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95.500 Euro fürs „Starke Kinderhaus“ der AWO Veitshöchheim - Gemeinde übernimmt 90 Prozent des Defizits 2024

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der Ferienausschuss des Veitshöchheimer Gemeinderats hat erneut finanzielle Unterstützung für das AWO-Kinderhaus „Starkes Kinderhaus“ beschlossen. Für das Jahr 2024 übernimmt die Kommune 90 Prozent des entstandenen Defizits – exakt 95.528 Euro. Insgesamt belief sich der ungedeckte Betriebsaufwand im vergangenen Jahr auf 106.143 Euro.  Beate Hofstetter (Grüne) sprach von einem „schockierenden“ Betrag.

Ursachen: Mehrkosten und Leerstände

Wie AWO-Geschäftsführerin Ingrid Schinagl im Antrag vom Juni erläuterte, konnten die erheblich gestiegenen Personalkosten nicht durch Fördermittel und Elternbeiträge gedeckt werden. Ursache waren vor allem unbesetzte Plätze. Auf Bitte der Gemeinde eröffnete die AWO im Herbst 2024 wieder eine zweite Krippengruppe, da zusätzlicher Betreuungsbedarf bestand. Doch bis alle Plätze belegt waren, liefen die Personalkosten bereits über Monate. Zudem sagten sieben Familien ihre zuvor im Gemeinde-Portal reservierten Krippenplätze ab. Auch in den beiden Kindergartengruppen führten 16 Vorschulkinder ab September 2024 zu Unterbelegung und geringeren Einnahmen.

„Eine verlässliche Finanz- und Personalplanung ist kaum möglich“, so Schinagl. Auch Bürgermeister Jürgen Götz sprach von einem „Vabanquespiel“, das alle Kitas zu Beginn eines Kita-Jahres eingehen müssten. CSU-Gemeinderat Steffen Mucha verglich die Planung gar mit einem „Blick in die Glaskugel“.

Positive Entwicklung 2025

Für das laufende Jahr zeigt sich die AWO optimistischer. Nach Angaben Schinagls sind die beiden Krippen- und die beiden Regelgruppen des Kinderhauses ab September voll belegt, auch beim Personal gebe es keine Engpässe mehr.

Finanzielle Schwankungen in den letzten Jahren

Die Kommune musste das „Starke Kinderhaus“ bereits mehrfach stützen. 2022 betrug das Defizit 67.267 Euro, wovon die Gemeinde 60.540 Euro übernahm. 2023 schrumpfte das Minus deutlich auf 17.037 Euro, sodass die Gemeinde 15.333 Euro zuschoss. Für 2024 gilt noch die alte Regelung ohne Obergrenze. Ab 2025 beteiligt sich die Kommune zwar ebenfalls mit 90 Prozent, allerdings höchstens bis zu 50.000 Euro. Der aktuelle Beschluss sicherte daher einen deutlich höheren Zuschuss.

Steigende Defizite in allen Kitas

Nicht nur die AWO-Einrichtung ist betroffen. Wie in vielen bayerischen Gemeinden verzeichnen auch die sechs Veitshöchheimer Kindertagesstätten wachsende Finanzlöcher. So musste die Gemeinde 2023 bei der Kita St. Martin 42.764 Euro beisteuern – ebenfalls 90 Prozent des Defizits.

Bürgermeister Götz macht dafür vor allem die unzureichende Refinanzierung durch den Freistaat verantwortlich. Die Zuschüsse nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz deckten nur noch 50 bis 60 Prozent der Kosten – statt der angestrebten 70 bis 80. „Die hohen Tarifsteigerungen und die zweistellige Inflation der vergangenen Jahre werden nicht ausgeglichen“, kritisierte er. Selbst steigende Elternbeiträge könnten die Lücken nicht schließen.

Appell nach München

Götz appellierte erneut an die Gemeinderatsfraktionen, ihre Landtagsabgeordneten auf die schwierige Lage hinzuweisen: „Wir können dies auf Dauer nicht alleine leisten.“

Foto: Dieter Gürz

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