Frühlingshafte Entdeckungsreise über den LWG-Campus - Verschönerungsverein Veitshöchheim ermöglichte fachkundige Führung mit vielfältigen Einblicken
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Bei herrlichem Frühlingswetter erwies sich am Samstagnachmittag die Führung des Verschönerungsvereins Veitshöchheim über den Campus der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) als voller Erfolg. Rund 25 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der renommierten Einrichtung zu blicken. Mit großer Fachkenntnis und spürbarer Leidenschaft führte der LWG-Versuchsingenieur i.R. und Ehrenmitglied Hubert Hanke die Gruppe über das weitläufige Gelände und erläuterte die markanten Gebäude, die reizvollen Außenanlagen sowie die Arbeit der vier Institute und drei Fachzentren.
Teichanlagen und Wassergärten sorgen für Urlaubsatmosphäre
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Die über den Campus verteilten Teichanlagen vermittelten den Teilnehmenden ein regelrechtes Urlaubsgefühl. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich die Anlage vor dem Wohnheim der Meister- und Technikerschule, in der jährlich rund 150 Studierende in den Fachrichtungen Weinbau und Oenologie, Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau ausgebildet werden.
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Wassergarten des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau
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Teichanlage vor dem Schulgebäude
Regenwassermanagement als zentrales Zukunftsthema
Ein besonderer Schwerpunkt der Führung lag auf dem nachhaltigen Umgang mit Wasser. Das durchdachte Regenwassermanagement der LWG beeindruckte die Besucher nachhaltig. Insbesondere das von den Glasdächern abfließende Regenwasser wird in einer Zisterne mit einem Gesamtvolumen von rund 750 Kubikmetern gesammelt. Davon stehen 500 Kubikmeter für Regenwasser und 250 Kubikmeter für Uferfiltrat des Mains zur Verfügung.
Das gesammelte Wasser findet vielfältige Verwendung: Es dient der Bewässerung von Versuchsgewächshäusern, der Pflege der Außenanlagen einschließlich der Teichanlagen sowie sogar der Toilettenspülung. Ziel ist es, das anfallende Regenwasser nahezu vollständig vor Ort zu nutzen und das kommunale Kanalnetz zu entlasten.
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Ein weiteres Beispiel innovativer Wassertechnik ist ein Versuch zur biotechnischen Reinigung von Teichwasser mittels bepflanzter Bodenfilter. Ziel ist es, Algenwachstum nachhaltig zu reduzieren.
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Auch neu geschaffene Flächen zur Verbesserung des Wasserrückhalts wurden vorgestellt. Diese Maßnahmen sind das Ergebnis aktueller Neuberechnungen, die einen zusätzlichen Bedarf an Rückhalteflächen aufgezeigt hatten.
Neues Institut für Bienenkunde und Imkerei im Bau
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Großes Interesse galt auch dem im Bau befindlichen Institut für Bienenkunde und Imkerei.
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Das rund 19,2 Millionen Euro umfassende Projekt unterstreicht die Bedeutung der Imkerei in Bayern. Der moderne Holzhybridbau, dessen Fertigstellung für Ende 2026 geplant ist, setzt auf nachhaltige Bauweise mit Dachbegrünung, Photovoltaik und innovativem Wassermanagement.
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Hubert Hanke nutzte die Gelegenheit, um für den Bau von Wildbienenhotels zu werben und auf die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse hinzuweisen. Sichtungen dieser invasiven Art sollen dokumentiert und gemeldet werden, um Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.
Weinbau zwischen Tradition und Innovation
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Am Institut für Weinbau und Oenologie beeindruckte insbesondere die an der Fassade installierte Photovoltaikanlage.
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Die Kombination aus verschiedenen Rebsorten und geologischen Gesteinen verdeutlicht entlang der Zufahrt des Instituts die enge Verbindung von Forschung, Tradition und Terroir.
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8.000 Jahre alte Weintradition trifft Franken
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Ein besonderes Highlight stellt der sogenannte „Marani“ dar – ein georgischer Weinkeller, in dem die LWG eine rund 8.000 Jahre alte Weinbautradition aufgreift. Hier wird Silvaner in im Boden vergrabenen Tonamphoren (Qvevris) vergoren. Die Ergebnisse zeigen Weine mit intensiver Farbe sowie erhöhten Tannin- und Polyphenolgehalten.
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Auch moderne Entwicklungen wie der Einsatz von Betoneiern als Gärbehälter wurden vorgestellt. Diese ermöglichen durch ihre spezielle Form und Wärmespeicherung eine besondere Gärdynamik und beeinflussen das Aromaprofil der Weine.
Anpassung an den Klimawandel
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Ein weiteres Beispiel für zukunftsorientiertes Handeln ist der Bau einer neuen Lagerhalle für Lesegut und Kellereimaschinen. Hintergrund ist der immer frühere Beginn der Weinlese infolge des Klimawandels. Die Halle schützt empfindliche Trauben vor Witterungseinflüssen und trägt zur Qualitätssicherung bei.
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Die neue Halle (im Hintergrund) soll geerntetes Lesegut sowie eingemaischte Trauben bis zur Verarbeitung vor Witterungseinflüssen schützen. Auch leere, gereinigte Leseboxen lassen sich dort hygienisch lagern, sodass eine erneute Reinigung vor dem nächsten Einsatz entfällt.
Analytik und Forschung auf höchstem Niveau
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Das Fachzentrum Analytik, das 2012 fertiggestellt wurde, bietet ein breites Spektrum an Untersuchungen – von Bodenanalysen über Honigqualität bis hin zu mikrobiologischen und chemischen Prüfungen von Getränken. Innovative Projekte wie die Aromagewinnung aus Nebenprodukten oder die Erhaltung alter Obstsorten unterstreichen die Bedeutung der Einrichtung.
Gartenbau: Innovationen und Nachhaltigkeit
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Ein Höhepunkt für Gartenliebhaber steht bereits fest: Beim Tag der offenen Tür am 5. Juli können auf den Outdoor-Präsentationsflächen des Zierpflanzenbaus rund 850 neue Beet- und Balkonpflanzen bewundert werden, die die die Züchter eingeschickt haben. Sie werden von der LWG bei der Gartenleistungsprüfung in ihren Gewächshäusern einem Test hinsichtlich der Wetterstabilität, der Gesundheit, der Blühleistung und des Gesamteindrucks unterzogen.
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Im Bereich des Erwerbs- und Freizeitgartenbaus wurden aktuelle Versuche zu torffreien Substraten vorgestellt. Ziel ist es, Torf im Gartenbau weitgehend zu ersetzen. Die Ergebnisse zeigen, dass alternative Materialien wie Holzfaser, Rindenhumus und Kompost bei richtiger Anwendung hervorragende Resultate liefern.
Stadtgrün, Biodiversität und Gartengestaltung
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Das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau beeindruckte mit einer Vielzahl thematischer Gärten –
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vom Japangarten
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über den Bambusgarten
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bis hin zum Wassergarten.
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Aktuell wird ein Heidegarten neu angelegt.
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Großgewachsene über 60 Jahre alte Mammutbäume im Zedern- und Wacholdergarten sorgten für Staunen.
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Versuche zu Blühwiesen,
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Insektenstaudenmischungen
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und neuen Gartentechniken wie dem „Coppicing“ (radikaler Rückschnitt zur Förderung des Neuaustriebs) zeigen die Bandbreite der Forschung.
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Ein weiteres Thema war die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers im Eingangsbereich des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau, wobei gezielte Behandlungen mit XenTari im Frühjahr und Sommer empfohlen werden.
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Längst abgeschlossener Versuch der Landespflege u.a. zum Thema "Algenbildung"
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Neuer Kommunikationsplatz der Bayerischen Gartenakademie
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Schauflächen Gemüsebau
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Gelungener Abschluss mit Vortrag
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Zum Abschluss der rundum gelungenen Führung spendeten die Teilnehmenden Hubert Hanke großen Applaus für seine informativen und anschaulichen Erläuterungen.
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Im Anschluss an die Führung lud der frühere Leitende Direktor Wolfgang Klopsch bei Kaffee und Kuchen des Verschönerungsvereins zu einem Lichtbildervortrag in den Sebastian Englerth-Saal ein. Unter dem Titel „Botanisieren im Land der Skipetaren“ gewährte er spannende Einblicke in die Pflanzenwelt und Kultur Albaniens – ein passender Ausklang eines ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Nachmittags.
Fotos Dieter Gürz