der derzeitigen Baustelleneinrichtung bis zur Tiergartenstraße verlängert werden.

Kritik am geplanten Radwegvollausbau

„Der aktuell geplante wurzelfreundliche Vollausbau in bislang unversiegelten Bereichen ist aus unserer Sicht ein sehr großer Kostenfaktor“, so Feiler. „Wir halten es für sinnvoll, hier nach kostengünstigeren Lösungen zu suchen.“ 

Heckenrodung und Genehmigungen aus Sicht der Grünen ungeklärt

Nach Darstellung der Grünen müssten beim derzeit geplanten Verlauf des Geh- und Radwegs bestehende Hecken gerodet werden. Zudem sei unklar, ob dafür bereits alle erforderlichen Genehmigungen vorlägen.

Wir fragen uns, ob die notwendigen Genehmigungen der unteren Naturschutzbehörde für die Heckenrodung und der zuständigen Bundesbehörden für die Asphaltierung bislang unversiegelter Flächen tatsächlich vorliegen“, erklärt Feiler. Teile der betroffenen Flächen befinden sich im Eigentum des Bundes.

Alternativvorschlag: Radweg über bestehende Flächen führen

Als Alternative schlagen die Grünen vor, den Geh- und Radweg ausschließlich über bereits befestigte Flächen zu führen, überwiegend über den bestehenden Gehweg entlang der Pont-l’Évêque-Allee. Dazu müsste der vorhandene Gehweg in Richtung Fahrbahn verbreitert werden.

Mit einer solchen Lösung könnten wir den kostspieligen Vollausbau im Grünbereich vermeiden und gleichzeitig den wertvollen Heckensaum am Mainufer erhalten“, so Feiler. Dieser Bereich sei nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern werde auch als Aufenthalts- und Freizeitfläche genutzt.

Möglich ist diese Lösung aber nur, wenn entsprechend einer weiteren Forderung der Grünen, die hier geplante Bushaltestelle für zwei Reisebusse auf die andere Straßenseite (Mindestlänge 24 Meter) an den umgebauten Parkplatz gegenüber in den Bereich der Absperrungen  verlegt wird.

Dreschplatz: Alte Bäume sollen erhalten bleiben

Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags betrifft die geplanten Baumfällungen im nördlichen Bereich des Dreschplatzes. Dort stehen derzeit sieben großgewachsene Bäume in unmittelbarer Nähe zum Mainufer. Die Grünen fordern, diese Bäume zu erhalten und in die Planung zu integrieren. Bereits der Bebauungsplan aus dem Jahr 1986 sehe ihren Erhalt vor.

Diese Bäume sind für die Aufenthaltsqualität am Dreschplatz enorm wichtig“, betont Feiler. „Sie sorgen gerade in den heißen Nachmittags- und Abendstunden für Schatten und Kühlung. Neue Bäume können diese Wirkung erst nach Jahrzehnten entfalten – und verursachen bis dahin hohe Pflege- und Bewässerungskosten.

Zudem sei jeder gefällte Altbaum ein Eingriff in ein gewachsenes Ökosystem und ein Verlust im Hinblick auf Klimaschutz und CO₂-Bindung.

Finanzielle und ökologische Argumente

Zur Begründung des Antrags verweist die Fraktion auf die in den kommenden Jahren erwartete angespannte Haushaltslage der Gemeinde. Angesichts steigender Baukosten und zahlreicher parallel laufender Projekte sei es notwendig, Einsparpotenziale frühzeitig zu identifizieren.

Wir wollen die Urbane Lände weiterhin positiv mitgestalten, aber wir müssen verantwortungsvoll mit den finanziellen und natürlichen Ressourcen der Gemeinde umgehen“, sagt Feiler. „Beides gehört für uns untrennbar zusammen.

Antrag soll im Gemeinderat beraten werden

Mit ihrem Antrag bitten die Grünen den Bürgermeister, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung zu setzen und zur Abstimmung zu bringen. Ziel sei es, vor Beginn des nächsten Bauabschnitts mögliche Alternativen zu prüfen, die Kosten reduzieren und unnötige Eingriffe in bestehende Grünstrukturen vermeiden.

Redaktionelle Anmerkungen

1. Verlagerung Bushaltestelle

Damit  die Busse nach dem Aussteigen der Gäste auf kurzem Wege zum Parken auf dem neuen Busparkplatz an der ICE-Brücke fahren können, müssten sie die Umfahrungsspur des neuen Parkplatzes nutzen. Dies können sie wenn nur, wenn die Haltestelle wegen ihrer Größe vor der südlichen Parkplatz-Einfahrt (im Bild)  situiert wird.

Nach DIN-Norm und dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) gilt für barrierefreie Bushaltestellen:  stufenlose Erreichbarkeit, ein niveaugleicher Einstieg sowie taktile Leitsysteme und ausreichende Beleuchtung, um allen Menschen, auch Rollstuhlfahrern und Sehbehinderten, einen sicheren Zugang zu ermöglichen, mit zentralen Anforderungen wie einem Mindestmaß von 2,50 m breiten Aufstellflächen, speziellen Bodenindikatoren (Rippenplatten für den Weg, Noppenplatten für Einstiegsbereiche) und Bordhöhen von ca. 18-22 cm für einen einfachen Ein- und Ausstieg.

2. Baumfällungen

Nach dem vom Gemeinderat einstimmig gebilligten relais-Plan „Bäume“ vom 7. November 2023 sollen im Bereich des Dreschplatzes zehn Bestandsbäume erhalten bleiben (rote Ziffern), zwölf Bestandsbäume  gefällt (grüne Ziffern) und durch 27 Neupflanzungen ersetzt werden.

 Panoramafoto Baumbestand Dreschplatz August 2025

 Rückblick ins Jahr 2018

Am  7. Februar 2018 benötigte die Firma Haas Forstdienstleistungen in Weikersheim gerade Mal zwei Stunden um zehn große, mit einem orangefarbenen Kreis gekennzeichnete, bis zu 14 Meter hohe Platanen mit einem Stammumfang bis zu 120 Zentimeter mit der Motorsäge dem Erdboden gleichzumachen, die dem neuen Mainsteg und seiner 100 Meter langen Rampe entlang dem Mainufer im Wege standen.

Damals hieß es noch: "Stehen bleiben können die sieben Platanen entlang der nördlichen Umrandung des Dreschplatzes, dort wo der Wochenmarkt seinen Standplatz hat." Nun ist geplant, dass auch diese bis auf den Baum ganz rechts der Motorsäge zum Opfer falllen.

Bei der Stegeinweihungsfeier am 3. Mai 2025 bilden diese sieben Platanen im Hintergrund eine eindrucksvolle grüneKulisse.

Fotos Dieter Gürz - Planunterlagen Firma relais, Berlin

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G
Es tut mir in der Seele weh, wenn ich mir die Bilder der bestimmt 80 bis 100 Jahre alten gefällten Bäume ansehe. Und nun soll der Rest folgen?<br /> Was ist eigentlich los mit den Veitshöchheimer Bürgern? Kein öffentlicher Protest, Stillschweigen, Hinnehmen und erst Beklagen, wenn das Kind mit dem Bade ausgeschüttet ist?<br /> Das Pflaster der Kirchstraße heizt sich im Sommer so auf, dass ich den Altort bei Hitze meide. <br /> Weshalb muss die ganze restliche "Urbane" Lände gerodet, gepflastert und asphaltiert werden?<br /> Auch dieses Pflaster wird sich im Sommer aufheizen und unangenehme Hitze ausstrahlen. Bis die neugepflanzten Bäume Kühlung bringen vergehen 20 Jahre, vorausgesetzt jemand macht sich die Mühe sie zu gießen und zu pflegen. <br /> Weshalb kann der Gemeinderat nicht aus Fehlern lernen? <br /> Warum kümmert es offensichtlich nur ein paar "Grüne"?<br /> Warum wurden die oberflächlich verlaufenden Wurzeln der Platanenreihe im Dezember bei "Mäharbeiten" so stark von Gemeinde-Mitarbeitern geschädigt, dass die Gemeinde sich genötigt fühlte den Schaden mit Erde zu überdecken. <br /> Mäharbeiten im Dezember? Was ist da eigentlich los, wer schafft sowas an? Wer trägt Verantwortung für den Schaden? Oder ist es ein Versuch die Platanenreihe so zu schädigen, dass sie doch besser gleich mitgerodet wird.
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