Tag der Offenen Tür der LWG Veitshöchheim - Teil 3: Welche Beet- und Balkonpflanzen trotzen Hitze und Trockenheit?
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Zu den größten Besuchermagneten beim Tag der offenen Tür der LWG in Veitshöchheim gehörten die Zierpflanzen-Schauflächen des Instituts für Erwerbs- und Freizeitgartenbau. Hier testet die LWG Jahr für Jahr rund 750 Beet- und Balkonpflanzensorten, die von mehr als 40 internationalen Züchter- und Jungpflanzenfirmen zur Verfügung gestellt werden. Ziel der Versuche ist es, Pflanzen zu finden, die den Herausforderungen des Klimawandels standhalten und sich sowohl für private Gärten als auch für das öffentliche Grün eignen.
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Lehrkraft und Versuchsingenieurin Beatrix Bieker-Royackers führte die Besucher durch die Versuchsanlagen und erklärte, nach welchen Kriterien die Pflanzen bewertet werden (im Bild zu sehen die Goldmarie (Bidens). Alle vier Wochen erhalten sämtliche Sorten Noten von eins bis neun. Bewertet werden Blühfreudigkeit, Wuchsform, Gesundheit, Gleichmäßigkeit sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit.
„Eine gute Sorte muss schön kompakt wachsen, gesund bleiben und möglichst den ganzen Sommer durchblühen", erläuterte die Gartenbauingenieurin.
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Besonders eindrucksvoll zeigte sich dies bei üppig blühenden Petunien, die bereits jetzt ein geschlossenes Blütenbild boten und deshalb zu den Spitzensorten zählen. So präsentierte Bieker-Royackers im Bild liniks eine bislang noch nicht im Handel erhältliche Sorte des japanischen Züchters Suntory Flowers Europe. „Die ist so schön, dass sie bestimmt auf den Markt kommt", zeigte sie sich überzeugt.
Die gesamte Schaupflanzung wird konsequent in torffreiem Substrat kultiviert. Das stellt die Gärtner allerdings vor neue Herausforderungen, denn torffreie Erden speichern Wasser deutlich schlechter. Deshalb werden die Pflanzen über ein sparsames Mikrobewässerungssystem versorgt, bei dem gleichzeitig Flüssigdünger mit ausgebracht wird. Statt seltener großer Wassergaben benötigen die Pflanzen häufiger kleinere Mengen.
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Besonders vielversprechend erwiesen sich zahlreiche Arten, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen. Dazu zählen unter anderem Kapkörbchen (Osteospermum), auch Kapmargeriten oder Paternosterstrauch genannt, die vollsonnige Standorte lieben und selbst längere Hitzeperioden problemlos überstehen.
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Etabliert hat sich inzwischen auch die rosafarbene Catharanthe, von der erstmals eine experimentelle rot-pinke Neuzüchtung gezeigt wurde. Sie gilt als ausgesprochen hitzeverträglich und entwickelt sich zu einer interessanten Alternative für Balkonkästen.
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Großes Interesse weckte außerdem das Köcherblümchen (Cuphea ignea). Seine röhrenförmigen roten Blüten erinnern an glimmende Zigaretten und produzieren besonders viel Nektar. Die Pflanze erwies sich als hervorragender Insektenmagnet, bevorzugt allerdings eher halbschattige Standorte.
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Zu den Publikumslieblingen gehörte auch die Sternengeranie "Bella Stella", die 2024 zur Bayerischen Pflanze des Jahres gewählt wurde. Ihre reinweißen Blüten erinnern an Sterne am Himmel, während die ungewöhnlichen, ginkgoähnlichen Blätter sie deutlich von klassischen Geranien unterscheiden.
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Wie wichtig die Sortenprüfung ist, zeigte sich am Beispiel der Dahlien. Während manche Sorten kaum Blüten entwickelten oder bereits stark nachließen, präsentierten sich andere als wahre Dauerblüher mit dichtem Blütenflor.
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Ähnlich überzeugend schnitten die Schwarzäugige Rudbeckie (Rauer Sonnenhut) mit ihren leuchtend gelben Blüten, richtige Leuchtfeuer, die üppig kleine Sonnenblumen durchblühen.
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sowie verschiedene Salbei-Arten und die Sibirische Katzenminze ab, die den ganzen Sommer über reichlich Nahrung für Bienen und andere Insekten bieten.
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Entscheidend sind Blühfreudigkeit, Gesundheit, Gleichmäßigkeit und vor allem ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit, im Bild die besonders von Insekten beflogene Schafgarbe.
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Ein Schwerpunkt der Versuche liegt auf dem Wandelröschen (Lantana). Die ursprünglich aus Mexiko stammende Pflanze verträgt Hitze und Trockenheit ausgesprochen gut und gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.
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Die LWG prüft die Pflanzen nicht nur in Töpfen für Balkon und Terrasse, sondern auch direkt im Beet. Dort gelten andere Maßstäbe: Für öffentliche Pflanzungen müssen die Pflanzen geschlossene Bestände bilden, dauerhaft attraktiv aussehen und dürfen keine Lücken entwickeln. Die Versuche sollen zeigen, welche Sorten sich künftig für Stadtbegrünungen eignen.
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Auch Begonien überraschten mit ihren guten Eigenschaften. Moderne Sorten wachsen kräftig, blühen üppig und vertragen Hitze deutlich besser als ihr Ruf vermuten lässt. Gleichzeitig benötigen sie vergleichsweise wenig Pflege und entwickeln sich zunehmend wieder zu attraktiven Balkonpflanzen.
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Als Blickfang präsentierten sich außerdem die farbenprächtigen Plectranthus (Weihrauchpflanzen), deren auffällig gemusterte Blätter besonders bei jüngeren Gartenfreunden gut ankamen.
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Für extrem heiße Standorte empfiehlt die LWG Portulak. Dank seiner fleischigen Blätter speichert er Wasser besonders gut und kommt selbst mit längeren Trockenperioden zurecht.
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Als robuste Dauerblüher überzeugten außerdem Mädchenaugen, ein Eyecatcher,
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Strauchmargeriten,
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Tagetes, die aufrechte Studentenblume,
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sowie die Angelonia, die wegen ihrer filigranen Blüten auch „Engelsgesicht" genannt wird. Sie liebt sonnige, warme Plätze, blüht den ganzen Sommer über in Blau-, Rosa- und Lilatönen und verzeiht sogar kurze Trockenphasen.
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Nicht nur auf den Versuchsfeldern, sondern auch im Innenhof vor den Gewächshäusern konnten sich die Besucher inspirieren lassen. Dort präsentierte die LWG u.a. bepflanzte Hängeampeln.
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Die umfangreichen Sichtungsversuche liefern damit nicht nur den Züchtern wertvolle Erkenntnisse, sondern geben auch Hobbygärtnern sowie Städten und Gemeinden eine wichtige Orientierung bei der Auswahl klimaresistenter und zugleich attraktiver Beet- und Balkonpflanzen.
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Fotos Dieter Gürz