Eine Klangreise ins Meer der Stille in der Bücherei im Bahnhof
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Foto Dr. Astrida Wallat
Von der Ankündigung zum besonderen Konzerterlebnis
Was im Vorfeld als Einladung zur inneren Einkehr angekündigt wurde, erfüllte sich am Sonntag, den 22. März 2026, in eindrucksvoller Weise: Die Bücherei im Bahnhof Veitshöchheim wurde zu einem Ort der Stille und Konzentration. Rund 30 Besucher erlebten das Konzert „Meditation – Meer der Ruhe“ des in Würzburg geborenen Gitarristen Stefan Barcsay, der an der Universität der Künste Berlin studierte und heute als Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach tätig ist.
Gastgeberinnen waren Helena Seck, Leiterin des Kulturamtes der Gemeinde Veitshöchheim, sowie Astrida Wallat, Leiterin der gemeindlichen Bücherei im Bahnhof.
Werke aus verschiedenen Epochen
Bereits in der Vorankündigung war ein Programm angekündigt worden, das unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen vereint – und genau dieses Versprechen löste Barcsay ein. Werke der klassischen Gitarrenliteratur von Fernando Sor und Carl Maria von Weber trafen auf zeitgenössische Kompositionen von Markus Lehmann-Horn, Stephan Marc Schneider, Barbara Mayer und Johannes Schachtner.
Im Zentrum standen die titelgebenden Werke „Meditation“ und „Meer der Ruhe“, die die meditative Grundstimmung des Abends prägten.
Regionale Klangfarben mit persönlicher Note
Ein besonderer Akzent lag – wie angekündigt – auf regionalen Komponisten: Der seit 35 Jahren in Veitshöchheim sesshafte Professor Toni Völker war selbst im Publikum anwesend und erlebte seine „Sirenengesänge 1“ live. Ergänzt wurde dieser Programmpunkt durch Werke seines Schülers Alois Bröder. Diese unmittelbare Verbindung zwischen Komponist, Interpret und Aufführung verlieh dem Konzert eine besondere Intensität.
Musik und Poesie als Einheit
Über die Musik hinaus schuf Barcsay eine vielschichtige Klangwelt, indem er seine Darbietung mit leisen Gedichtrezitationen verband. So erklangen unter anderem Texte von Matthäus von Collin sowie Anspielungen auf Johann Wolfgang von Goethe und dessen „Meeres Stille“. Die Verbindung von Wort und Ton verstärkte die Wirkung des Programms und führte das Publikum tiefer in eine Atmosphäre der Ruhe.
Ein Spiel der Ruhe und Präzision
Mit großer Konzentration und Zurückhaltung ließ Stefan Barcsay die Musik wirken. Jede Bewegung war bewusst gesetzt, die Klänge entfalteten sich klar und ruhig im Raum. Der Gitarrist selbst trat dabei fast in den Hintergrund – ganz im Sinne des Konzerttitels, der die Musik in den Mittelpunkt stellte.
Rückblick: Langjährige Verbindung zur Bücherei
Das Konzert knüpfte zugleich an frühere Auftritte an: Bereits im September 2018 war Stefan Barcsay im Rahmen des Kulturherbstes des Landkreises in der Bücherei im Bahnhof zu hören. Unter dem Titel „Gitarre trifft Cembalo“ musizierte er gemeinsam mit Völkers Ehefrau, der langjährigen Veitshöchheimer Musikschulleiterin Dorothea Völker. Damals standen zeitgenössische Gitarrenwerke sowie Cembalokompositionen von Girolamo Frescobaldi und Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Den Abschluss bildete die Uraufführung von „Evocazione“ von Alois Bröder, gewidmet den Interpreten und seinem Lehrer Toni Völker.
Ein Abend der Entschleunigung
Was als Einladung zur Entschleunigung angekündigt wurde, erwies sich als eindrucksvolle Realität: „Meditation – Meer der Ruhe“ nahm das Publikum mit auf eine Reise in eine stille, reflektierende Klangwelt. Ein Konzert, das klassische und moderne Musik eindrucksvoll verband – und noch lange nachwirkte.