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Ausbau der WÜ 3 Veitshöchheim/Gadheim: Mit Asphaltfräsgut ausgebauter 1100 Meter langer Feldweg muss wegen Überschreitung der PAK-Werte zurückgebaut und neu geschottert werden

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Dieser 1.100 Meter lange Feldweg entlang dem Waldgebiet "Mühltanne", der mit teerhaltigem Fräsgut ertüchtigt wurde, muss nun wieder rückgebaut werden (im Hintergrund das Veitshöchheimer Gewerbegebiet) - Fotos Dieter Gürz)

Seit März dieses Jahres laufen die Straßenbauarbeiten an der Kreisstraße WÜ 3 zwischen Veitshöchheim und Gadheim auf Hochtouren. An der Abzweigung nach Oberdürrbach entsteht derzeit ein neuer Kreisverkehr.

Hierbei wurde in Absprache mit den Bayerischen Staatsforsten auch ein Feldweg entlang des Waldgebietes „Mühltanne“ auf der Gemarkung Oberdürrbach ertüchtigt.

Er dient den Gadheimer Landwirten, um ihre südlich der Wü 3 liegenden landwirtschaftlichen Anbauflächen anfahren zu können, nicht nur während der Bauzeit bis Ende des Jahres, sondern auch darüber hinaus, denn nach Fertigstellung des Ausbaus hat laut Bürgermeister Jürgen Götz der Landkreis verfügt, dass von der Kreisstraße aus die Landwirte keine Zufahrten mehr für ihre Äcker erhalten.

Hier endet der 1100 Meter lange, mit Schadstoffen befestigte Weg im Ortsteil Gadheim

Wie nun das Landratsamt in einem Presseschreiben mitteilt, verwendete für die Schotterung des Feldwegs entlang der Gemarkungsgrenze Oberdürrbach die ausführende Firma Asphaltfräsgut, das beim Rückbau der früheren Streckenführung der WÜ 3 entstand.

Das Staatliche Bauamt führt die Straßenbaumaßnahme als Partner des Landkreises Würzburg durch. Im Nachgang zum Einbau wurde vom Staatlichen Bauamt eine Beprobung des eingebauten Materials zum Nachweis der Materialeigenschaft veranlasst. Dabei wurde festgestellt: Die für den vorgesehenen Einbau zugelassenen PAK-Werte wurden überschritten.

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind organische Verbindungen, die krebserregend sein können. PAK sind natürliche Bestandteile von Kohle und Erdöl, auch Teer kann hohe Anteile an PAK enthalten. Teergebundener Asphalt aus der Zeit vor 1984 enthält häufig PAK.

Nachdem die Beprobung des Fräsguts eine Belastung mit PAK erwiesen hat, hat das Staatliche Bauamt in Abstimmung mit dem Landkreis Würzburg als Auftraggeber sofort reagiert und den schnellstmöglichen Rückbau des Asphaltes und die Herstellung des Flurwegs mit Schotter veranlasst. Die ausführende Firma beginnt ab dem 27. Mai 2021 mit dem vollständigen Rückbau und der fachgerechten Entsorgung des Fräsguts.

„Der kurzfristige komplette Rückbau des Feldwegs und die fachgerechte Entsorgung garantieren, dass das belastete Material keine Gefahr für Mensch, Tier und Grundwasser darstellt“, betont Landrat Thomas Eberth. Der Feldweg werde zeitnah mit unbelastetem Material verfüllt und ertüchtigt.

Landrat Eberth war vor Kurzem selbst an der Baustelle, um sich ein Bild vom Baufortschritt zu machen, der bislang voll im Zeitplan liegt. Auch der Rück- und anschließende Neubau des Feldwegs sollte sehr zeitnah erledigt sein.

Nachfrage beim Staatlichen Bauamt

Asphaltfräsgut aus dem Rückbau der Streckenführung der WÜ 3 vom Normamarkt bis zum neuen Kreisverkehr wurde bei der Befestigung der Feldwege für die 1.800 Meter lange Busumleitungsstrecke eingebaut.

 

Von den so mit Asphaltfräsgut befestigten 1.800 Metern wurden anschließend rund 600 Meter asphaltiert (Streckenabschnitt, der am EU-Mittelpunkt vorbeiführt).

Es wurde deshalb beim Staatlichen Bauamt angefragt, ob auch hier eine Beprobung des eingebauten Materials zum Nachweis der Materialeigenschaft veranlasst wurde und ggf. welches Ergebnis diese Beprobung hatte.

Laut Mitteilung der Pressestelle des LRA WÜ wurde das Material für die Umleitungsstrecke ebenfalls beprobt. Es hat sich als unbedenklich hinsichtlich der Belastung mit teer- und pechhaltigen Bestandteilen herausgestellt.

Außerdem stellt sich die Frage, warum eine Materialbeprobung nicht vor, sondern erst nach dem Einbau des Asphaltfräsguts beim Feldweg entlang der Mühltannen erfolgte und welche Mehrkosten durch den Rück- und Neuausbau des Feldweges  entstehen.

Auf die Frage, wie es zum Einsatz des belasteten Materials gekommen sei, äußerte Veitshöchheims Bürgermeister gegenüber Mainpost, dass das Bauamt im Vorfeld der Baumaßnahmen Bohrkernproben von dem verwendeten Asphaltfräsgut entnommen habe. Damals habe man keine Belastungen feststellen können.  Er erklärte der Redaktion weiter, dass bislang noch keine Angaben zu den Kosten des Rückbaus gemacht werden können. Es sei noch nicht klar, wie lange der Weg nicht befahren werden könne, so Götz.

Über den Feldwegausbau an den Mühltannen wurde hier auf Veitshöchheim News am 26.4.2021 berichtet:

Neben der Busumleitungsstrecke wurde ein weiterer Feldweg auf einer Länge von 1.100 Meter von der Südost-Ecke des Gewerbegebiets entlang dem Oberdürrbacher Wald bis zum Ortsteil mit Auskofferungsmaterial befestigt (siehe Luftbild).

Er dient den Gadheimer Landwirten, um ihre südlich der Wü 3 liegenden landwirtschaftlichen Anbauflächen anfahren zu können, nicht nur während der Bauzeit bis Ende des Jahres, sondern auch darüber hinaus, denn nach Fertigstellung des Ausbaus hat laut Bürgermeister Jürgen Götz der Landkreis verfügt, dass von der Kreisstraße aus die Landwirte keine Zufahrten mehr für ihre Äcker erhalten.

 

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Peter Franz Müller 05/27/2021 10:10

Das zeug war doch die ganzen Jahre schon ein paar Meter weiter im Boden. Warum soll's da nicht auch bleiben. Schwachfug. Bürokratie Irrsinn in Deutschland.

Dieter Gürz 05/27/2021 10:33

Irrsinn ist das keineswegs- siehe
https://www.ifmu.de/analytik/material/asphalt-teer/https://www.ifmu.de/analytik/material/asphalt-teer/