Glückerts Federweißer gibt es morgen auch auf dem Veitshöchheimer Bremsermarkt
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Oskar Glückert beim Ausschank von Federweißem in der Thüngersheimer Straße
Feierabendwinzer Oskar Glückert ist mit der Qualität der diesjährigen Weinlese hochzufrieden – kleine Beeren brachten weniger Ertrag, dafür außergewöhnlich hohe Öchslegrade
„Die Mühe hat sich gelohnt“, sagt Oskar Glückert mit Blick auf die diesjährige Weinlese. Der Veitshöchheimer Feierabendwinzer ist mit der Qualität seiner Trauben mehr als zufrieden. Morgen, am Sonntag, 27. September 2026, ist er wieder beim Veitshöchheimer Bremsermarkt dabei und bietet dort seinen Federweißen und Zwiebelkuchen an.
Obwohl Glückert inzwischen nur noch rund einen Hektar Rebfläche bewirtschaftet, hat er auch 2026 wieder einiges zu tun. Die Erntemenge fällt zwar geringer aus als in anderen Jahren, dafür überzeugen die Trauben mit hohen Mostgewichten.
„Wir haben schon gemerkt, dass die Beeren kleiner sind und dadurch der Ertrag etwas geringer ist“, berichtet Glückert. Das störe ihn jedoch nicht: „Wir wollen ja auch nicht mehr.“ Viel wichtiger sei ihm die Qualität. Und die könne sich in diesem Jahr sehen lassen: „Einen solchen Zuckergehalt haben wir lange nicht mehr gehabt.“
Frühe Lese und hohe Öchslegrade
Wie überall in Franken begann die Weinlese auch bei Glückert ungewöhnlich früh. Den Anfang machte der Müller-Thurgau. Bereits die ersten Trauben brachten 88 Grad Öchsle auf die Waage, später stiegen die Werte auf 92 Grad.
Auch einen Teil seines Malvasier hat Glückert inzwischen mit 92 Grad Öchsle gelesen. Einige Trauben lässt er jedoch noch hängen. Seine Hoffnung: Daraus könnte sogar eine Auslese werden.
Besonders bemerkenswert fiel das Ergebnis beim Weißen Burgunder aus. Hier erreichten einzelne Partien nach Glückerts Angaben sogar 110 Grad Öchsle. „Das Wetter hat gepasst, es ist alles schön“, fasst der Winzer zusammen. Sein Urteil über die Qualität des Jahrgangs fällt entsprechend eindeutig aus: „Gut, sehr gut.“
Lieber Federweißer als noch mehr Wein im Keller
Dass hohe Mostgewichte nicht automatisch bedeuten, dass Glückert daraus entsprechend hochwertige Prädikatsweine abfüllt, hat einen ganz praktischen Grund. Sein Keller sei noch gut mit Wein gefüllt. Deshalb setzt der Feierabendwinzer verstärkt auf Federweißen.
„Mir ist es lieber im Fass als in der Flasche“, sagt Glückert. Denn ältere Jahrgänge ließen sich zunehmend schwieriger verkaufen. Beim Federweißen sei die Nachfrage dagegen unmittelbar da. Seine Erfahrung bringt er auf den Punkt: „Lieber zwei Flaschen Federweißer als eine Flasche Wein.“
Damit passen Glückerts Erfahrungen gut zum allgemeinen Bild des fränkischen Weinjahrgangs 2026: kleinere Beeren und geringere Erträge, gleichzeitig aber hohe Zuckergehalte und eine ausgeprägte Aromatik.
Für Glückert ist die Federweißer-Saison nach dem Bremsermarkt noch nicht vorbei. Auch über die Mitte des Oktobers hinaus bietet er bei sich zu Hause in der Thüngersheimer Straße Federweißen an.
Text und Foto Dieter Gürz
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