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Info-Gang 2025 Teil 6: Haus VI – Der imposante Neubau für die Zukunft der Kinderbetreuung in Veitshöchheim kostet 14,4 Millionen Euro

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Beim Infogang 2025 stellte Bürgermeister Jürgen Götz den Bürgern das derzeit größte Bauprojekt der Gemeinde vor: Haus VI, ein viergeschossiges Hortgebäude an der Eichendorff-Schule. Es bildet den ersten Bauabschnitt der umfassenden Generalsanierung des Schulzentrums und soll das Betreuungsangebot für Kinder nachhaltig stärken.

Der Bürgermeister dankte allen Beteiligten – Architekten, Fachplanern, Handwerksbetrieben, dem Bauamtsteam, den Nachbarn und der Schulfamilie. „Ohne Ihr Engagement und Ihre Geduld wäre dieses Projekt nicht möglich“, betonte Götz.

Führung durch den Neubau durch Juliane Strifler

Zum Abschluss lud er die Bürger im Neubau  selbst ein Bild zu machen: „Nutzen Sie die Gelegenheit, mit unseren Fachleuten ins Gespräch zu kommen und gemeinsam mit uns einen Blick in die Bildungszukunft Veitshöchheims zu werfen.“


Warum ein neues Hortgebäude?

Ab dem Schuljahr 2026/27 tritt in Deutschland schrittweise ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft. Bis 2029/30 umfasst er alle Klassenstufen von 1 bis 4. Gleichzeitig steigt auch in Veitshöchheim die Nachfrage nach einer verlässlichen Betreuung – nicht nur am Vormittag, sondern auch am Nachmittag.

„Wir reagieren mit Haus VI auf diese gesetzlichen Vorgaben und die Bedürfnisse berufstätiger Eltern“, betonte der Bürgermeister. „Dabei schaffen wir nicht nur zusätzliche Plätze, sondern eine eigenständige pädagogische Einrichtung, die Bildung, Betreuung und soziale Förderung verbindet.“


Neue Kapazitäten

Mit dem Neubau entstehen 275 Hortplätze (davon 135 neu), 45 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (+20) und 60 Plätze in der Mittagsbetreuung (+13).

Damit erhöht die Gemeinde ihr Betreuungsangebot erheblich – ein wichtiger Schritt, um Familien zu entlasten und Kindern beste Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.


Architektur und Raumkonzept

Das Gebäude fügt sich in die Hanglage ein und umfasst vier Ebenen:

  • 🚸 Ebene 03 (teilunterkellert in Stahlbeton): Mensa, moderne Küche, Technik- und Lagerräume
  • 🚸drei Obergeschosse in Holzbauweise: Gruppenräume, Differenzierungsbereiche, Bewegungszonen, Personalräume

Alle Räume sind flexibel nutzbar und auf eine moderne, zeitgemäße Betreuung ausgelegt.

Im obersten Geschoss imponierte allen der großzügige abteilbare Mehrzweckraum - hier sorgt die Holzstruktur der eingebauten Fertigteile an der Decke und der rechten Seitenwand viel Behaglichkeit. Jeder Raum bekam an der Innenwand aus Gipsplatten  eine Vorsatzschale für die technischen Installationen.

Besonderes Augenmerk liegt auf Barrierefreiheit: stufenlose Zugänge, Aufzug, breite Flure, barrierefreie Türen und WCs machen das Gebäude für alle zugänglich.

 Vorbereitet ist auch ein  Verbindungssteg zur Grundschule, Ein barrierefreier Verbindungssteg zur Grundschule, der im Zuge der Sanierung der Eichendorffschule realisiert wird.

Der Hortneubau ist nur der erste von sechs Bauabschnitten der auf rund 49 Millionen Euro veranschlagten Generalsanierung, die in den kommenden zehn bis zwölf Jahren erfolgen soll.


Nachhaltigkeit im Fokus

Haus VI ist als Holz-Hybridbau konzipiert:

  • 🚸Tragende Konstruktion aus Brettsperrholz in den Obergeschossen
  • 🚸Sichtbare Holzflächen, kombiniert mit Stahlbeton im Untergeschoss
  • 🚸Vorvergraute, hinterlüftete Holzfassade
  • 🚸Flachdach mit Begrünung und Photovoltaikanlage

Das Lüftungskonzept setzt auf natürliche Konvektion, wie hier Juliane Strifler den Bürgern beim Rundgang vor Augen führt. Statt aktiver Technik wird das Gebäude durch natürliche Konvektion belüftet. Frische Luft strömt über die beiden Treppentürme ein, verbrauchte Luft entweicht über Wandöffnungen ganz ohne Energieeinsatz.

Für die Heizung und Kühlung sorgt eine Erdwärmepumpe in Verbindung mit einem Erdregister unter der Bodenplatte. Überschüssige Wärme wird gespeichert und im Winter wieder genutzt – ein Beitrag zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz.

Allein im verbauten Holz sind rund 650 Tonnen CO₂ langfristig gebunden, zusätzlich werden gegenüber herkömmlicher Bauweise über 1.000 Tonnen CO₂ eingespart.

 Der Neubau punktet aber nicht nur ökologisch, sondern auch architektonisch. Der Bau ist funktional und ästhetisch überzeugend, wie hier  auch das Elternwartezimmer in Ebene 1 schon zum jetzigen Zeitpunkt offenbart. Es ist als Galerie über zwei Etagen angelegt.


Zahlen & Fakten – spielerisch erklärt

Im Rahmen des Infogangs konnten Bürger ihr Wissen beim Ratespiel von Volker Farrenkopf und Juliane Strifler aus dem Hochbau-Team testen. Einige beeindruckende Antworten:

  • 🚸Länge des Gebäudes: ca. 52 m
  • 🚸Breite: 15 m (bergauf), bis zu 18,5 m straßenseitig
  • 🚸Höhe: rund 14 m
  • 🚸Verarbeiteter Stahl im Untergeschoss: 107 Tonnen – das Gewicht von ca. 76 Autos
  • 🚸Verarbeitetes Holz: 915 m³ – entsprechend 610 bis 915 ausgewachsenen Fichten
  • 🚸Bisher beteiligte Firmen: 23 (weitere folgen)

Diese Dimensionen zeigen, welch großes Projekt die Gemeinde hier stemmt.


Kosten und Förderung

Die Baukosten belaufen sich auf 14,4 Millionen Euro. Davon stammen voraussichtlich 6,9 Mio. € aus Fördermitteln (FAG, Ganztagschule, Holzbauförderung). Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt rund 7,5 Mio. €.

Der Betrieb des neuen Hauses wird wie die bisherige Schulkind-Betreuung auch weiterhin vom AWO-Ortsverein Veitshöchheim übernommen.


Baufortschritt

  • 🚸Spatenstich: 5. März 2024
  • 🚸Deckenfest: kurz vor Weihnachten 2024 – statt Richtfest, da Flachdach
  • 🚸Holzbau: innerhalb von nur drei Wochen errichtet
  • 🚸Aktueller Stand: Fenster eingebaut, Gebäude eingerüstet, Trockenbauarbeiten begonnen
  • 🚸Fertigstellung: Ende 2026

In den kommenden Monaten folgen Flachdachaufbau, Sonnenschutz, Stahlbauarbeiten an der Fassade und der Einbau der Aufzugsanlage.


 

Besonders beeindruckte auch der 195 Quadratmeter große, verglaste Speisesaal im Sockelgeschoss mit bodentiefen noch abgedunkelten Fenstern und vorgelagerter Terrasse zur Grundschule hin. Hier fanden 120 Bürger beim Schlusshock bequem Platz.

Hier servierten Gemeindebedienstete das schmackhafte von den Julius-Spital-We instuben in Würzburg gelieferte Mittagessen. Dazu gab es auch Federweißen.

Am Ende dankte der Bürgermeister nochmals allen, die zum Gelingen des wiederum hochinteressanten und abwechslungsreichen Infogangs beigetragen haben.

Fotos Dieter Gürz

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