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Artikel neu gefasst: Mainfrankensäle GmbH legt Jahresabschluss 2024 mit einem Verlust von 146.000 Euro vor, den die Gmeinde ausgleichen muss

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Seit Juli 2024 hat sich bei der Mainfrankensäle GmbH viel getan. Mit Julia Moutschka (rechts) als neuer Geschäftsführerin begann eine Phase der Erneuerung. Das Serviceteam wurde komplett neu angestellt.


Neuer Wind in den Mainfrankensälen

Seit Juli 2024 weht ein frischer Wind durch die Mainfrankensäle. Mit Julia Moutschka als neuer Geschäftsführerin und einem komplett erneuerten Serviceteam wurde hinter den Kulissen viel umgebaut – mit dem Ziel, den traditionsreichen Veranstaltungsort zukunftsfest zu machen. Dass diese Phase des Übergangs finanziell noch nicht positiv wirkt, zeigte der Jahresabschluss 2024, den der Gemeinderat am 18. November 2025beriet. Die Gemeinde als alleinige Gesellschafterin trägt das wirtschaftliche Risiko.

Hohe Verluste im Jahr 2024

Rund 146.000 Euro Verlust kamen im vergangenen Jahr zusammen. Mit dem Verlustvortrag von 416.000 Euro ergibt sich ein Defizit von 561.000 Euro. Die Bilanzsumme sank von 267.000 auf 207.000 Euro. Für die Gemeinde bedeutet dies erneut einen deutlichen Zuschuss. Der Verlustausgleich von 146.000 Euro übersteigt die im Haushalt eingeplanten 45.000 Euro deutlich; der Gemeinderat musste die Differenz als überplanmäßige Ausgabe genehmigen. Mit dem Ausgleich verbessert sich die Kapitalrücklage leicht auf rund 337.000 Euro, das Eigenkapital liegt bei etwa 76.000 Euro.

Einnahmen steigen trotz Krise

Paradox wirkt der Blick auf die Einnahmen: Trotz Krisen, hoher Energiepreise und Konsumzurückhaltung legten die Umsätze um fast 30 Prozent auf rund 605.000 Euro zu. Das Publikum kommt, die Veranstaltungen laufen – doch was vorne erwirtschaftet wird, frisst der Aufwand an anderer Stelle wieder auf.

Personal als größter Kostentreiber

Größter Kostentreiber war 2024 das Personal. Der Neuaufbau des Serviceteams und der Einsatz von Leihkräften in der Technik ließen die Kosten von 251.000 auf 360.000 Euro steigen. 60 Prozent des Gesamtaufwands entfielen damit auf diesen Bereich – ein entscheidender Faktor für das negative Ergebnis.

Aufsichtsrat prüft ohne Beanstandungen

Der Aufsichtsrat mit Bürgermeister Jürgen Götz und den Gemeinderäten Marc Zenner (CSU), Bernd Schäfer (UWG), Elmar Knorz (SPD) und Günter Thein (Grüne) hatte den Abschluss im Oktober ohne Bestandungen geprüft.


Wirtschaftsplan 2025 mit deutlich niedrigerem Verlust

Der vom Gemeinderat am 11. März 2025 gebilligte Wirtschaftsplan 2025 enthält gegenüber 2024 leicht erhöhte Umsatzerlöse von 613.000 Euro (davon 490.000 Euro Saalmieten, 42.000 Euro Catering und 61.000 Euro Pacht und Betriebskosten Restaurant) und einen Aufwand von 675.000 Euro (davon mit 313.000 Euro deutliche niedrigere Personalkosten, 143.000 Euro Betriebs- und Reinigungskosten, 30.000 Euro Marketing und 65.000 Euro Unterhalt Technik), was einen Verlust von 62.000 Euro ergibt.

Doch schon jetzt ist klar, dass die eingeplanten 61.000 Euro aus der Restaurantverpachtung nicht erreicht werden. Die „Büttnerstuben“ sind seit Mai 2025 geschlossen; die Familie Schloßareck hat den Betrieb aufgegeben.


Neue Modelle in der Gastronomie

Seither übernehmen, wie auch schon zuvor, externe Caterer die Saalbewirtschaftung. Zusätzlich testete die GmbH erstmals einen eigenen kleinen Thekenverkauf, etwa beim Herbstmarkt der Kolpingsfamilie. Wein, Softdrinks, Kaffee, Kuchen und kleine Snacks kamen gut an. „Unser erster eigener Verkauf lief super“, so Moutschka. Das Modell bietet zusätzliche Einnahmen und mehr Flexibilität.

Eine sofortige Neuausschreibung plant Bürgermeister Götz daher nicht. Der Aufsichtsrat will erst verschiedene Nutzungsmodelle prüfen – auch im Hinblick auf die geplante Neugestaltung der „Urbanen Lände“. Bis dahin gilt: externe Caterer für große Veranstaltungen, eigener Thekenverkauf für kleinere Formate.

Ausblick 2026

Für den Betrieb habe das keine negativen Folgen, betont Moutschka. Mit Blick auf 2026 ist sie optimistisch. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Mainfrankensäle flexibel reagieren können – auch mit eigenen Gastro-Angeboten. „Wir sind auf einem guten Weg. Und wir merken, dass die Menschen das Haus gerne nutzen.“


Foto Dieter Gürz

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