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Veitshöchheimer „Alte Schmiede“ mit bewegter Geschichte – Ehemalige Eigentümer, Nachbarn und neue Bewohner feiern gemeinsam neue Nutzung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Haussegnung und Einweihungsfeier: Auszubildende  des Caritas-Don-Bosco-Bildungszentrums  wohnen nun auch im Veitshöchheimer Altort

Wie eine Haussegnung Menschen über Generationen hinweg verbinden kann, zeigte sich kürzlich bei der Einweihungsfeier der sogenannten „Alten Schmiede“ an der Ecke Thüngersheimer Straße/Am Güßgraben in Veitshöchheim. Aktuelle und ehemalige Eigentümer, Nachbarn sowie junge und ältere Gäste kamen zusammen, um das von Don Bosco erworbene weiße Gebäude und seine neue Nutzung gemeinsam zu feiern - (siehe Bericht DON BOSCO am Ende).

Der Name „Alte Schmiede“ erinnert an die lange handwerkliche Tradition dieses Anwesens. Tatsächlich befand sich bis 1959 im unteren Bereich dieses Hauses eine Schmiede.

Rückblick in die Geschichte der "Alten Schmiede"

Die Schmiede wurde allerdings im selben Jahr auf demselben Grundstück nach Teilung in ein neu errichtetes Wohnhaus mit integrierter großzügiger Werkstatt im Erdgeschoss (= gelbes Haus) verlegt wurde. In dieser Werkstatt im gelben  Haus mit der Nummer Güssgraben 1, das nicht an Don Bosco verkauft wurde, führte Schmiedemeister Armin Köbler, der 1966 den Betrieb von seinem Vater Michael Köbler übernommen hatte, das Handwerk noch viele Jahrzehnte fort. Sein Vater Michael war 1928 aus der Oberpfalz als Wandergeselle nach Veitshöchheim gekommen und hatte am 1. Juli 1934 für 440 Reichsmark die Öchsner-Schmiede im Anwesen Thüngersheimer Straße (weißes Haus oben) erstanden. Michael Köbler war dann von 1935 bis 1945 und von 1956 bis 1960 auch Bürgermeister.

Nach 70 Jahren verlöschte dann Ende 2004 das Feuer in der Köbler'schen Esse für immer. Nach über 52 Arbeitsjahren ging Armin Köbler im Alter von fast 67 Jahren in den Ruhestand, in den ihn im Bild der damalige Rainer Kinzkofer verabschiedete (Foto Dieter Gürz).  Köbler hat als stellvertretender Obermeister und Mitglied im Prüfungsausschuss selbst auch viele Lehrlinge im Schmiedehandwerk ausgebildet, von denen vier sogar Kammersieger wurden.

Der letzte selbstständige, im Jahr 2014 verstorbene Dorfschmied Veitshöchheims hat bleibende Zeichen hinterlassen. Denn aus seiner Werkstatt stammen neben Türen, Toren, Fenstergittern, Treppen, Geländern und Einfriedungen auch viele Kunstobjekte wie Grabkreuze, gastronomische und gewerbliche Ausleger, Leuchter, Kleinplastiken, kirchliche Ausstattungsgegenstände, Weltkugeln oder ein avantgardistisches, windbewegtes Objekt.

Der Kunstschmied war sich aber auch nicht für "Pfuscharbeiten" zu schade, etwa als Einheimische bei ihm eine Wärmflasche oder einen undichten Nachttopf löten ließen. Und natürlich war er als Schmied auch fürs Beschlagen der Pferde zuständig (wie das Hufeisen mit seinem noch vorhandenen Namenszug am Eingangstor bezeugt). Aus der Zeit seines Vaters stammten noch zahlreiche,  museumsreife Gerätschaften.

Fotos Dieter Gürz

 Bericht Don Bosco über neue Nutzung

In dem von Don Bosco erworbenen und baulich renovierten weißen Haus begrüßte Direktor Andreas Halbig die rund 30 Gäste. Er zeigte sich erfreut über das Zusammentreffen der Menschen, die nun auf besondere Weise mit der „Alten Schmiede“ verbunden sind. Bereits Mitte Oktober waren acht Auszubildende des Caritas-Don-Bosco-Bildungszentrums in das Gebäude eingezogen, die nun teils im Markushof in Gadheim und teils im Schottenanger  in Würzburg einen Beruf erlernen. Die feierliche Haussegnung bot nun einen passenden Rahmen, den neuen Bewohnern in ihrem neuen Zuhause alles Gute und Gottes Segen zu wünschen.

Die Segnung übernahm der Pastoralbeauftragte der Caritas-Don Bosco gGmbH, Pater Dawid von den Salesianern Don Boscos. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Pater Xaver an der Gitarre. Unterstützt wurde das Pastoralteam von pädagogischen Mitarbeitenden des Hauses. Für die einzelnen Räume wurden symbolische Gegenstände gesammelt, von den Bewohnern vorgestellt und anschließend von Pater Dawid gesegnet.

Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu besichtigen und den Abend bei persönlichen Gesprächen über „Gott und die Welt“ ausklingen zu lassen.

Foto Marcus Meier

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