Präventionsparcours „Leben auf der Kippe“ erreicht 91 Achtklässler am Gymnasium Veitshöchheim
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Wissen als Schutz vor Sucht
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Rauchen, Dampfen, Vapes: Was für viele Jugendliche alltäglich erscheint, birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Am Gymnasium Veitshöchheim ist man sich dieser Verantwortung bewusst. Die Gesundheitserziehung der Schüler ist fester Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags. „Das Wissen um die Gefahren ist die beste Prävention gegen Sucht und Gewalt“, betont Beate Hofstetter, Koordinatorin für Suchtprävention an der Schule. Für die vier achten Klassen mit insgesamt 91 Schülern holte sie deshalb den mobilen Präventionsparcours des Kreisjugendamtes Würzburg ins Haus.
Ein bewährtes Konzept – aktueller denn je
Der Präventionsparcours trägt den Titel „Leben auf der Kippe“ und wird von Yvonne Kistler vom Landratsamt Würzburg gemeinsam mit ihrem Team durchgeführt. „Es ist ein Suchtpräventionsparcours zum Thema Rauchen“, erklärt Kistler. Besonders aktuell sei dabei der Fokus auf E-Zigaretten und Vapes: „Diese nehmen an den Schulen immer mehr zu. Viele glauben, sie seien gesünder – das ist ein Trugschluss. Auch E-Zigaretten sind keineswegs harmlos.“
Gerade deshalb habe das Gymnasium Veitshöchheim den Parcours angefragt. Konkrete Zahlen zum Konsum an der Schule nannte Kistler nicht, doch die steigende Relevanz des Themas sei im Schulalltag deutlich spürbar.
Vier Stationen – vier Perspektiven
In Kleingruppen durchliefen die vier achten Klassen des Gymnasiums Veitshöchheim den Präventionsparcours „Leben auf der Kippe“, der Information, Austausch und Mitmachen verband. Der Parcours ist in vier Stationen aufgebaut. Jede Station setzt dabei einen eigenen Schwerpunkt.
Station 1 – Medizin & Gesundheit
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Welche Folgen hat Rauchen für den Körper?
An dieser Station informierten sich die Achtklässler über gesundheitliche Risiken von Zigaretten und Vapes – und darüber, wie lange der Körper zur Regeneration braucht.
Station 2 – Faktencheck
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Eine weitere Station bietet einen Faktencheck. Besonders anschaulich arbeiten hier sogenannte Bodenkarten mit Fallbeispielen: Wann spricht man von Abstinenz, wann von gelegentlichem Konsum, Gewohnheit, Missbrauch oder Abhängigkeit? Die Jugendlichen ordnen Situationen ein und kommen darüber ins Gespräch.
Station 3 – Glücksrad & Alternativen
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Spielerisch, aber mit ernstem Hintergrund: Beim Glücksrad ging es um harte Fakten zu Schadstoffen, also dass auch eine E-Zigartette so und soviel Schadstoff enthält, weiter um typische Rauchsituationen – und um Alternativen zum Griff zur Zigarette oder Vape.
Station 4 – Quiz "über den Wolken"
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Raten, schätzen, nachdenken: Beim Quiz rund um Tabak, Inhaltsstoffe und Konsumzahlen überprüften die Jugendlichen ihr Wissen – viele Antworten sorgten für Überraschung. Bei richtigen Antworten durfte man scheibchenweise am Jakkolo Punkte einsammeln.
Offene Atmosphäre statt erhobenem Zeigefinger
Getragen wird der Parcours von einer offenen Gesprächsatmosphäre. Mit Yvonne Kistler begleiten drei FH-Praktikantinnen der Sozialen Arbeit die Gruppen. „Ohne diese Unterstützung wäre das Angebot kaum umsetzbar“, sagt Kistler, die selbst hauptamtlich in der Suchtprävention am Landratsamt Würzburg tätig ist. Pro Jahr führt sie vier bis fünf solcher Parcours an Schulen im Landkreis durch – ein bewährtes Konzept aus dem Jahr 2013, das kontinuierlich weiterentwickelt wurde.
„Manches wusste man – vieles war neu“
Wie der Parcours bei den Jugendlichen ankam, zeigte sich in den Rückmeldungen. Der 13-jährige Achtklässler Sebastian resümierte: „Manche Sachen hat man schon gewusst, aber es kamen auch viele neue, interessante Dinge dazu.“ Besonders überrascht habe ihn der Anteil rauchender Jugendlicher. „Ich glaube, es sind 17 oder 18 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen“, erinnerte er sich. In seinem eigenen Freundeskreis spiele Rauchen aber bislang keine Rolle: „Bei uns raucht keiner – und ich hoffe, es bleibt auch so.“
Prävention, die nachwirkt
Für Beate Hofstetter hat der Präventionsparcours sein Ziel erreicht: „Die Jugendlichen wurden abgeholt, ohne belehrt zu werden. Viele Inhalte haben sie sichtbar nachdenklich gemacht.“ Genau darin liege die Stärke des Konzepts. Der Parcours wird im Unterricht weiter nachbereitet und bleibt so über die Aktionstage hinaus Teil der schulischen Präventionsarbeit am Gymnasium Veitshöchheim.
Fotos und Text: Dieter Gürz
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