Veitshöchheim setzt auf heiße Methode gegen Unkraut auf gemeindlichen Pflasterflächen
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Ein ohrenbetäubendes Dröhnen auf der Straße veranlasste heute früh manchen Anwohner der Unteren Maingasse zum Schließen der Fenster. Dampf stieg auf, als ein mit heißem Wasser betriebener Hochdruckreiniger zur Unkrautentfernung auf dem Pflaster im Bereich der Sitzgruppe zum Einsatz kam. Die Gemeinde setzt damit eine umweltfreundliche Methode zur Wildkrautbekämpfung ein – ganz ohne Chemie.
Bei der Reinigung wird Wasser auf etwa 90 Grad Celsius erhitzt und mit Druck auf das Unkraut aufgetragen. Die Hitze zerstört die Zellstruktur der Pflanzen und lässt sie absterben – sowohl oberirdisch als auch in Teilen der Wurzel. Das hemmt das Nachwachsen deutlich effektiver als das bloße Ausreißen. Gleichzeitig werden durch die Methode keinerlei Pflanzenschutzmittel benötigt, was Umwelt und Grundwasser schont.
Die Maschine, die an diesem Morgen zum Einsatz kam, ist auf einem Anhänger montiert und wird von einem Pkw gezogen. Zwei Personen können gleichzeitig mit den angeschlossenen Heißwasserlanzen arbeiten. Nach etwa einer halben Stunde war der Arbeitseinsatz beendet, der Dampf verzogen und die Straße wieder ruhig.
Solche Geräte sind allerdings keine günstige Anschaffung. Gebrauchte Modelle mit geringer Betriebsstundenzahl werden aktuell im Internet mit Preisen um die 20.000 Euro netto gehandelt – und das meist nur mit einer Rolle. Die in Veitshöchheim von der beauftragten Firma eingesetzte Ausführung mit zwei Lanzeinheiten erlaubt ein effizienteres Arbeiten auf größeren Flächen.
Wie von der Gemeinde zu erfahren war, hat sich die Praxistauglichkeit der Methode auf eigenen Pflasterflächen bewährt. Gerade an Stellen wie Sitzgruppen, Gehwegen oder Parkplätzen, wo oft Wildkraut zwischen Pflasterfugen hervorsprießt, stellt die Heißwassertechnik eine vielversprechende Alternative zu mechanischem Entfernen oder chemischem Spritzen dar. Auch im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung ökologischer Pflege kommunaler Grünflächen ist der Einsatz ein Schritt in Richtung nachhaltiger Reinigung.
Foto Dieter Gürz