Kunstherbst der Veitshöchheimer Künstlerin Sophie Brandes – Mode, Monotypien und Bilderbuchkunst
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Mit gleich drei Ausstellungen tritt die Künstlerin Sophie Brandes in ihrem Kunstherbst 2025 an die Öffentlichkeit.
Die seit 2003 in Veitshöchheim lebende Malerin, Grafikerin und Illustratorin blickt auf eine über 50-jährige Karriere zurück – und ist auch mit 81 Jahren noch voller Schaffenskraft. Besucher dürfen sich auf sehr unterschiedliche Facetten ihres Werks freuen: Modegrafik, experimentelle Drucktechniken und Bilderbuchillustrationen.
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Von 1978 bis 1990 war Sophie Brandes Chef-Grafikdesignerin für renommierte Modelabels wie Betty Barclay, Gil Bret, Vera Mont oder Adolf Accessoires in Paris. Sie gestaltete Kataloge, Plakate, Einladungen und Anzeigen für Modemessen in München, Düsseldorf und Paris. Einen Einblick in diese Zeit gibt die Ausstellung „Mode der Siebziger“, die vom 11. September bis 9. Oktober 2025 in der Galerie Gerd Michel, Semmelstraße 42, Würzburg gezeigt wird.
Zur Eröffnung am 11. September um 19 Uhr sind Interessierte herzlich eingeladen.
Passend dazu ist der Jugendroman „Fototermin“ der Künstlerin erhältlich, in dem sie ihre Erfahrungen aus der Modewelt literarisch verarbeitet hat.
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Eine ganz andere Seite ihres Schaffens zeigt Sophie Brandes im Spitäle an der Alten Mainbrücke. Unter dem Titel „Experimentell“ sind seit 1. September bis 31. Oktober 2025 Monotypien zu sehen, die im Zusammenspiel von Tiefdruckfarben, Lösungsmitteln und Walzen entstehen. Zum Teil collagiert, entfalten die Arbeiten eine spontane, überraschende Bildsprache.
Am 10. September um 18 Uhr lädt die Künstlerin dort zu einem Gespräch mit heiterem Umtrunk in die Fenstergalerie ein.
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„Bücher, Bilder, Lesen, Kinder – diese vier Stichwörter wurden mir in die Wiege gelegt“, sagt Sophie Brandes über ihr Leben. Berühmt wurde sie durch ihre Illustrationen für das ZDF – etwa die zehn teilbewegten Bildserien für „Löwenzahn“ mit Peter Lustig oder ihre „Siebenstein“-Illustrationen. Ihre Bilderbücher wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem in Bratislava und Tokio, und in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Brandes philosophiert darüber, warum in einer immer technischer werdenden Welt Kinder noch immer Geschichten mit Bildern brauchen: „Je moderner die Welt wird, desto unvermeidbarer wird das Erzählen in Worten und Bildern“, zitiert sie den Kinderbuchverleger Hans-Joachim Gelberg. Für sie tragen alle Illustrationen „ein menschliches Antlitz“ – und sind weit mehr als Kinderkunst.
Über 40 Kinder- und Bilderbücher hat Sophie Brandes illustriert, u.a. für die Verlage Beltz, Arena, Ellermann, Ueberreuter und Otto Maier. Viele davon schafften es auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis. 1996 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur.
Im Kleinen Kunsthaus, Dürrengasse 2a, Thüngersheim, sind vom 1. bis 12. Oktober 2025 Originalillustrationen aus preisgekrönten Büchern zu sehen. Geöffnet ist täglich von 14 bis 18 Uhr (außer am 6. und 7. Oktober). Die Vernissage findet am 1. Oktober um 15 Uhr, die Finissage am 12. Oktober um 16 Uhr statt.
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Ob Modegrafik, Illustration oder freie Malerei – Sophie Brandes hat in all diesen Bereichen Maßstäbe gesetzt. Schon früh aus Breslau geflohen, studierte sie an der Deutschen Meisterschule für Mode in München, arbeitete als Modezeichnerin, Illustratorin, Objektkünstlerin und Malerin. Stationen führten sie nach Paris, Heidelberg und Mallorca, bevor sie 2003 ihr Atelier in Veitshöchheim eröffnete.
Ihr Haus in der Unteren Maingasse hat sie seither zu einem Gesamtkunstwerk verwandelt: Alle Räume – bis hin zur Garage – sind voller Gemälde, Collagen und Drucke. In jüngster Zeit widmet sie sich vor allem großformatigen Collagen und experimentellen Tiefdruckarbeiten, die sie mit Walzen gestaltet. „Nach über 50 Jahren Berufslaufbahn habe ich eine wilde Richtung eingeschlagen“, sagt die Künstlerin über ihr aktuelles Schaffen.
So zeigt der Kunstherbst 2025 nicht nur die große Bandbreite einer außergewöhnlichen Karriere, sondern auch die ungebrochene schöpferische Energie einer Frau, die ihr Leben der Kunst verschrieben hat.
Fotos von der Künstlerin: aus dem Archiv von Dieter Gürz