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Vor rund 260 Gästen sprach der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Jörg See, im Bad Mergentheimer Kursaal über „Truppenführung in der Bündnisverteidigung“

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Vor rund 260 Gästen sprach der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Jörg See, im Bad Mergentheimer Kursaal über „Truppenführung in der Bündnisverteidigung“. Die 29. Auflage der Ketterberg-Dialoge der Firma Würth Industrie zeigte ein anhaltendes Interesse an sicherheitspolitischen Themen in der Region Tauberfranken. Generalmajor See zeichnete bei dieser Gelegenheit den Geschäftsbereichsleiter der Würth-Gruppe und Geschäftsführer der Würth Industrie Service, Rainer Bürkert, für sein außergewöhnliches Engagement mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold aus.

 

 

Rund 260 Zuhörer – darunter viele Bundeswehr-Soldaten aus der Region – folgten den Worten des Divisionskommandeurs im Bad Mergentheimer Kursaal

Die besondere Zuwendung der Würth-Gruppe zur Bundeswehr beeindruckt den Kommandeur der 10. Panzerdivision (Veitshöchheim) – so ist das Unternehmen beispielsweise im Jahr 2021 vom Verband der Reservisten als „Förderer der Reserve“ ausgezeichnet worden. Mitarbeiter der Würth-Gruppe hatten als Reservisten des Sicherungsbataillons 10 erst im vergangenen Jahr die Division bei der Übung „Quadriga 24“ unterstützt. Seit der Übernahme der früheren Bad Mergentheimer Deutschorden-Kaserne halte das Unternehmen die Erinnerung an die einst dort stationierte Panzerbrigade 36 wach – beispielsweise mit einer Dauerausstellung zur Führungskultur.

Verantwortung für alle, die das System am Laufen halten

Um Führungskultur ging es auch im Vortrag des Divisionskommandeurs. Er umriss die große Verantwortung mit der Anzahl seines Personals: Er führe rund 20.000 Soldaten, dazu komme aber auch die Verantwortung für rund 35.000 Familienangehörige, ohne deren Rückhalt seine Männer und Frauen nicht einsatzbereit seien. Verantwortung trage er für „alle, die das System durch ihren täglichen Einsatz am Laufen halten“. Dabei hat die 10. Panzerdivision einiges zu tun: Seit Beginn des Jahres ist sie der NATO als deutscher Beitrag zur Verteidigung an der NATO-Ostflanke gemeldet. Dafür wurde die Division in den vergangenen Jahren neu auf die Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet, umstrukturiert und ausgerüstet. Mit dem Aufbau der dauerhaft präsenten Panzerbrigade 45 in Litauen, der 2027 abgeschlossen werden soll, gewährleiste die Division die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zur glaubhaften Abschreckung und, wenn nötig, Verteidigung. „Entscheidend dafür sind Mindset, Können und Innovationsbereitschaft auf allen Ebenen der Truppe“, erklärte Generalmajor See.

Aus guter Führung erwächst Stärke

Dafür bilde gutes Führen die Grundlage: Klare Entscheidungen, Verantwortung für die Menschen und ein Führungsstil, der Vertrauen schafft. Der Kommandeur zitierte dabei den neuen Inspekteur Heer, Generalleutnant Dr. Freuding, der für eine Führungskultur plädiert, die Gestaltungswillen stärkt, Freiräume zulässt und Möglichkeiten schaffe – daraus erwachse Stärke: „Ohne dies ist alles andere nichts“. Die 10. Panzerdivision, so ihr Kommandeur, sei eine Truppe, die im Ernstfall aus fast 30.000 Soldaten aus unterschiedlichen Nationen bestehe. „Sie eint die Motivation durch hervorragende Ausbildung und eine Ausrüstung, die Monat für Monat besser und vollständiger wird, sowie den gemeinsamen Willen, jede gestellte Aufgabe siegreich durchzuführen.“ Ziel sei vor allem die Siegfähigkeit. Generalmajor See versteht darunter „im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben und den Auftrag erfolgreich zu erfüllen“.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold an Rainer Bürkert. Diese hohe militärische Auszeichnung wird nur selten an Zivilisten vergeben und würdigt sein langjähriges Engagement zur Stärkung der Verbindung zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft.

Auszeichnung gilt vor allem dem Team

Der Divisionskommandeur habe den Zuhörern „wertvolle Einblicke in die Führungsstrukturen und Herausforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung – von Interoperabilität bis hin zur Bedeutung von Durchhaltefähigkeit und Innovation“ gegeben, lobte Rainer Bürkert den Vortrag. Seine Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr – von welcher der Würth-Industrie-Geschäftsführer nichts ahnte – widme er vor allem Stabsfeldwebel a.D. Armin Rother, Leiter der Ausstellungen bei Würth und Ideengeber der Veranstaltungsreihe, und seinem Team, das seit Jahren die Ketterberg-Dialoge organisiert. Generalmajor See würdigte mit der Auszeichnung das langjährige Engagement der Würth-Gruppe zur Stärkung der Verbindung zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft.

Bei der Veranstaltung wurden zudem rund 1.200 Euro für das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr gesammelt. Die Würth Industrie Service stockte den Betrag auf 1.500 Euro auf. Die Spende kommt unverschuldet in Not geratenen Soldaten sowie deren Familien zugute.

Die nächsten Termine stehen bereits fest:
Am 19. Februar 2026 spricht Prof. Dr. Klaus Schweinsberg, Dozent für Sicherheitspolitik an der Führungsakademie der Bundeswehr, am 23. April 2026 Generalleutnant Gerald Funke und im Herbst ist Prof. Dr. Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München eingeladen.

Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision (rechts) im Gespräch mit Stabsfeldwebel a.D. Armin Rother. Leiter der Ausstellungen bei Würth, Rainer Bürkert, Würth-Bereichsleiter und Geschäftsführer der Würth Industrie Service sowie Martin Jauß, Senior Vice-President der Würth-Gruppe (von links).

Fotos: Würth Industrie Service / Felix Röttger

Fotos: Felix Röttger

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