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„Wer LIEST denn SOWAS?“ – 14 Beteiligte und ihr Publikum schwelgten im Bücherhimmel

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Literatur, Kulinarik und jede Menge gute Laune: Bei der dritten Auflage des Book-Pitch-Formats „Wer LIEST denn SOWAS?“ am Freitag, 9. Oktober 2026, in der Bücherei im Bahnhof Veitshöchheim kamen Bücherfreunde und Genießer gleichermaßen auf ihre Kosten. 14 Mitwirkende präsentierten 13 Bücher, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Essen und Trinken zu tun hatten. Dazu gab es ein reichhaltiges kulinarisches Büfett, knifflige Quizfragen und zwei junge Nachwuchstalente, die mit Witz und Charme überzeugten.

Astrida Wallat hat den Abend in einem ebenso kenntnisreichen wie humorvollen Bericht festgehalten.


Champagner, Safran und „easy peasy“ – Wissen war gefragt

„Unter welcher Voraussetzung darf ein Champagner sich Champagner nennen?“, „Woher stammt er denn nun, der bekannte Ausdruck ‚easy peasy‘?“ und „Bis zu wie viel Euro kann ein Kilo Safran kosten?“

Mit diesen und ähnlichen Fragen sah sich das Publikum bei der dritten Ausgabe von „Wer LIEST denn SOWAS?“ konfrontiert. Die Antworten galt es begleitend zu den 13 Buchvorstellungen herauszufinden.

Die Fragen waren dabei keineswegs zufällig gewählt, sondern passten zum besonderen Motto des Abends: Literatur trifft Kulinarik.


 

Aus einer Idee zur Nacht der Bibliotheken wurde ein Erfolgsformat

Bereits zum dritten Mal hatte die Bücherei im Bahnhof zu diesem ungewöhnlichen literarischen Veranstaltungsformat eingeladen.

Ursprünglich war „Wer LIEST denn SOWAS?“ vor zwei Jahren anlässlich der Nacht der Bibliotheken ins Leben gerufen worden. Schon damals war die Resonanz so positiv, dass sich die Beteiligten eine Fortsetzung wünschten.

Astrida Wallat bringt die Reaktion der Bücherei in ihrem Bericht auf den Punkt: „Dieser Wunsch war der Bücherei Befehl“, schreibt sie und verweist zugleich auf eine zusätzliche Herausforderung, die diesmal auf die Teilnehmer wartete. Alle vorgestellten Bücher mussten im engeren oder weiteren Sinne einen Bezug zur Kulinarik haben. Das eröffnete reichlich Spielraum für eine abwechslungsreiche Literaturauswahl.

Die Aufgabe sei, wie Wallat feststellt, „durch die Bank sehr nett und ungezwungen“ gelöst worden.


Von antiker Kochkunst über Krimis bis zur Fantasy

Wer bei einem kulinarischen Bücherabend ausschließlich Kochbücher erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt.

Zwar standen auch praktische Küchenratgeber auf dem Programm, doch die literarische Auswahl reichte weit darüber hinaus.

Neben modernen Kochbüchern fand sich mit „De re coquinaria“ von Apicius sogar ein lateinisches Werk zur antiken Kochkunst. Hinzu kamen Romane, klassische Literatur, Unterhaltung, ein Krimi und Fantasy.

Damit wurde deutlich, wie vielseitig das Thema Essen und Trinken in der Literatur aufgegriffen werden kann.

Besonders angetan zeigte sich Astrida Wallat von der Qualität der Präsentationen: „Alle Vortragenden zeigten sich bestens informiert, engagiert und überzeugend, das Publikum reagierte interessiert und gut gelaunt.“

Diese Beobachtung beschreibt treffend die Atmosphäre des Abends. Die Teilnehmer verstanden es, ihre ausgewählten Bücher nicht nur vorzustellen, sondern ihre persönliche Begeisterung auf die Zuhörer zu übertragen.


Ein literarisches Menü in vier Gängen

Passend zum kulinarischen Motto waren die 13 Buchvorstellungen wie ein mehrgängiges Menü zusammengestellt. Vom Aperitif über die Vorspeise und den Hauptgang bis zum Dessert wurde eine abwechslungsreiche Mischung serviert.

APERITIV – Der literarische Auftakt

„Easy Peasy. Einfach kochen mit 2 bis 8 Zutaten“ von Risa Nagahama und Joerg Lehmann – vorgestellt von Levke Wunderlich und Jonah Güntner

  • „Die Champagner-Diät“ von Hera Lind – vorgestellt von Carmen Kneitz
  • „Essen“ von Alina Bronsky – vorgestellt von Kathrin Zwisler

VORSPEISE – Appetit auf weitere Geschichten

„1 Blech – 50 Rezepte“ von Volker Eggers – vorgestellt von Margarete Hemmelmann

 

  • „Madame Le Commissaire und die gefährliche Begierde“ von Pierre Martin – vorgestellt von Marlene Lauter

  • „Alte Sorten“ von Ewald Arenz – vorgestellt von Astrida Wallat
  • „Deine Juliet“ von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows – vorgestellt von Irmi Ellinger

HAUPTGANG – Literatur mit Substanz

  • „De re coquinaria – Über die Kochkunst“ von Apicius – vorgestellt von Kurt Wallat

  • „Gabriela wie Zimt und Nelken“ von Jorge Amado – vorgestellt von Bernhard von der Goltz

  • „Durch die Wüste“ von Karl May – vorgestellt von Harald Kraus

  • „Stadt der verschwundenen Köche“ von Gregor Weber – vorgestellt von Alexander Rogowski

DESSERT – Ein fantasievoller Ausklang

  • „Knusperdünner Knabberspaß“ von Solveig Darrigo-Dartinet – vorgestellt von Monika Öchsner

  • „Magie und Milchschaum“ von Travis Baldree – vorgestellt von Sven Ruttor


Vom Lesebüfett zum echten Büfett – auch kulinarisch ein Genuss

Bei so viel Literatur rund um Essen und Trinken durfte natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen.

Dass das Publikum bei bester Laune war, überraschte Astrida Wallat angesichts des kulinarischen Angebots wenig: „Alles andere wäre tatsächlich schwer denkbar gewesen, denn zusätzlich zum Lesebüffet hatten die Teilnehmer für ein kulinarisches gesorgt.“

Und dieses Büfett hatte einiges zu bieten. Neben Pflaumen im Speckmantel, Gemüse-Quiche und Birnenchutney auf Vollkorn-Gorgonzolatalern gab es Fantasy-Kekse und verschiedene gesunde Chips-Variationen. Besonders originell wurde es bei den Spezialitäten aus der römischen Antike. So standen auch antike Hackfleischbällchen auf dem Tisch.

Dazu wurde römisches Mulsum gereicht, ein Honig-Würzwein, den Wallat mit einem augenzwinkernden Hinweis auf seine Wirkung beschreibt: „ein rasch zu Kopf steigender Honig-Würzwein“. Damit war der kulinarische Ausflug in die Vergangenheit nicht nur literarisch, sondern auch geschmacklich erlebbar.


Levke und Jonah – zwei „Pitch-Kinder“ mit besonderem Talent

Ein besonderes Lob hat Astrida Wallat für zwei junge Mitwirkende übrig, die dem Veranstaltungsformat bereits seit seiner Premiere die Treue halten. Levke Wunderlich und Jonah Güntner gehören zu den Teilnehmern der ersten Stunde und waren auch diesmal wieder gemeinsam auf der Lesebühne vertreten. Wallat bezeichnet sie liebevoll als „unsere beiden Pitch-Kinder Levke und Jonah“.

Mit ihrer Vorstellung des Kochbuchs „Easy Peasy. Einfach kochen mit 2 bis 8 Zutaten“ bewiesen sie erneut, wie unterhaltsam und lebendig eine Buchpräsentation sein kann. Die beiden vermochten, wie Wallat begeistert festhält, „diesmal mit noch mehr Witz, Charme und Raffinesse zu überzeugen“.


Schokolade, Kekse und Veitshöchheimer Wein als Gewinne

Natürlich durfte bei diesem besonderen Bücherabend auch ein kleiner Wettbewerb nicht fehlen. Die begleitenden Quizfragen rund um Champagner, Safran und andere kulinarische Besonderheiten sorgten dafür, dass die Besucher nicht nur aufmerksam zuhörten, sondern auch ihr Wissen unter Beweis stellen konnten.

Und wie es sich für einen solchen Abend gehört, gab es etwas zu gewinnen. Ganz im Zeichen des Veranstaltungsmottos warteten Bücher, Schokolade, Eisgutscheine, Kekse und eine Flasche MittelPunktWein auf die erfolgreichen Teilnehmer.


„Viel gelesen, nie bereut“ – ein gelungener Abend im Bücherhimmel

Mit der dritten Auflage von „Wer LIEST denn SOWAS?“ hat die Bücherei im Bahnhof einmal mehr bewiesen, dass Literatur weit mehr sein kann als stilles Lesen.

Die Mischung aus engagierten Buchvorstellungen, ungewöhnlichen literarischen Entdeckungen, kulinarischen Köstlichkeiten und heiteren Quizfragen machte den Abend zu einem geselligen Erlebnis.

Vor allem aber zeigte sich, wie ansteckend die Freude an Büchern sein kann, wenn Menschen ihre Leseerfahrungen mit Begeisterung weitergeben.

Astrida Wallat beschließt ihren Bericht mit einem augenzwinkernden Vierzeiler, der dem gelungenen Abend ein passendes literarisches Schlusswort verleiht:

„Wir sehen also nicht betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Wir konstatieren dafür hocherfreut:
Viel gelesen, nie bereut.“

Bericht nach der Vorlage von Astrida Wallat, journalistisch bearbeitet für Veitshöchheim News.

Fotos Dieter Gürz

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