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Machtkampf auf dem Olymp: Veitshöchheimer Theater am Hofgarten inszeniert im Hof der Familie Kauppert in Gadheim a"Götter allein zu Hause", eine Komödie in zwei Akten von Andreas Bernard

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Die elf Laienschauspieler des Theaters am Hofgarten haben eifrig geprobt für die fünf Aufführungen der Komödie "Götter allein zu Hause" von Andreas Bernard, einem himmlischen Vergnügen auf Erden mit Premiere am 30.7. und vier weitere Vorstellungen im Hof der Landwirts- und Winzerfamilie Kauppert im Veitshöchheimer Weiler Gadheim, v.l.n.r. sitzend die Musen Marina Bertignoll (Terpsichore), Birgit Wolf-Kroll (Thalia) und Anina Hornung (Euterpe,die Muse des Flötenspiels), dahinter stehend Carina Wohlfahrt (Athene), Sabine Werner (Aphrodite), Manuel Seemann (Apollo), Conny Lyding (Hera), Anna Behr (Hermes), Petra Schwitkowski (Ersatz und Souffleuse), Bernd Schäfer (Hades), Charmaine Brunzel (Persephone) - es fehlt: Markus Füller (Mars). - Foto Dieter Gürz

Nach der erfolgreichen Freiluft-Premiere des Theaters am Hofgarten vor einem Jahr  in der wunderbaren Hof-Kulisse des Weingutes Hessler sind nun die Theaterleute zu Gast im schönen, gemütlichen Hof der Landwirts- und Winzerfamilie Kauppert in Veitshöchheims Weiler Gadheim, der ebenfals Platz für 100 Gäste bietet.

Elf Laienschauspieler des Theatervereins spielen dieses Mal "Götter allein zu Hause", eine Komödie in zwei Akten von Andreas Bernard, der als Vorstand der Theaterbühne Unterreit e.V. im oberbayerischen Landkreis Mühldorf dieses Stück für die Uraufführung seines Theaters im Jahr 2016  geschrieben hat. Die Regie führt dieses Mal der 1. Vorsitzende Bernd Schäfer zusammen mit Petra Schwitkowski, die auch als Souffleuse fungiert.

Premiere hat „Götter allein zu Haus“ in der Gadheimer Straße 26 am 30. Juli mit vier weiteren Aufführungen am 30.7., 6.8. und zweimal am 7.8.  Zur Premiere will auch der Autor des Stückes Andreas Bernard kommen.

Während die vier Abendvorstellungen schon ziemlich ausverkauft sind, gibt es für die Sonntag-Nachmittagsvorstellung am 7. August um 14 Uhr noch reichlich Karten. Gespielt wird eineinhalb Stunden mit einer längeren Pause dazwischen.

Für den 1. Vorsitzenden Bernd Schäfer war es extrem wichtig, nach dem ersten Openair-Theater vor einem Jahr im Weingut Hessler nun mit dem Hof der sich sehr kooperativ gezeigten Familie Kauppert wieder einen tollen Aufführungsort bekommen zu haben. Auch hier kann der Theaterverein Bier, Wein und alkoholfreie Getränke sowie fränkische Köstlichkeiten zum Essen wie Bratwürste, Obatztn, Salatteller und sonstige Kleinigkeiten vor der Vorstellung und in der Pause anbieten.

Geprobt werden musste ziemlich knackig in diesem Jahr, da erst am 8.Mai das Theatermärchen "Alice im Wunderland" aufgeführt wurde. Seitdem ist das Ensemble zwei- bis dreimal wöchentlich vor Ort, um auf der kleinen, in der Scheune im Zugang zum Hof  aufgebauten, nur vier Meter breiten intim wirkenden Bühne zu proben.

Zum Inhalt des Stückes

Das Stück handelt von griechischen Göttern, die sich in einem Machtkampf auf dem Olymp befinden und sich auch mit neuzeitlichen Problemen befassen

Im Mittelpunkt steckt Regisseur Bernd Schäfer selbst, der als Hades versucht die Abwesenheit von Zeus zu nutzen, um seinen Machthunger zu stillen und die Führung am Olymp zu übernehmen. Leider steht er sich dabei oft selbst im Weg und auch das Schicksal meint es oft nicht gut mit ihm. Ob er es trotzdem schafft die Macht an sich zu reißen? Bernd Schäfers ruhige Art und sein Talent, eine Person darzustellen, welche die Welt um sich herum nicht versteht, machen ihn für diese Rolle wie geschaffen.

Charmaine Brunzel mimt Hades Frau Persephone, die anders als in der griechischen Mythologie, in der sie schon als Göttin zur Welt kam, vom Autor Bernard zu einem Menschen gemacht wird, der seit seiner Entführung durch Hades in der Welt der Götter lebt. Für den Zuschauer zeigt sich jedoch schnell, dass Sie von einer Anbetung der Götter weit entfernt ist und dass sich ihre Unterwürfigkeit gegenüber ihrem Entführer Hades in engen Grenzen hält. Ihr Temperament macht Charmaine zur perfekten Besetzung für Persephone.

Conny Lyding ist als Göttermutter Hera eine liebevolle Mutter, die ihren Mann Zeus lieber im Hintergrund unterstützt als sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Aber gerade ihre freundliche und liebevolle Art ist es jetzt, die ihr Probleme bereitet. So schafft sie es nicht, sich gegen die anderen Götter durchzusetzen und sucht verzweifelt einen Ausweg.

Mit der von Sabine Werner gespielten Aphrodite  kommt die Vernunft in die Welt der Götter. Sie behält als einzige den Überblick, versucht ihre Mutter zu unterstützen und weitere Probleme von ihr fern zu halten. Als Göttin der Liebe bleibt es aber auch nicht aus, dass sie Gefallen an dem Neuen findet.

Carina Wohlfahrt verkörpert Athene, eine freche, noch sehr junge Göttin, die sich sehr gut an die heutige Zeit angepasst hat, jedoch in der Götterwelt immer noch als Kind angesehen. Ein Umstand, der ihr sehr zu schaffen macht, sieht sie in sich selbst doch das Potential für große Taten.

Manuel Seemann spielt den extravaganten  Apollo, der in seiner Rolle den ganzen Wahnsinn der alten Götter offenbart, die machen was sie wollen und wann sie es wollen. Gerade wegen seiner besonderen Art, wird er von allen anderen geliebt.

In die Rolle des stets unzufriedenen Götterboten Hermes schlüpft als Neuling Anna Behr, der besonders unter den Neuerungen unserer Zeit leiden muss. Er wird aber auch nicht müde, sein Unglück allen, die es hören oder nicht hören wollen, mitzuteilen.

Ein Neuzugang ist auch Marcus Füller, der als Göttergott Mars  in eine sehr unglückliche Situation kommt. da er unwissentlich  von Hades für dessen Zwecke ausgenutzt wird, obwohl der doch für alle nur das Beste will.

Die drei Musen Terpsichore, Euterpe  und Thalia werden dargestellt von Birgit Wolf-Kroll, Martina Bertignoll  und Anina Hornung, dem dritten Neuling. Terpsichore ist eine stets fröhliche Muse, die es nicht leiden kann, wenn andere sich streiten oder unzufrieden sind. Die meist sehr ausgeglichene Euterpe bringt im Stück als Bindeglied etwas Normalität in die Welt der Musen. Thalia hingegen hätte gerne eine Führungsrolle bei den Musen, so gibt sie sich auch.

„Kaum ist Zeus nicht da, glauben alle Götter, sie könnten machen, was sie wollen“, plaudert Sabine Werner  aus dem Nähkästchen. So gibt es so manchen Generationskonflikt. Trotzphase, Pubertät und Zicken im hohen Alter – auch die Götter sind scheinbar hormongesteuert.

Das Stück zeigt auf komödiantische Art und Weise, wie die griechischen Götter in unserer Zeit leben und ihren uralten Machtkampf auch heute noch aufrecht erhalten. So können sich alle Fans guter Stimmen und witziger Wortspielereien auf die Neuinszenierung des Theaters am Hofgarten so richtig freuen.

 

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