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Neues Quartier auf dem BFW-Sportgelände geplant: Wohnstätte mit 32 Plätzen und integrierter Förderstätte zur Betreuung mehrfachbehinderter blinder Menschen und 40 seniorengerechte Eigentumswohnungen - Ein soziales Leuchtturmprojekt

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

In Veitshöchheim entsteht ein Bauprojekt von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung: Auf dem Gelände des Berufsförderungswerks Würzburg (BFW) für erwachsene blinde und sehbehinderte  Menschen in der Helen-Keller-Straße sollen sowohl eine neue Wohnstätte für mehrfachbehinderte blinde Menschen als auch ein Komplex mit barrierefreien Seniorenwohnungen entstehen. Wie auf der Visualisierung der Voit & Partner GbR zu sehen, sind auf rund 8850 Quadratmetern vorne an der Eichendorffstraße eine zweigeschossige Wohnstätte mit 32 Plätzen nebst Förderstätte im Hanggeschoss und im hinteren Bereich drei talseitig vier- bis fünfgeschossige Baukörper mit 40 seniorengerechten Eigentumswohnungen mit Tiefgarage geplant (im Hintergrund sind die hellroten Dächer der Reihenhausanlage in der Helen-Keller-Straße zu sehen).

Als gleichwertige Bestandteile vereint das Projekt damit gleich zwei gesellschaftliche Aufgaben unter einem Dach – Inklusion und altersgerechtes Wohnen. Mit dem neuen Quartier entsteht in Veitshöchheim ein inklusiver und zugleich seniorenfreundlicher Lebensraum, der funktionale Anforderungen erfüllt und soziale Impulse setzt. 


Vorgestellt wurde das Projekt in der Sitzung des Hauptausschusses am 25. November 2025 von Klaus Kräutner, Geschäftsführer des  Evangelischen Siedlungswerkes (ESW) in Nürnberg, das dieses als Bauträger in Kooperation mit dem BFW als Grundstückseigentümer und der Blindeninstitutsstiftung Würzburg als potentieller Pächter der Wohn- und Förderstätte durch das Planungsbüro Voit & Partner in Augsburg erstellen ließ.


32 Plätze für Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen

Die geplante moderne Wohnstätte mit 32 Plätzen für mehrfachbehinderte blinde Menschen ist ausgestattet mit Einzelzimmern, eigenen Sanitärbereichen und im Hanggeschoss zur Betreuung mit einer zeitgemäßen Förderstätte. Diese sollte urspünglich durch Umbau der vor Jahren aufgelassenen Schwimmhalle realisiert werden. Diese Absicht wurde jedoch aus Kostengründen und kürzenen Wegen fallengelassen.  Anlass für den Neubau  ist der große Modernisierungsbedarf an mehreren Wohnheimen des Blindeninstituts in Würzburg. Sechs bestehende Einrichtungen müssen dort in den nächsten Jahren grundlegend saniert werden. Für die Zeit dieser Sanierungen wird ein Ausweichquartier benötigt, das anschließend dauerhaft vom Blindeninstitut genutzt werden kann.


40 barrierefreie Eigentumswohnungen für Senioren mit Tiefgarage

Parallel sind durch das ESW als Bauträger 40 seniorengerechte Eigentumswohnungen geplant, die durch barrierefreie Grundrisse, Aufzüge, stufenlose Zugänge und eine hochwertige Ausstattung ein komfortables, selbstbestimmtes Wohnen im Alter ermöglichen. 

Eine Tiefgarage unter den drei Baukörpern der Eigentumswohnanlage mit 28 Stellplätzen sorgt dafür, dass bis auf den Innenhof der Außenbereich nahezu autofrei bleiben kann.  

Für Besucher und Mitarbeitende stehen zwischen den drei Baukörpern zusätzlich 13 oberirdische Stellplätze mit Zufahrt über die Helen-Keller-Straße zur Verfügung.

Gestaltung und Nachhaltigkeit im Fokus

Extensive Dachbegrünung, naturnahe Freiflächen, schattenspendende Bepflanzung großflächige Versickerungslösungen für Regenwasser und ein weitgehend autofreundliches Wegekonzept sollen entsprechend der Planung des Büros Grünplanung Oehm & Harlan in Nürnberg ein attraktives und nachhaltiges Wohnumfeld schaffen.

Durch die Lage zwischen Helen-Keller-Straße (oben) und Eichendorffstraße (unten) und ist das Gebiet hervorragend erschlossen – auch für den öffentlichen Nahverkehr.

Die Einfahrt in die Tiefgarage ist an der Nordseite des rechten ETW-Baukörpers über die Helen-Keller-Straße vorgesehen.

Auf dem bisherigen Sportgelände des BFW fand sich für das Projekt der passende Standort.


Warum das Sportgelände weichen kann

 

Obwohl Sport für die rund 220 Rehabilitanden des BFW weiterhin große Bedeutung hat, wurde der alte Sportplatz in den letzten Jahren immer seltener genutzt (Foto Dieter Gürz)

Der Rückbau des Sportareals ist auch deshalb möglich, weil den rund 220 Rehabilitanden des BFW direkt nebenan die große Freisportanlage der Gemeinde mit 400-Meter-Bahn zur Verfügung steht. Zusätzlich stehen bereits ein modernes Fitnessstudio sowie die Mehrzweckhalle für den wetterunabhängigen Sport bereit.

Diese veränderten Bedingungen eröffneten die Möglichkeit, das Areal einer neuen sozialen Nutzung zuzuführen.


Bebauungsplanänderung

Bereits im Januar 2022 stellte BFW-Geschäftsführerin Judith Faltl gemeinsam mit Dr. Thomas Heckner von der Blindeninstitutsstiftung die Pläne erstmals im Gemeinderat vor – und traf auf breite Zustimmung. Der Gemeinderat beschloss daraufhin die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens.

Nach intensiver Abstimmung lag nun dem Hauptausschuss in der Sitzung am Dienstag, 25. November 2025 der Entwurf der 14. Änderung des Bebauungsplans „Schulzentrum Speckert“ (Planstand 18.08.2025) vor. Dieser schafft die rechtlichen Voraussetzungen, um:

  • im Sondergebiet (SO) die Wohnstätte samt Förderstätte,
  • im Allgemeinen Wohngebiet (WA) den Komplex mit Eigentumswohnungen und Tiefgarage

zu realisieren.

Der Hauptausschuss billigte einstimmig diesen Bebaungsplan-Entwurf. Damit startet nun die erste von zwei Phasen der formellen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange. Alle Planunterlagen werden in den kommenden Wochen im Rathaus zur Einsicht ausliegen und zusätzlich online bereitgestellt. Bis Jahresende kann auch noch ein Modell im Bauamt besichtigt werden.

Planzeichnungen Voit & Partner vom 18.8.2025 - Grünplanung Oehm & Harlan vom 12.8.2025

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