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Rund 100 Interessierte erleben Eulen und Greifvögel aus nächster Nähe – Ferienprogramm begeistert in Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz


Rund 100 Interessierte, darunter vor allem zahlreiche kleine Kinder mit ihren Eltern, erlebten am Sonntag, 23. August 2026, auf der Mainwiese am Standort des Abenteuerspielplatzes, am ehemaligen alten Steg Greifvögel und Eulen aus nächster Nähe. Die Veranstaltung „Eulen und andere Greifvögel kennenlernen“ war ein Angebot der Ortsgruppe Veitshöchheim von Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Veitshöchheim.

Gestaltet wurde die rund einstündige Begegnung von der Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg e.V., deren Mitglieder Sibylle Schneider aus Reichenberg, Harald Kümmet aus Thüngersheim und Uli Kämmerer aus Leinach (v.r.) eindrucksvolle Vögel mitgebracht und den Besuchern viel Wissenswertes über deren Lebensweise vermittelt haben.

Die Veranstaltung war ausdrücklich keine Flugshow, sondern eine Informations- und Begegnungsveranstaltung, bei der die Besucher die Tiere, ihre Lebensweise und die Arbeit der Greifvogel- und Eulenhilfe kennenlernen konnten.

Für die Kinder wurde die Veranstaltung zu einer besonderen Gelegenheit, die faszinierenden Tiere einmal nicht nur aus der Ferne, sondern unmittelbar zu erleben.

Wer wollte, durfte einen Greifvogel mit einem dicken Lederhandschuh sogar auf die Hand nehmen und sich dabei fotografieren lassen.

Die Kinder lernten dabei nicht nur die verschiedenen Vogelarten kennen, sondern erfuhren auch, wie sich die Tiere ernähren, wo sie brüten und welche Gefahren ihnen in freier Natur drohen.


Anrufe ohne Ende bei der Greifvogelhilfe

Wie groß der Bedarf an Hilfe für verletzte oder geschwächte Greifvögel ist, wurde bei der Veranstaltung ebenfalls deutlich. „Anrufe ohne Ende“ lautet die Erfahrung der ehrenamtlichen Helfer. Allein an einem Wochenende wurden rund 30 Tiere in der Auffangstation des Vereins auf einer Anhöhe im Sendelbachtal in Veitshöchheim aufgenommen.

Mehr als 200 Vögel sind es in diesem Jahr bereits, etwa ein Viertel davon hat die Aufnahme in die Pflegestation nicht überlebt. Den größten Anteil machen Turmfalken aus, gefolgt von Mäusebussarden, Waldohreulen und Uhus. Auch eine Wiesenweihe wurde aufgenommen.

Gerade die große Hitze stellt die Jungvögel vor besondere Probleme. Immer wieder fallen junge Vögel aus Bäumen und werden von Spaziergängern oder Gästen gefunden. Die Experten appellieren deshalb ausdrücklich an die Bevölkerung: Jungvögel, die scheinbar hilflos am Boden sitzen, sollten zunächst sitzen gelassen werden. In vielen Fällen werden sie weiterhin von ihren Eltern versorgt.


Die Auffangstation im Veitshöchheimer Sendelbachtal

Die Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg e.V. engagiert sich bereits seit Jahren für die Versorgung und den Schutz heimischer Greifvögel und Eulen. 2017 pachtete der Verein ein zentral gelegenes Grundstück im Veitshöchheimer Sendelbachtal. Nach und nach wurden dort neue Volieren für die Auffangstation aufgebaut, deren Finanzierung und Ausbau der Verein unterstützte.

Seit 2025 verfügt die Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg e.V. über die Genehmigung, die Auffangstation selbst zu leiten.

Die Hauptaufgabe der Station ist die Behandlung von kranken, verunfallten oder misshandelten Greifvögeln und Eulen. Bei Bedarf werden auch hilflose Nestlinge und Jungvögel tiermedizinisch versorgt, artgerecht gefüttert und untergebracht.

Ist eine tierärztliche Behandlung notwendig, arbeitet die Greifvogel- und Eulenhilfe eng mit Tierärzten und dem Tierheim Würzburg zusammen.


Ziel ist die Rückkehr in die Freiheit

Das wichtigste Ziel der Arbeit besteht darin, die aufgenommenen Vögel wieder wildbahnfähig zu machen. Die Tiere sollen körperlich so weit hergestellt werden, dass sie eine realistische Überlebenschance haben und wieder in die freie Natur entlassen werden können.

Damit leistet die Auffangstation einen wichtigen Beitrag zum Schutz heimischer Greifvögel und Eulen.


Wanderfalke und Wüstenbussard als beeindruckende Luftjäger

Zu den eindrucksvollen Tieren der Greifvogelhilfe gehört auch ein Wanderfalke. Der Vogel ist ein Dauerpflegefall und lebt in einem Gehege. Als ausgesprochener Luftjäger kann der Wanderfalke aus großer Höhe auf seine Beute herabschießen.

Ein weiterer Vorführgreifvogel ist ein Wüstenbussard. Auch er zeigte eindrucksvoll, warum Greifvögel zu den faszinierendsten Jägern der Tierwelt gehören. Die Vögel sind perfekt an ihre Lebensweise angepasst und verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten bei der Jagd.


Ehrenamtliche kümmern sich um verletzte Tiere

Die Arbeit der Greifvogel- und Eulenhilfe wird von engagierten Ehrenamtlichen getragen, zu denen auch Sibylle Schneider, Schatzmeister Harald Kümmet und Uli Kämmerer gehören.

Die Helfer kümmern sich nicht nur in der Auffangstation um die Tiere. Teilweise befinden sich auch privat Vögel in ihrer Obhut. Der Verein zählt derzeit rund 70 Mitglieder.


Schutz, Nachzucht und Aufklärung gehören ebenfalls zur Vereinsarbeit

Die Arbeit der Greifvogel- und Eulenhilfe beschränkt sich nicht auf die Versorgung verletzter Tiere. Der Verein engagiert sich darüber hinaus für den langfristigen Schutz der Arten.

Dazu gehören unter anderem die Schaffung neuer Nistplätze sowie die Nachzucht bedrohter Greifvögel und Eulen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung. Besonders die nachfolgende Generation soll frühzeitig für den Schutz der faszinierenden Vögel begeistert werden. Dazu besucht der Verein unter anderem Kindergärten, Schulen und soziale Einrichtungen und vermittelt dort Wissen über Greifvögel und Eulen sowie deren Schutz.


Hilfe für verletzte Greifvögel und Eulen

Wer einen in Not geratenen oder verletzten Greifvogel oder eine Eule findet, kann sich direkt an die Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg wenden.

E-Mail an die Vorstandschaft:
verein@greifvogelhilfe-wuerzburg.de

Notrufnummer täglich von 7 bis 20 Uhr:
0155 65 04 54 08

Für Notfälle außerhalb dieser Zeiten steht das Tierheim Würzburg als Ansprechpartner zur Verfügung:
www.tierheim-wuerzburg.de

Wichtig: Die Auffangstation darf aus rechtlichen Gründen ausschließlich Greifvögel und Eulen aufnehmen. Ansprechpartner für andere verletzte Vogelarten ist das Tierheim Würzburg.


Nicht jeder Jungvogel braucht Hilfe

Die Experten warnen zugleich davor, Jungvögel vorschnell mitzunehmen. Gerade während der heißen Sommermonate sitzen junge Vögel häufiger außerhalb des Nestes oder fallen beim ersten Flugversuch aus einem Baum. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie verlassen wurden.

In vielen Fällen sitzen die Jungvögel in der Nähe ihrer Eltern, die sie weiterhin versorgen. Deshalb sollte ein unverletzter Jungvogel zunächst an Ort und Stelle sitzen gelassen und aus sicherer Entfernung beobachtet werden. Bei Unsicherheit oder erkennbaren Verletzungen empfiehlt sich der Kontakt mit den Fachleuten.

Harald Kümmet stelle eine Schleiereule vor

Die Veranstaltung auf der Mainwiese machte damit neben der Faszination für Eulen und Greifvögel auch die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Helfer deutlich. Für die rund 100 Besucher wurde der Vormittag zu einer eindrucksvollen Begegnung mit faszinierenden Tieren – und zu einem Appell, bei Fundtieren richtig zu handeln.

Am Ende griffen die Kinder selbst zu Stiften: Beim Ausmalen von Greifvogelbildern zeigten sie, wie bunt eine Eule aussehen kann.

Fotos Dieter Gürz

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