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Lobeshymnen für Corona-Fastnacht in Franken 2021 - Künstlerischer Leiter Bernhard Schlereth verabschiedete sich als Donald - Auch TSGV-Tänzerinnen aktiv

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

"Die Fastnacht in Franken 2021 war erneut ein überragender Erfolg. Trotz Corona war alles dabei, was das Fastnacht-Herz höherschlagen lässt: Gardetanz, Büttenrede und Klamauk." Diese Lobeshymnen konnte man danach zuhauf in den Medien lesen.

Die Kultsendung des BR Fernsehens lockte am Freitagabend bundesweit 2,81 Millionen Menschen vor die Fernseher, davon 1,89 Millionen Zuschauer in Bayern. Allerdings liegt diese Zahl deutlich unter der Rekordquote im Jahr 2017 von 4,47 Millionen Zuschauern. 

Der Marktanteil in Bayern lag dieses Mal lt. BR bei hervorragenden 37,9 Prozent. Damit rangiert "Fastnacht in Franken" nicht nur auf Platz 1 der am Freitag ausgestrahlten Sendungen, sondern hat auch beste Aussichten, wieder eine der erfolgreichsten Sendungen des Jahres zu werden. Die Online-Angebote des BR, darunter auch der Livestream in der BR Mediathek, wurden über 300.000 Mal aufgerufen.

Der dreistündigen Sendung merkte man nicht an, dass sie nicht am Stück, sondern an fünf Tagen aufgezeichnet wurde. Dies wird allgemein als ein echtes Kunststück der Regie anerkannt.

Dr. Katja Wildermuth, Intendantin des Bayerischen Rundfunks: "Was die Fastnacht-Redaktion des BR-Studios Franken, der Fastnacht-Verband und die großartigen Künstler hier auf die Beine gestellt haben, war sensationell und weit mehr als nur ein "Ersatzprogramm". Voller Kreativität, Leidenschaft und mit einer gehörigen Portion Trotz haben sie der Pandemie ein Schnippchen geschlagen – und dem Publikum für drei Stunden eine vergnügliche Verschnaufpause in diesen schwierigen Zeiten beschert. Hut ab! Wir sehen uns 2022 in Veitshöchheim – ich freue mich jetzt schon."

Dr. Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks lobte:  "Die fränkischen Narren trotzen allem, sogar Corona! Die "Fastnacht in Franken" hat 2021 in hervorragender Weise gezeigt, was in der TV-Fastnacht auch ohne Publikum möglich ist, und damit bundesweit Maßstäbe gesetzt."

So twitterte hinterher auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Toller Fernsehabend mit der Fastnacht in Franken. Anders als sonst, aber trotzdem Klasse. Und wie immer: Großartige Künstlerinnen und Künstler. Humor tut gut in dieser Zeit. Nächstes Mal dann wieder live in Veitshöchheim."

Diese Aussagen auf höchster Ebene werden sicherlich auch Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz freuen, der zu Beginn der Sendung "nach dem Rechten" schaue und allen Mitwirkenden, wie im Bild dem Bauchredner Sebastian Reich und seiner Nilpferddame Amanda, viel Erfolg wünschte.

So wünschte sich denn auch Sitzungspräsident Bernd Händel inbrünstig von allen Fernsehzuschauern: "Halten Sie uns ganz fest die Daumen, damit wir im nächsten Jahr wie gewohnt wieder die "Fastnacht in Franken" präsendieren können, mit lachenden Gesichtern und gut gelaunten Prominenten."

Der Elferrat musste diesmal zu dritt auskommen. Der Rest wurde mit Puppen aufgefüllt.

"Dass wir sie einmal so vermissen würden, Herr Söder, das hätten wir nicht gedacht", weinte Sitzungspräsident Bernd Händel Krokodilstränen ins Taschentuch.

 Abschied nach mehr als 30 Jahren:  Bernhard Schlereth

Einen phänomenalen Abschieds-Auftritt hatte der Veitshöchheimer Bernhard Schlereth, der Ehrenpräsident des Fastnachtsverbandes Franken, der in Donald Trump-Manier nach 03:06.52 Sendedauer als letzter Bild im Bild zu sehen war, als er lautstark ankündigte für die nächste Fernsehsitzung am 18. Februar 2022: "I be back!"

Er wird dann aber nicht mehr als künstlerischer Leiter der Kultsendung fungieren, wie der BR auf seiner Homepage bekanntgab: "Der künstlerische Leiter, Bernhard Schlereth, verabschiedete sich nach über 30 Jahren von der Fernsehbühne. Der ehemalige Präsident – mittlerweile Ehrenpräsident - des Fastnacht-Verbands Franken trug maßgeblich zur Gestaltung aller fränkischen Fastnachtssendungen im BR Fernsehen bei. Ein besonderes Augenmerk legte der Veitshöchheimer stets auf die Förderung der Nachwuchskünstler. In Würdigung der großen Verdienste um den Bayerischen Rundfunk wird Schlereth mit der nur selten verliehenen BR-Verdienstmedaille ausgezeichnet. Sobald es die Pandemie erlaubt, wird BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth die Medaille persönlich übergeben."

Tassilo Forchheimer, Leiter des BR-Studio Franken: "Viele Menschen wissen nicht, wieviel Bernhard Schlereth in der 'Fastnacht in Franken' steckt, aber es ist unermesslich viel. Bernhard Schlereth hat ein untrügliches Gespür für Fernsehen, und das erklärt auch den Erfolg dieser Sendung. Wir wissen, was wir an ihm hatten, und für all das ein herzliches Dankeschön!"

Fernsehdirektor  Scolik sprach von einem Wermutstropfen der bleibe, weil sich Bernhard Schlereth aus der Funktion des Künstlerischen Leiters des Fastnacht-Verbandes verabschiedet. Damit gehe eine Ära zu Ende, welche "zu größten Erfolgen" geführt hat. Der BR danke ihm für sein außergewöhnliches Engagement und seine Kreativität und freue sich nun auf die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Marco Anderlik.

In seiner Zeit als Präsident des Fastnacht-Verbands Franken saß Bernhard Schlereth während der Sendung stets zur Linken des Sitzungspräsidenten im Elferrat.

In "seiner" letzten Sendung ging der Ehrenpräsident als Donald Trump verkleidet selbst auf die Bühne, um die Sitzungspräsidentschaft an sich zu reißen. Zutritt verschaffte er sich, indem er dem Hausmeister (Klaus Karl-Kraus) mit einigen Geldbündeln bestach.

Während der Hausmeister dem Eindringling den roten Teppich ausrollte, erteilte ihm Michl Müller als Regisseur des 45minütigen Prologs eine Abfuhr: "Wer die Demokratie mit Füßen tritt und auffordert, das Kapitol zu stürmen, wird in Veitshöchheim mit Saalverbot nicht unter fünf Jahren bestraft. Narren dürfen hier rein. Vollidioten bleiben draußen!"

Wutentbrannt sagte der Möchtegern-Sitzungspräsident: "I come back!"

Fazit von Marco Anderlik, Präsident Fastnacht-Verband Franken:

"Ich bin außerordentlich dankbar und sehr zufrieden, dass unsere Hauptsendung 'Fastnacht in Franken' trotz schwierigster Bedingungen produziert werden konnte. Gerade in diesen besonderen Zeiten sind humorvolle und fröhliche Stunden zu Hause im Kreise der Familie besonders wichtig. Ein großes Kompliment unseren tollen Künstlern, die die Herausforderung, nur vor wenig Publikum zu spielen, hervorragend gemeistert und großartige Beiträge gezeigt haben."

Sein Dank galt im Besonderen dem Produktionsteam des Bayerischen Rundfunks, das "mit größter Professionalität die Produktion gewährleistet" habe. Ein weiterer Garant des Erfolgs, so Anderlink, sei die über Monate andauernde intensive Zusammenarbeit und Planungsleistung der Fastnacht-Redaktion mit dem künstlerischen Leiter des Fastnacht-Verbandes Franken Bernhard Schlereth.

Fastnacht in Franken: Zwar ohne Publikum aber mit der Tanz-Sport-Garde

Aus Veitshöchheim wirkten auch einigeTänzerinnen der Tanzsportgarde mit, die die ganze Sendung choreographisch begleiteten.

Unter dem Motto: „Test negativ, Stimmung positiv“ standen die Aktiven der Tanz-Sport-Garde Veitshöchheim (TSGV) in kleinerer Besetzung auch in diesem Jahr für die Produktion von Fastnacht in Franken vor der Kamera.

„Da kamen in der Aufzeichnungswoche schon so einige Stunden zusammen“, berichtet die Choreografin, Kostümbildnerin und Trainerin der TSGV Sylvia Schraut (links im Bild vor ihrer Garderobe - Foto TSGV). Ihre choreografischen Ideen und schillernden Kostüme wurden vom Regisseur Thomas Kornmayer dankbar in die Sendung eingebaut.

Die Freude war groß, als sich der ehemalige Präsident des Fastnacht-Verbandes Franken Bernhard Schlereth wenige Wochen vor der Aufzeichnung bei ihr meldete. Seit Jahren unterstützen ihre Tänzerinnen und Tänzer den Bayerischen Rundfunk dabei die Prunksitzung noch ein kleines bisschen bunter zu machen.

Durch Corona war jedoch lange nicht klar, in welcher Form die Sendung in diesem Jahr stattfinden kann. Es blieb somit nur wenig Zeit, die Mitwirkenden der Tanz-Sport-Garde auszuwählen und unzählige Kostüme passend zu den Auftritten der Künstler zusammenzustellen oder neu zu entwerfen.

An weit über den Saal verteilten Tischen sitzend, hatten die TSGV-Aktiven die Aufgabe die Künstler anstelle der Politprominenz mit viel Applaus durch die Sitzung zu tragen. Da kam es schon mal zu Verwirrungen.

„Markus Söder schaut heute sehr weiblich aus. Hab gar nicht gewusst, dass der in der Garde tanzt,“ bemerkte die Nilpferddame Amanda zur Tänzerin, die das Konterfei des Ministerpräsidenten in der Hand hielt.  

Aber nicht nur als Publikumsersatz, auch als eiskalte Gattin des Möchtegern-Sitzungspräsidenten Donald aus Übersee oder

als Clown  in Otti Schmelzers Zirkusmanege hatten die Aktiven wohl mehr Kostümwechsel zu absolvieren als Helene Fischer in ihrer Show.

Der Zuschauer konnte sie als prächtig ausstaffierte Show-Girls, Garde-Tänzerinnen in Uniform, Uncle Sam, Matrosinnen, Wintersportler und sogar als Löwe im Hintergrund der Künstler entdecken.

Auch die bewegende Hymne „Halt mer zam! Es geht scho weiter!“ von Viva Voce wurde von TSGV-Engeln mit übergroßen Flügeln umrahmt. Nicht nur der Regisseur von Fastnacht in Franken und die Verantwortlichen des Fastnacht-Verbands, sondern auch die Künstler waren laut Sylvia Schraut sehr dankbar für die etwas andere und trotzdem erfolgreiche Zusammenarbeit.

TSGV-Akteure mit dem Möchtgern-Sitzungspräsidenten Donald, dargestellt von Bernhard Schlereth (Text und Foto TSGV).

Das gab es noch nie - 45minütiger Prolog

In einer Art Theaterstück drehte sich 45 Minuten alles um die Frage, wie man während einer Pandemie eine Fastnachtssitzung machen kann.

Die Künstler übernahmen in den ersten 45 Minuten die Regie. Die sonst gewohnte klassische Prunksitzung mit Elferrat und Publikum im Saal verwandelte sich in ein ideenreiches Kammerspiel mit schlagfertigen Sketchen, das die Situation quasi hinter den Kulissen aufzeigte. Dabei agierte Michl Müller, der "Dreggsagg aus der Rhön" als chaotischer Regisseur, der die Proben zur nachfolgenden Prunksitzung abhielt. Sämtliche Spaßmacher waren involviert.

Das Komödianten-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau von der Comödie Fürthübernahm die Tontechnik. Sie stellten fest: "Wir brauchen Lacher vom Band. Damit die Leut wissen, dass da a Gag war!" Durch die Corona-Pandemie musste Rassau selbst so einige Opfer bringen: "Mei Mülltonne war dieses Jahr öfter draußen als ich!".  Rassau weiter: "Der Söder ist ja ein Bienenfreund." Heißmann: "Warum?" Rassau: "Ach weil der die Hummel (Melanie Huml)  hat fliegen lassen."

 

Mit nur rund zehn realen Zuschauern ist es schwer, Stimmung herzustellen. Wo sonst rund 700 Zuschauer toben, gab es dieses Jahr kostümierte Schaufensterpuppen als Gäste.

Auch Musik und Tusch kamen aus der Konserve, denn Pavel Sandorf dirigierte in seiner Big Band diesmal nur Teddybären.

Büttenredner Peter Kuhn agiert als Beleuchter

Norbert Neugirg, Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell’n, organisierte die Produktion als Aufnahmeleiter

Franken-Parodist Oti Schmelzer spielte den Kameramann

Die närrische Putzfrau Ines Procter erstellte das "Hygienekonzept". Sie hat im Corona-Jahr so viel Desinfektionsmittel eingeatmet, dass sie nicht mal mehr schmutzige Gedanken hat.  Nach ihrem Auftritt im Prolog hatte die "Putzfraa" aus Erlabrunn Feierabend.

Der Erlanger Klaus Karl-Kraus als Hausmeister, der "immer der Depp ist"

 

 Oliver Tissot, der Mann für Spezialeffekte

Michl Müllers Song "Längste Polonäse der Welt" (wegen der großen Abstände) wurde nicht nur zum Sessions-Titel des Bund deutscher Karneval, sondern setzt gleichzeitig ein Zeichen der Fastnachter im Umgang mit einer Jahrhundertaufgabe wie der Pandemie.

Wegen den notwendigen Corona-Abstands war ein Gardetanz der  Tanzgarde des Karneval-Clubs "Die Besenbinder" aus Röttenbach bei Erlangen, die mit Trainerin Ivonne Gedigk zu den besten in Deutschland gehört, nicht möglich.

"Regisseur" Michl Müller kam deshalb mit der Trainerin auf die Idee, den Tanz aus dem Vorjahr von den zwei Gardetänzerinnen Celine Zerrahn und Martina Salomon live aufzuführen, während parallel der Tanz aus dem Vorjahr am Bildschirm läuft.

Statt Politprominenz waren wegen der Hygienevorschriften nur eine Handvoll Zuschauer und Schaufensterpuppen als Staffage im Saal. Die Politiker saßen im heimischen Wohnzimmer vor dem Fernseher statt in den ersten Rängen, um sich den Spiegel vorhalten zu lassen. Statt dessen wurde via Bildtafeln mit den sonst anwesenden Politikern agiert: oben mit MP Markus Söder.

Christel Schlereth trägt Kultusminister Michael Piazolo in den Händen

Landtagspräsidentin Ilse Aigner

Freie-Wähler Chef Hubert Aiwanger

Katharina Schulze, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag

Die eigentliche Sitzung

Nach dem Prolog spielten die von Sitzungspräsident Bernd Händel wieder trefflich moderierten  Stars ab 21.00 Uhr so, als ob der Saal tatsächlich voller Zuschauer wäre.

Mainpost-Leser konnten hinterher abstimmen, welcher Auftritt ihnen am besten gefallen hat. Hier die Rangfolge, Stand 7.2., 16:30 Uhr

Stimmen Künstler
275  Peter Kuhn
269  Matthias Walz
152  Michl Müller
131  Sebastian Reich
122  Vive Voce
110  Oti Schmelzer
82  Volker Heißmann und Martin Rassau
 73  Dorfrocker
57  Gerlinde Heßler
55  Bernd Händel
52  Ines Procter
42  Norbert Neugirg
39  Klaus Karl-Kraus
15  Oliver Tissot
15  Tanzsportgarde Veitshöchheim
15  Tanzmariechen Lorena Ruthardt
10  Gardetänzerinnen Celina Zerrahn und Martina Salomon
5  Pavel Sandorf

Nach dieser Beliebtheitsskala wurden die nachfolgenden Beiträge der Künstler eingeordnet.

In der Zuschauergunst obenauf: Geschliffen wie immer Peter Kuhn, der diesmal in das Phantom der Oper schlüpfte. Er brachte von Corona über Politik bis hin zu Verschwörungstheorien die Dinge auf den Punkt. "Fast keine Ahnung - aber immer eine Meinung!", damit nahm er die Verschwörungstheoretiker ins Visier: "Die werden ja nicht blöd geboren, Nein, die haben sich verschworen!"

Der Karlstädter Musiker Matthias Walz stand wie Kuhn ganz oben in der Publikumsgunst. Er trat stilecht mit Alu-Krone auf dem Kopf als König der Verschwörungstheoretiker auf mit Aussagen wie: "Die Amis waren niemals auf dem Mond" oder "Markus Söder wurde letztes Jahr geklont".

Zum neunten Mal dabei, sang er leidenschafltich, voller Temperament in die Tasten seines Klaviers hauend, auf dem wieder sein Wackeldackel saß.

"Dreggsagg" Michl Müller landete auf der Beliebtheitsskala der Mainpost auf Rang drei. Diesmal mimte er den Schneeräumer Günther mit dem neuen Ohrwurm "... ist wieder unterwegs mit seinem Schneepflug".

Der Dreggsagg nahm sich u.a. auch die bayerische Schulplattform vor: "Mebis? das hat doch mehr Abstürze als die gesamte Eurofighter-Flotte der Bundeswehr.! Mebis, das ist eine Abkürzung für: ´Bei elf Besuchern ist Schluss`!"

Ein Highlight der Sendung ist auf Rang vier der MP-Skala Bauchredner Sebastian Reich mit Nilpferdpuppe Amanda, die die Politiker via Handy herholte.

Der Elferrat ist coronabedingt in diesem Jahr mit Puppen besetzt. Amanda zu Bauchredner Sebastian Reich: "Das war ja schon immer gruselig, was da gesessen hat. Aber jetzt ist es ja Geisterbahn deluxe!" 

Amanda: "Ich gehe schon lange nicht mehr im Wald joggen. Ich hab immer Angst, dass der Jäger mich auf Grund meiner Eleganz mit einem Reh verwechselt."

Die Ansbacher a Capella-Formation Viva Voce mit einem Medley aus Seemannsliedern mit aktualisiertem Text liegt auf Rang fünf der MP-Skala.

 

In einer Zeit, wo alles aus dem Ruder zu laufen droht, gilt mehr denn je das Motto "Halt mer zamm", damit hoffentlich bald alles wieder etwas normaler wird.

Viva Voces "Halt mer zam" bildete so den emotionalen Höhepunkt der Sendung. Das hat gleich mehrere Gründe: So hat die A-Capella-Band aus Ansbach schweren Herzens entschieden, eine coronabedingte Karriere-Pause einzulegen. Somit war die Fastnacht in Franken 2021 der vorerst letzte Auftritt der fünf Sänger.

Mit "Halt mer zam" appellieren die Sänger an die Gesellschaft: "Halt mer zam in wilden Zeiten, halt mer zam und häng‘n uns ein, wenn uns Sturm und Not begleiten, macht‘s uns stärker eins zu sein. Halt mer zam, es geht scho weiter und die Sonn‘ geht wieder auf. Wo was Altes wegfällt, bricht was Neues an."

Das Lied kann seit dem 5. Februar über die Homepage www.halt-mer-zam.de kostenlos heruntergeladen und eine freiwillige Spende getätigt werden. Der Erlös geht komplett an die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks.

In diese Richtung gehen auch die Lieder  "Junge komm bald wieder, Markus komm bald wieder zurück aus Berlin, komm nach Veitshöchheim, Veitshöchheim ist schön, bleib hier in Franken,  der Main ist so schee, Markus sag uns wieder, du hilfst der Kultur, handle enschieden, und rede nicht nur, die Not aller Künstler ist existenziell, denk auch an Morgen, sonst steht alles still" oder "Uns kann doch so ein Virus nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst Pandemie, wir lassen uns das Leben nicht verbittern, denn wir ham's RKI, auch wenn die ganze Erde bebt und die WElt sich aus den Angeln dreht.

Sehr gut an kam auf Rang sechs auch Oti Schmelzer als Zirkusdirektor mit Akkordeon und guter Laune: "In meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht gedacht, dass ich mal erlebe, das ich maskiert auf meiner Bank Geld abhebe."

 

 

Volker Heißmann und Martin Rassau gaben als spießiges Ehepaar Kaltengruber die Zuschauer vor der Eiche-Rustikal-Schrankwand. Sie glossierten mit der Mainpost und den "Fürther Nachrichten" in der Hand die politischen Lage. Tagesaktuell, denn die Sendung wurde noch am Morgen der Ausstrahlung geschnitten.

 

Den Kaltengrubers steht noch eine besondere Überraschung bevor. Nein, zwei!

Ganz hygienisch werden sie vom Sitzungspräsidenten per Fernbedienung von der Couch ihres Wohnzimmers auf die Bühne in Veitshöchheim transportiert.

Und nicht nur sie, sondern auch ein gerngesehener Stammgast der Fastnacht in Franken, die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm im "Blauen Kleed" als Uhura aus Star Trek. Gemeinsam mit Volker Heißmann und Martin Rassau wurde Barbara Stamm durch den Orbit direkt nach Veitshöchheim gebeamt. Da war die Freude grenzenlos.

"Wir singen Franken Helau, unsere Fastnach ist die Schau, man kann den Frohsinn nicht verbieten, müssen wir auch auf Abstand gehn", so sprachen die Dorfrocker allen beim klangvollen Finale dieser ganz besonderen Prunksitzung aus Veitshöchheim aus dem Herzen.

 

"Aha, das Schild war schon gebraucht, was hier wohl für 'ne Schrift auftaucht?  "Fridays for Future" - da schau her. An die denkt heut doch keiner mehr!"

Die Karlstädterin Gerlinde Heßler, ein Urgestein der Fastnacht, widmete sich in Strickjacke dem Thema Nachhaltigkeit.

Sie weissagte voraus: "Wenn wir klimatechnisch ins Verderben eiern, gibts trotz der Impfung nichts zu feiern."

Der Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell`n Norbert Neugirg aus Windischeschenbach in der Oberpfalz schüttete wieder einmal eine Menge Spott über die Franken aus:

"In Franken gibt es einen neuen Corona-Schnelltest. Wer nach einem Schluck Frankenwein nicht sofort speien muss, hat den Geschmackssinn verloren und ist somit positiv getestet."

oder: "Niemand aus der Staatskanzlei, Veitshöchheim war noch nie so rein! Wie ist diei Luft hier gut, ohne die gesamte Brut!"

Der Rest der Kapelle wurde immer wieder mit Musikeinlagen aus dem Vorjahr dazugeblendet, ebenso die vollbesetzten Reihen im tobenden Saal.

Klaus Karl-Kraus – der Hausmeister macht zum Einstellen auf FB ein Selfie auf dem roten Teppich und kritisiert das Chaos vor seiner Schul: "Du, mir kriegn eine Generation "Rücksitz". Und Verkehrsregeln, die werden von den Helikopter-Eltern-Geschwader ignoriert."

Die Akteure gaben alles: Auch der Nürnberger Wortverdreher Oliver Tissot mit seiner Tuschmaschine, auch wenn er in der Zuschauergunst kann hinten landete.

Tissot: "Warum sitzen hier eigentlich keine richtigen Politiker? Das wär doch total ungefährlich für die hier. Vom Lachen haben sich Politiker nämlich noch nie anstecken lassen, am aller wenigsten der Söder."

Graziös, elegant und tänzerisch perfekt: Lorena Ruthhardt der KK Buchnesia Nürnberg gehört zu den besten Tanzmariechen Deutschlands.

Alle Fotos bis auf 2 (TSGV) Snapshots der BR-Sendung von D.G.

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Marianne Kratzet 02/10/2021 19:06

Der Freude gab die CoronaSendung ohne Zuschauer keinen Abbruch. Geniale Idee, mit der Vorstellung der Beteiligtenauf so unterhaltsame Weise zu beginnen. Man war dann gespannt , was kommen sollte. Ich kann mich dem obigen Lob nur anschließen. Die Technik und Regie haben Grossses geleistet. Respekt !