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Autorenlesung beim Frauenfrühstück in der Christuskirche: Brunhilde Schierl begeistert mit bewegender Lebensgeschichte

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Die Autorenlesung beim Frauenfrühstück der Evangelischen Christuskirche war ein voller Erfolg. Vor rund 25 Zuhörerinnen stellte Brunhilde Schierl ihr Buch „Im Vertrauen wunderbar geborgen“ (Meine Sehnsucht nach Licht) vor und nahm das Publikum mit Bildvortrag und persönlicher Erzählkraft sofort gefangen. Rasch entstand eine dichte, herzliche Atmosphäre.

Die aus dem Memmelsdorfer Ortsteil Droisendorf stammende Mutter von vier erwachsenen Töchtern und Großmutter präsentierte eine bewegende Biografie, die ihr wechselvolles Leben nachzeichnet. Die pensionierte Justizbeamtin, Jahrgang 1951, engagierte sich jahrzehntelang ehrenamtlich – von der Obdachlosenarbeit über Schuldnerberatung bis zur Seelsorge. Ihre Nähe zu Menschen in schwierigen Lebenslagen prägte nicht nur ihr Wirken, sondern auch ihr Schreiben.

Eine Rezension beschreibt ihr Buch als Erzählung „zahlreicher bereichernder, aber auch herausfordernder Ereignisse eines menschlichen Lebens“. Schierls Sprache sei tief berührend und spreche Leserinnen und Leser unmittelbar an. Auch in der Lesung zeigte sich diese Offenheit: Sie verschweigt weder Verstörendes noch Schmerzhaftes – und macht dadurch jene „besonderen Fügungen“ sichtbar, die ihrem Leben neue Wendungen gaben. „Mein Leben gleicht einem Wunder“, sagte sie. „Trotz fürchterlicher Erlebnisse durfte ich psychisch überleben und zu einer guten Entwicklung finden. Ohne Gott wäre ich zerbrochen.“ Zugleich betonte sie, dass Demut, Dankbarkeit und ein offenes Herz Wege seien, um Gottes Hilfe zu erfahren.

Besonders eindrücklich schilderte Schierl ihren Entschluss, 2013 den Jakobsweg durch Deutschland zu gehen – zu Fuß und ohne Geld, nur getragen vom Bibelwort: „Nehmt nichts auf den Weg mit…“ Die 1430 Kilometer lange Strecke von Flensburg bis Konstanz legte sie in Etappen von jeweils 25 Kilometern zurück. Es sei ihr wichtig gewesen, „so zu pilgern, wie es in der Bibel steht“, und damit zu erleben, was Vertrauen bedeuten kann.

Die Autorin berichtete zudem von einer Sozialstudie, für die sie selbst kurzfristig auf der Straße lebte, um das Leben obdachloser Menschen besser zu verstehen. Dieser Einsatz für Benachteiligte zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben: Menschen in Krisen wieder Würde zu geben, beschreibt sie als eines ihrer zentralen Anliegen.

Nach der Lesung nutzten viele Gäste die Gelegenheit, ein Exemplar des Buches zu erwerben und signieren zu lassen. Ihr authentisches Auftreten und der Mut, auch die dunklen Seiten ihres Lebens offenzulegen, hinterließen bei den Besucherinnen einen nachhaltigen Eindruck.

Text und Fotos Dieter Gürz

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