Amber View brachte den Sound der Nullerjahre mit frischer Energie in die Wiener Botschaft zu "Veitshöchheim macht Musik & Appetit"
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Der idyllische Hof der Wiener Botschaft verwandelte sich am Samstagabend im Rahmen von „Veitshöchheim macht Musik & Appetit“ in einen kleinen Indie-Rock-Club unter freiem Himmel. Neunzig Minuten lang begeisterte die Würzburger Band Amber View mit eingängigem, ehrlichem Indie-Rock, der Erinnerungen an die großen Gitarrenbands der 2000er-Jahre weckte und dabei dennoch unverwechselbar modern klang.
Schon nach wenigen Songs war klar: Diese Band lebt ihre Musik. Mit kraftvollen Gitarren, treibenden Rhythmen und eingängigen Melodien schufen die vier Musiker eine Atmosphäre, die zum Mitwippen, Mitsummen und Genießen einlud. Der unverkennbare Good-Vibe-Faktor sprang schnell auf das Publikum über.
Wer beim Konzert an Bands wie Jimmy Eat World, The Killers, Franz Ferdinand, The Strokes oder Oasis dachte, lag nicht ganz falsch. Amber View greifen den Sound jener Zeit auf, als Hits wie „Mr. Brightside“ oder „The Middle“ die Clubs füllten. Doch die Band kopiert ihre Vorbilder nicht, sondern entwickelt daraus einen eigenen, frischen Stil mit britischen Einflüssen und viel musikalischer Eigenständigkeit.
Besonders deutlich wurde das bei ihren ausschließlich selbst geschriebenen Songs. Nach dem Debütalbum Change of Plan, das 2023 erschien, folgte bereits im Herbst 2024 die EP Eastern Sunset. Der gleichnamige Titel zeigt beispielhaft, wie die Band ruhige, groovige Strophen mit energiegeladenen Refrains verbindet, die schließlich in einem kraftvollen Rockfinale münden.
Die Band besteht aus Martin Schulz am Bass (re.), Alexander Kobilke an der Gitarre, Johannes Lang am Schlagzeug und dem schottischen Sänger Colin Taylor (links), der aus Glasgow stammt und seit rund 15 Jahren in Würzburg lebt. Das Schicksal führte die vier Musiker in der Mainstadt zusammen, wo sie sich 2023 zu Amber View formierten.
Schlagzeuger Johannes Lang beschrieb den musikalischen Ansatz der Band als Indie- und Alternative-Rock mit britischen Einflüssen. Alle Mitglieder seien erfahrene Musiker, die zuvor bereits in anderen Bands gespielt hätten. Ein professionelles Tonstudio brauche man dafür nicht. „Wir sind Hobbymusiker mit tiefster Leidenschaft“, sagte Lang. „Wir machen das nicht fürs Geld. Uns geht es um den Spaß an der Musik.“
Mit einem Augenzwinkern erzählte er auch die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Band: „Ein Zahnarzt, ein Ingenieur, ein Designer und ein Polizist – das klingt wie der Anfang eines Witzes.“ Tatsächlich seien genau diese Berufe die Hintergründe der vier Musiker gewesen und bildeten einst sogar den Einstieg ihrer Bandbiografie.
Rund zehn Auftritte absolvieren Amber View jährlich. Einmal pro Woche wird geprobt, daneben gehören Social Media, das Produzieren neuer Inhalte und die Bewerbung bei Veranstaltern inzwischen selbstverständlich zum Bandalltag.
„Der Fankreis wächst langsam, aber stetig“, berichtete Lang. Gerade deshalb freue sich die Band über jede Gelegenheit, ihre Musik einem neuen Publikum präsentieren zu können.
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Dass diese Leidenschaft auf der Bühne spürbar wird, zeigte sich auch im Hof der Wiener Botschaft. Amber View spielten mit sichtbarer Freude, großer Spielfreude und musikalischer Präzision. Das Publikum dankte es mit viel Applaus und ließ sich bereitwillig auf die Mischung aus nostalgischem Indie-Sound und frischer Rockenergie ein.
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So wurde der Auftritt zu einem weiteren gelungenen musikalischen Höhepunkt der Veranstaltungsreihe „Veitshöchheim macht Musik & Appetit“ – und zu einem Beweis dafür, dass ehrlicher Indie-Rock auch heute nichts von seiner Faszination verloren hat.
Fotos und Text Dieter Gürz
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