4. Sommerkonzert im Veitshöchheimer Synagogenhof: Energiegeladenes Gastspiel des Joe Krieg Quartetts
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Ein Sommerabend wie aus dem Bilderbuch: Sanftes Grün, alte Mauern, ein lauer Himmel – das ist der Synagogenhof des Jüdischen Kulturmuseums in Veitshöchheim, seit 2008 Heimat der beliebten Sommerkonzert-Reihe von Profimusiker Rainer Schwander und dem Kulturamt der Gemeinde.
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Mit 120 Gästen ausverkauft, erlebte die sechsteilige Reihe am Sonntagabend mit dem Joe Krieg Quartett ein besonders energiegeladenes Kapitel.
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Der in Würzburg geborene und in Dettelbach lebende Gitarrist Joe Krieg, eine feste Größe in der Jazzszene, brachte gemeinsam mit Uli Kleideiter (Schlagzeug), Rudi Engel (Bass) und dem Gastsolisten Felix Fromm (Posaune) seinen „Melodic Independent Jazz“ auf die Bühne – melodisch geprägt, aber voller Überraschungen zwischen Mainstream und Modern Jazz.
Vor allem Felix Fromm, Professor für Jazzposaune in Würzburg, langjähriger Leadposaunist des Bundesjazzorchesters und Mitglied der HR-Bigband, setzte herausragende Akzente. Vier seiner Stücke und fünf Kompositionen Kriegs bildeten das Fundament eines Programms, das explosiv und energiegeladen begann, dann wieder lyrisch und gefühlvoll wurde. Zwischenapplaus nach Soli, Bravorufe und mitwippende Füße zeugten von der Begeisterung des Publikums.
Fulminant eröffnete das von Fromm arrangierte „Funky New Orleans“ von Dr. John. Darauf folgte Kriegs „Buzis Mood“, eine ruhige, fast lyrische Widmung an seinen Schwager, bevor mit „Aurélie“, geschrieben für seine Tochter, ein temperamentvolles Stück erklang.
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Mit gedämpfter Posaune verzauberte Fromm im eigenen „Her Lament“, während das Quartett mit einer ganz eigenen Version von „Somewhere over the Rainbow“ die Zuhörer überraschte.
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Kriegs Swing-Komposition „Impasse Mousset“ ließ Schlagzeuger Kleideiter glänzen, während „Port Henning“ – eine gefühlvolle Ballade von seinem aktuellen Album „Beau Gosse“ – für Gänsehautmomente sorgte. Besonders das sensible Zusammenspiel von Kriegs Gitarre und Fromms Posaune beeindruckte, begleitet von Engels warmem Bassfundament. Andächtige Stille im Hof sprach für sich, ehe die Musiker mit funkigem Schwung das Tempo wieder anzogen.
Mit „Blues Open“ – inspiriert von den French Open – wirbelten die Rhythmen wie Tennisbälle übers Feld, ehe Krieg mit „Jazz Beat“ an ein legendäres Konzert 2012 im Würzburger Ombnibus erinnerte.
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Nach knapp eineinhalb Stunden bedankte sich das Publikum mit langem Applaus, den das Quartett mit Irving Berlins Standard „How Deep is the Ocean“ erwiderte.
Die besondere Atmosphäre des Hofes trug ihren Teil zum Erfolg bei. „Ein Ort, an dem Musik noch näher an die Menschen rückt“, schwärmte eine Besucherin. Dass die Musiker nicht nur beim Publikum, sondern auch bei der Fachwelt hoch im Kurs stehen, bestätigen Kritiken: Jazzthing lobt die „raffiniert gesetzten Horns“, Gitarre & Bass das „explosive Swingen“ der Band, Jazzpodium spricht gar von einem „veritablen Dream Team“.
So zeigte auch das vierte Konzert der diesjährigen Reihe eindrucksvoll, warum die Sommerkonzerte im Synagogenhof längst zu den festen Größen des Kulturlebens in Veitshöchheim zählen: Sie verbinden hochklassige Musik mit unvergleichlichem Ambiente – ein Erlebnis, das Musiker wie Zuhörer gleichermaßen inspiriert.
Rückblick auf Joe Kriegs Konzert vor vier Jahren
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Dass Joe Krieg im Synagogenhof eine feste Adresse ist, zeigt ein Rückblick auf sein Gastspiel genau vor vier Jahren. Damals stand er mit dem Würzburger Saxophonisten Dierk Rumig als „Art of Duo“ auf der kleinen Bühne. Auf den damals coronabedingt locker verteilten Plätzen mit viel Zwischenraum begeisterten die beiden Musiker die 50 Zuhörer mit einem abwechslungsreichen Programm aus der großen Zeit des Jazz mit Klassikern wie Autumn Leaves oder Softly as in a Morning Sunrise.
Dass Krieg nun mit Quartett zurückkehrte, machte den Abend zu einer Art Wiedersehen und offenbarte die künstlerische Bandbreite des Gitarristen.
Fotos Dieter Gürz
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